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09.06.1995

Zukunft fuer PPS-System in Frage gestellt Copics-Anwender und Ex-IBMer suchen Wege aus der Sackgasse

MUENCHEN (ue) - Big Blues ehemaliges PPS-System "Copics" wird von seinem jetzigen Besitzer, der IBM-Tochter CGI, schon seit geraumer Zeit nicht mehr weiterentwickelt. Betroffen sind vor allem Anwender, fuer die eine kurzfristige Abloesung des Mainframe-Relikts keine Alternative ist. Um die dringendsten Probleme in den Griff zu bekommen, hat sich nun in Ulm eine Usergroup formiert - initiiert von ehemaligen und inzwischen ueberwiegend pensionierten IBM-Mitarbeitern.

Copics ist zwar tot, aber die meisten werden noch ein paar Jahre mit dem System zur Produktionsplanung und -steuerung leben muessen. Dieses Fazit beschreibt die Stimmung der 20 Anwender, die Ende Mai an der Gruendungsversammlung der Copics-User-Group in Ulm teilgenommen haben. Mehr als 70 Unternehmen arbeiten derzeit noch mit einer Copics-Loesung oder einigen Komponenten daraus. Zu den Problemen, die ihnen besonders unter den Naegeln brennen, gehoeren der Datumswechsel im Hinblick auf das Jahr 2000, die Migration von der hierarchischen DL/1- auf eine relationale SQL-Datenbank sowie der Uebergang von den alten, in weiten Bereichen angepassten Cobol- 1-Systemen auf Cobol 2. Unterstuetzung kommt von zwoelf auf Copics spezialisierten IBM-Veteranen, die ihren zum Teil vorzeitigen Ruhestand dem Verkauf von Copics an CGI zu verdanken haben.

Konvertierungs-Tools fuer die dringendsten Probleme

Diese Experten sind damit beschaeftigt, gemeinsam mit einzelnen Anwendern Konvertierungs-Tools in Sachen Datumswechsel, Datenbanken und Cobol zu entwerfen, die bei entsprechendem Interesse kuenftig auch der Usergroup zur Verfuegung stehen sollen. Auf diese Weise liessen sich die enstandenen Entwicklungskosten besser verteilen. Zur Copics-Crew gehoert beispielsweise Wolfgang Aldinger, der auf der Gruendungsveranstaltung unter dem Motto "Copics 2000" einfache Umstellungsprogramme praesentierte, mit denen sich kurzfristige Loesungen erzielen lassen.

Dass Copics zum Ausgangspunkt fuer individuelle Weiterentwicklungen wiederbelebt werden kann, zeigte auf der Ulmer Veranstaltung das Beispiel der Homag GmbH (Hornberger Maschinenbaugesellschaft), weltweit aktiver Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen. Dort wurde im Rahmen eines dreijaehrigen Projekts ein mandantenfaehiges PPS-System auf Copics-Basis entwikkelt, das mit relationaler Architektur inzwischen auch auf verschiedenen Plattformen (Mainframe, Unix und PC) innerhalb der Unternehmensgruppe eingesetzt wird.

Fuer viele der Copics-Anwender duerfte dies noch Zukunftsmusik sein. Vor dem naechsten Treffen der Usergroup sollen deshalb laut Uwe Pagel von der Wilken GmbH, die mit der Organisation der ersten Veranstaltung betraut war, erst einmal die Anforderungen der einzelnen Anwender gesammelt werden, um eventuell gemeinsame Loesungswege zu finden. Daneben will die Usergroup Gespraeche ueber Strategien fuer die "Zeit nach Copics" weiterfuehren. Als Orientierungshilfe erwaegt man deshalb, Anbieter von Standardloesungen zu einem Produktvergleich einzuladen.