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19.04.1991 - 

Telekom erschließt Anwendern weltweit neue E-Mail-Services

Zugriff auf Infonet-Netzknoten in über hundert Ländern, möglich

Die Telekom hat sich schon vor anderthalb Jahren in das internationale X.25-Netzwerk des VAN-Betreibers Infonet eingeklinkt. Karl Ternes* beschreibt die heute auf dieser Basis und im Rahmen des Interpak-Projekts angebotenen E-Mail-Dienste, welche mit Notice 400 auch auf die CCITT-Norm für das Message Handling zugeschnitten sind.

Mehr und mehr Unternehmen engagieren sich international - sei es das Versandhaus, das in Fernost produziert, die Bank mit Tochtergesellschaften in Japan und den USA, die Nachrichtenagentur mit ihren weltweit agierenden Korrespondenten oder das Consulting-Unternehmen mit seinen Beratern, die europaweit tätig sind. Allen gemeinsam ist das Bedürfnis, über die Grenzen hinaus miteinander zu kommunizieren.

Direkte Rechner-Rechner-Kommunikation

Die Telekom, die sich neuerdings auch als "Deutschlands Telekommunikationsgesellschaft" bezeichnet, nahm sich dieser Aufgabe an. Gemeinsam mit neun weiteren Post- und Fernmeldegesellschaften ist das Post-Unternehmen inzwischen an dem VANS-Betreiber (Value Added Network Services) Infonet beteiligt und bietet E-Mail-Dienste durch Interpak, eine Projektgruppe der Telekom, an. Die Betonung liegt hierbei tatsächlich auf "Services".

So stellt die Telekom über Interpak internationale Netzwerk-Leistungen, basierend auf dem weltweiten X.25-Netz von Infonet, zur Verfügung. Direkte Rechner-Rechner-Kommunikation ist damit möglich, wobei der Kunde nur einen Ansprechpartner hat, der für die Konzeption, den Aufbau, den Betrieb und die Wartung seines internationalen Netzwerkes verantwortlich ist. Aufbauend auf dem weltweiten Paketvermittlungs-Netz offeriert Interpak eine Reihe von E-Mail-Services unter dem Oberbegriff "Notice".

Die elektronische Kommunikation eines international agierenden Unternehmens zu organisieren, ist eine komplexe Angelegenheit. Die Werkzeuge, die diese Aufgaben bewältigen sollen, müssen daher zuverlässig, gleichzeitig aber auch einfach zu bedienen sein. Diesen Anwendungsbedarf will Notice E-Mail abdecken. Zeitgerechte und zuverlässige Daten, die beim Partner in Übersee erforderlich sind, zum Beispiel Finanz- und Bestelldaten, Produktionslisten, Verkaufszahlen, Lager- und Bestandsdaten können durch Notice unmittelbar zur Verfügung gestellt werden.

*Karl Ternes ist Kundenprojektleiter der Telekom-Projektgruppe Interpak in Koblenz.

Auch das Verteilen eines Software-Updates gestaltet sich mit dieser Lösung recht einfach, da die Software nur einmal versandt wird und dann jedem Empfänger, wo auch immer er sich befindet, zum Abruf zur Verfügung steht. Im einzelnen deckt Notice E-Mail folgende Aufgabenbereiche ab:

- das Versenden und Empfangen von Spread-Sheets, Textverarbeitungsdateien, Datenbankdaten oder Softwaredateien, wobei eine Versendung an einen oder hundert Empfänger über das weltweite Infonet-Netzwerk möglich ist,

- das Herstellen von Verbindungen zwischen dem eigenen PC und anderen Mikros oder

Terminals, Minicomputern und Mainframes über x-beliebige Entfernungen hinweg,

- die Übertragung zu allen Telex- und Faxgeräten weltweit oder mit dem Postservice der U.S.-Post per Brief innerhalb der USA zu jedem beliebigen Adressaten.

Das Unternehmen, das Notice E-Mail einsetzt, kann seine Community, mit der es kommunizieren will, selbst festlegen. Hierzu wird eine Person benannt, die als "Administrator" diese Nutzergruppe pflegt. Der Administrator hat dann die Möglichkeit, selbst eigene Mailbox-Fächer zu eröffnen oder einzelne Nutzer aus der Community zu streichen. Auch kann er Verteilerlisten erstellen, falls die gleiche Information an mehrere Adressaten geschickt werden soll. Über die Möglichkeiten des Administrators erhält dieser eine spezielle, kostenlose Schulung, die über das Wissen des "einfachen" Notice-Benutzers hinausgeht.

Zugang zum Infonet-Netz und damit zu Notice erhält der Benutzer über einen der in mehr als 30 Ländern der Welt installierten Infonet-Netzwerkknoten. Diese sind aus über 100 Ländern erreichbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Reporter sich mit seinem Laptop in Mexiko via Akustikkoppler und Telefon in den Infonet-Knoten in Mexiko-City einwählt, oder die japanische Firmenniederlassung den Zugang zum Infonet-Knoten in Osaka via X.25-Anschluß in Japan erreicht. Wichtig hierbei ist, daß die Telekom mit Interpak nun auch Kunden-Support anbieten kann, der über die Landesgrenzen hinausgeht.

Konkret heißt das im Falle von Notice E-Mail, daß notwendige Software-Installationen, sowie die notwendigen Kundenschulungen vor Ort, also auch im Ausland durchgeführt werden. Hierzu bedient sich Interpak der von Infonet bereitgestellten Infrastruktur. Diese hat der VAN-Betreiber in mehr als 20 Jahren seines Bestehens in über 35 Ländern geschaffen. Kundenunterstützung wird in der jeweiligen Landessprache geben.

Verschiedene Softwareversionen möglich

Für die Ausstattung des Kundenrechners bietet Interpak verschiedene Softwareversionen an. Auf PC-Basis besteht die Möglichkeit, mit Notice-PC-II zu arbeiten oder Notice-Desktop einzusetzen. Für den Einsatz in Netzwerken eignet sich die Softwareversion Notice-LAN. Durch Zusammenarbeit zwischen Infonet und dem Unternehmen Orion besteht auch die Möglichkeit, IBM-Mainframes softwaremäßig so auszustatten, daß diese mit in dem Verbund arbeiten können.

Das Hauptmenü bietet sechs Auswahlmöglichkeiten zum Senden und Empfangen. Ein integrierter Texteditor gestattet das Erstellen sowie Editieren von Nachrichten. Online -Verbindungen zum Notice-System werden nur aufgebaut, wenn der Nutzer alle seine gewünschten Aufträge erstellt hat und die Abarbeitung wünscht.

Ein spezielles Datensicherungsprotokoll garantiert eine einwandfreie Übertragung der Daten. Sollte eine Verbindung während der Übermittlung einmal unterbrochen werden, setzt Notice-PC-II seine Arbeit beim neuerlichen Aufbau der Verbindung genau an dem Punkt fort, an dem sie vorher unterbrochen wurde. Somit ist der Verlust von Daten ausgeschlossen. Natürlich stehen einem auch in dieser Version Möglichkeiten offen,

wie das Versenden an mehrere Adressaten oder an einen Verteiler, das Versenden von "Kopien" oder "Blindkopien" (CC und BCC) oder das Klassifizieren von Nachrichten (zum Beispiel dringend, registriert).

Als zwei weitere Module sind Notice-Desktop und Notice-LAN zu nennen. Die erstgenannte Softwareversion simuliert eine Desktop-Oberfläche, bei der die Korrespondenz in "Körben" (Baskets) bearbeitet wird. Acht solcher Baskets sind vorbelegt für das Senden und Empfangen. 16 weitere Fächer stehen dem Benutzer zur eigenen Bezeichnung frei. So können Nachrichten in und aus Baskets bewegt oder kopiert werden. Zu den bei der Notice-PC-II-Version bereits beschriebenen Features kommt in dieser Version noch ein Adreßbuch hierzu, das der Nutzer selbst erstellen kann. Notice-LAN ist auf die Nutzung von Notice mit an Novell-Netzwerken angeschalteten Rechnern zugeschnitten. Ein Computer innerhalb des Netzwerkes stellt dabei den Gateway-Rechner dar.

Erst durch Einführung der internationalen CCITT-Standards X.400 können die Nutzer der unterschiedlichsten E-Mail-Systeme nicht nur innerhalb ihrer eigenen Systeme, sondern auch untereinander kommunizieren. So sieht X.400 zum Beispiel vor, daß User von IBM-Profs auch Nutzer von DECs All-in-one erreichen können; und Nutzer der Telebox können mit IBMs Dissos-Anwendern kommunizieren.

Der ebenfalls angebotene Dienst Notice 400 erlaubt es, die verschiedensten privaten (PRMDs) und öffentlichen (ADMDs) Systeme miteinander zu verknüpfen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein System in Taiwan, in Schweden oder in der Bundesrepublik steht.

Bereits in neun Ländern EDI-Services

Die Anbindung der unterschiedlichsten Systeme kann nun, zentral gemanagt durch Interpak, international über das Infonet-Netzwerk erfolgen. Die weltweite Notice-400 -ADMD erlaubt die Zusammenarbeit der verschiedensten Systeme. Auch eine Firmenniederlassung, in der zur Zeit lediglich ein PC zur Verfügung steht, kann in dieses offene System mit einbezogen werden.

Hierzu wird der PC vor Ort mit einer X.400-fähigen Software (Notice-400-PC) ausgestattet, der diesen Mikro als "vollwertiges" Mitglied, als sogenannte PRMD (Private Management Domaine), innerhalb des weltweiten X.400-Verbundes ausweist. Um auch die Anwender des Notice-E-Mail-Systems in die X.400-Welt einzufahren, wurden Gateways geschaffen, so daß diese Nutzer zum Beispiel auch mit Profs-Anwendern kommunizieren können, die an Notice 400 angebunden sind.

Ferner erlaubt Notice 400 das Versenden von Mitteilungen an Telex- und Faxnutzer weltweit, gleichfalls bietet es alle anderen Basis-Features des Notice-E-Mail-Services. Die Verbindungsmöglichkeiten im Rahmen von Notice 400 sind in der Abbildung dargestellt.

Gemeinsam mit Service-Providern, zum Beispiel PostGEM (Irland), PTT Niederlande, bietet Interpak bereits in neun Ländern EDI-Services für den Austausch von standardisierten Geschäftsdokumenten an. In der Bundesrepublik ist man derzeit dabei, einen entsprechenden Service-Provider zu bestimmen, mit dem man gemeinsam EDI-Services zur Verfügung stellt. Die Kommunikationsplattform für den Dokumentenaustausch nach EDI bildet auch dabei das weltweit verfügbare Notice-System.

Außerhalb der regulären Bürozeiten besteht für den Kunden die Möglichkeit, das Infonet Support Center (ISC) zu kontaktieren, das rund um die Uhr besetzt ist. Im Infonet Network Control Center (NCC) hat das Personal einen ständigen, aktuellen Überblick über das gesamte, weltweite Netzwerk.