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26.02.1988 - 

Areté wechselt Hardwarebasis - und den Namen:

Zukunfts-Unix bringt Bewegung in die Szene

ESCHBORN (ch) - Auf die Sparc-Architektur von Sun Microsystems und damit auch auf die von AT&T und Sun angestrebte überarbeitete Unix-Version V.4 will nun auch der amerikanische Supermini-Hersteller Arix (vormals Areté) setzen. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im Unix-Lager.

Nach Ansicht von Arix-Chef Gene Manno wird nämlich die von AT&T für 1990 in Aussicht gestellte Unix-Version V.4 für die Sparc-Architektur optimiert sein. Genau das aber befürchten eine Reihe von Sun-Konkurrenten in den USA, darunter Digital Equipment, Hewlett-Packard und Apollo Computer. Diese - nach dem Ort ihres Treffens benannte - "Hamilton Group" fühlt sich durch die Auswahl einer spezifischen Architektur für die künftige Unix-Version seitens AT&T benachteiligt. Schon der Umstand, daß Sun als Urheber des Sparc über einen informationellen wie zeitlichen Vorsprung verfüge, gewähre diesem Unternehmen einen Marktvorteil. Gegenwärtig erwägt die Gruppe, juristisch gegen den Unix-Lizenzgeber vorzugehen. Unterdessen werden allerdings weder AT&T noch Sun Microsystems müde, die Offenheit ihrer Software- und Hardwarebasis zu betonen.

Die DV-Welt der Zukunft wird nach Mannos Auffassung dreigeteilt sein (siehe Grafik). Er unterscheidet zwischen den miteinander im Wettbewerb stehende Gruppen von DEC und Apple als Verfechter firmenspezifischer Lösungen auf der einen Seite und den Anbietern offener Systeme andererseits.

Über all dem nimmt IBM gleichsam eine Zwitterposition ein, denn Big Blue halte sich zwar nicht an offene und anerkannte Standards, produziere jedoch aufgrund seiner Marktposition eben De-facto-Standards, so der Manager.

Zum Lager der offenen Systeme - dem natürlich die Zukunft gehören soll - zählt er neben seinem eigenen Unternehmen und den ihm freundlich gegenüberstehenden Lizenzgebern Sun und AT&T auch

das Gros der europäischen Hersteller.

Mit dem Schwenk zu Sparc verläßt Arix hinsichtlich der verwendeten CPUs die bisher gepflegte Motorola-Linie. Das Unternehmen beliefert Nixdorf und Unisys als OEM-Kunden. Außerdem vertreibt es seine Maschinen in Deutschland Über das Systemhaus Xtec.

Wachstumspfad für 68XXX-Anwender bisher unklar

Nach Ansicht von Manno ist ein Wachstumspfad für 68xxx-Anwender derzeit nicht in Sicht; die lose Kooperation zwischen Motorola und dem US-Produzenten Edge Computers wertet er als Hinweis auf ein Ende des Systemausbaus durch Motorola. Die Maschinen von Edge Computers sind zur Motorola-Familie Objektcode-kompatibel, rangieren aber in einem höheren Leistungsbereich. Motorola versichert allerdings, die Prozessorfamilie sei noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt: Während derzeit der 68040 in den Labors zur Serienreife herangezüchtet werde, denke man bereits über einen nochmals leistungsgesteigerten 68050 nach.

Bei Arix soll jedenfalls auf der neuen Hardwarebasis in absehbarer Zeit eine Rechnerfamilie entstehen, die sowohl hinsichtlich ihrer Funktionalität als auch ihrer Zielanwendungen gegen IBMs Silverlake und DECs Superminis positioniert sein wird. Zu erwarten ist eine Multiprozessormaschine im Bereich von 100 Mips mit Anschlußmöglichkeiten für 700 Bildschirme.