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22.11.1996 - 

Erste Analysten raten zum Ausstieg bei 35 Mark

Zukunft der T-Aktie bleibt auch nach dem Börsenstart ungewiß

Telekom-Finanzchef Joachim Kröske äußerte sich nach Agenturangaben sehr zufrieden über die erste Börsennotiz des Unternehmens in Deutschland. Bei Umsätzen von deutlich über 30 Millionen Stück (Käufe und Verkäufe von Anteilen) erreichte die T-Aktie während der Handelszeit an der Frankfurter Wertpapierbörse kurzzeitig sogar einen Kurs von 34 Mark, verlor dann allerdings wieder an Terrain. Der Schlußkurs in Frankfurt lag bei 33,90 Mark, im nachbörslichen Ibis-Handel bei 32,58 Mark.

Telekom-Vorstandsvorsitzender Ron Sommer stellte den Anteilseignern anläßlich der Neuemission in Frankfurt erneut attraktive Dividenden für die Zukunft in Aussicht. Zu den wichtigsten Zielen des Unternehmens zählten die Steigerung der Ertragskraft und der Abbau der Verbindlichkeiten von rund 100 Milliarden Mark, hieß es.

Ob das erreichbar ist, wird aber von vielen Experten nach wie vor in Frage gestellt. Während mit Sommer der nahezu komplette Telekom-Vorstand zur Börseneinführung der T-Aktie nach New York und Tokio abflog (an der Wall Street eröffnete die Notierung der T-Aktie mit 22 Dollar), übten sich einige Analysten hierzulande bereits in konkreten Ausstiegsempfehlungen und rieten zu einem Verkauf der T-Aktie, wenn sie über 35 Mark steige.

Den Tag nicht vor dem Abend loben

Der Tenor der warnenden Stimmen ist seit Wochen bekannt: Der Ausgabepreis des Papiers von 28,50 Mark ist im Vergleich zu anderen Aktien internationaler Telecom-Unternehmen zu teuer - insbesondere weil die Zukunft des Bonner Carriers mit zu vielen Unwagbarkeiten belastet ist. Dazu zählen die schon erwähnten immens hohen Verbindlichkeiten, der zu große Personalbestand respektive die zu geringe Produktivität pro Mitarbeiter sowie eine Reihe von Fragezeichen hinsichtlich der künftigen Einnahmensituation, falls - was zu erwarten ist - die privaten Wettbewerber ab 1998 verstärkt an der Preisschraube drehen (siehe CW Nr. 46 vom 15. November 1996, Seite 53: "Börsengang der Telekom löst starke Nachfrage aus").

Unterdessen hat der Bundesverband der privaten Kapitalanleger nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" der Telekom erneut eine katastrophale Informationspolitik vorgeworfen und vor einem baldigen Kurseinbruch gewarnt. Verbandssprecher Heinz Gerlach hielt den Mannen um Telekom-Chef Ron Sommer vor, den fälschlichen Eindruck verbreitet zu haben, die T-Aktie sei eine risikofreie Form der Geldanlage. Der Kurs der Aktie wird nach Einschätzung Gerlachs zwar zunächst nach oben gehen, könnte aber aufgrund der bekannten Risiken im weltweiten Telecom-Geschäft schon bald "massiv abstürzen".