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13.01.1995

Zukuenftige PCI-Systeme ebenfalls Microsoft-kompatibel Apple will sich mit DOS-Karte den Windows-Markt erschliessen

MUENCHEN (CW) - Wermutstropfen fuer alle Apple-Fans, die Seitenspruenge zu Windows machen wollen: Die auf der Herbst-Comdex 1994 in Las Vegas von Apple vorgestellte "DOS Compatibility Card" garantiert zwar in eingeschraenkter Weise den fliegenden Wechsel zwischen zwei Architektur- und Betriebssystem-Plattformen. Bislang kann die DOS-Bruecke jedoch nur im leistungsschwaechsten Power- Macintosh-Rechner, dem Modell "6100", genutzt werden. Apple scheint aber gewillt, den lukrativen Markt fuer Windows-Anwendungen verstaerkt anzugehen.

Die DOS-Erweiterungskarte kann nicht in den leistungstaerkeren Power-Macs "7100" und "8100" eingesetzt werden. Grund hierfuer ist, dass der sogenannte Processor-Direct-Slot (PDS) bei diesen beiden Apple-Rechnern durch eine Grafikkarte belegt ist, die im Gegensatz zu dem zweiten, standardmaessig auf der Hauptplatine aufgebrachten Videoausgang eine erheblich hoehere Leistung aufweist.

Wie Apple mitteilt, waere es zwar prinzipiell moeglich, auch fuer die beiden Top-Power-Macs eine DOS-Bruecke zu bauen. Jedoch seien die hierbei zu ueberwindenden technischen Probleme alles andere als trivial. Insbesondere koenne dann die zusaetzliche Grafikkarte nicht mehr genutzt werden.

Windows in Zukunft auf allen Power-Macs

Dies wiederum sei jedoch fuer die Anwender der 7100- und 8100- Rechner ein Schluesselkriterium, nutzten sie doch haeufig aufwendige Grafik- und DTP-Programme. Nicht nur unterstuetzt der Video-Port auf der Hauptplatine nur Monitore bis zu einer Groesse von 16 Zoll. Auch ist etwa die erzielbare Farbtiefe wesentlich geringer als bei fuer den PDS-Sockel vorgesehenen Grafikkarten.

Viel interessanter scheint denn auch, was Apple in seinen Entwicklungslabors fuer die DOS-Gemeinde vorhaelt: Bekannt ist, dass noch dieses Jahr - die Rede ist vom Sommer - Power-Macs auf den Markt kommen, die mit dem aus der PC-Welt bekannten PCI-Bus ausgestattet sein werden. Auch fuer diese Systeme entwikkeln die Apfel-Ingenieure - so aeusserten Insider gegenueber der CW - bereits DOS-Kompatibilitaetskarten. Diese stuenden dann fuer die Rechner aller Leistungsklassen zur Verfuegung.

Da Apple die DOS-Karte zudem standardmaessig mit einer Soundblaster- kompatiblen Audiokarte vertreibt, steht Mac-Anwendern somit auch die multimediale Welt der Audio- und Video-Animationen unter DOS/Windows offen. Unter anderem diese Audiooption zeichnet Apples Hardwareloesung vor der softwarebasierten Variante von Insignia aus. Deren "Softwindows"-Produkt bietet keine Audiounterstuetzung. Die Software setzt zudem nur den Befehlssatz eines 286-Prozessors um, nicht jedoch den sogenannten Enhanced Mode von 386- und 486- Intel-CPUs und entsprechend auf diesen Instruktionensatz optimierte Anwendungen.

Der Preis fuer die in Deutschland bereits erhaeltliche DOS- Compatibility-Karte ohne zusaetzlichen Speicher betraegt rund 1100 Mark. Apple empfiehlt allerdings, mindestens 16 MB fuer einen DOS- "optimierten" Power-Mac einzuplanen.

Tests der COMPUTERWOCHE-Schwesterpublikation "Macwelt" - nachzulesen in Heft Nummer 1/1995 - haben gezeigt, dass die DOS Compatibility Card ohne Speicher "nur eingeschraenkt" genutzt werden kann. Mit zusaetzlichen 8 MB Speicher erzielte ein Power- Macintosh 6100 allerdings vergleichbare Leistungen wie ein PC von Vobis, der ebenfalls mit einer 486DX2-CPU mit 66 Megahertz Taktrate rechnete. Ab sofort bietet Apple die Karte auch im Buendel mit einem Power-Macintosh-Rechner "6100" an: Dann kostet die Karte sogar nur rund 500 Mark - inklusive DOS 6.22 und Windows 3.11.