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26.07.1996 - 

Ifo-Marktforschung deutet auf solides Wachstum hin

Zukunftsängste in der Dienstleistungsbranche

Im April dieses Jahres befragte das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., München, deutsche Serviceanbieter. Dabei zeigte sich, daß die Dienstleister vorerst nicht mit einer weiteren Verbesserung ihres Geschäfts rechnen. Allerdings schient das auch kaum nötig, denn das erste Quartal 1996 konnte sich sehen lassen: Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen, die Beschäftigung nahm um knapp drei Prozent zu - dabei wurde vor allem in Ostdeutschland eingestellt. Mehr als zwei Drittel der Befragten wollen bis zum Jahresende weiteres Personal verpflichten. Dabei sind vor allem Vollzeitkräfte gefragt. Da die Ifo-Umfrage rund 70 Prozent des gesamten DV-Beratungsmarktes einschließt, darf man also Impulse für den Arbeitsmarkt erwarten.

Ein Fünftel der Unternehmen klagt sogar über einen Mangel an qualifiziertem Personal. Je größer der Dienstleister, desto schwerer findet er offenbar geeignete Mitarbeiter. Eine Sondererhebung der Ifo ergab: Fast jeder vierte DV-Serviceanbieter beurteilte die Verfügbarkeit von Fachkräften als "eher mangelhaft".

Trotz dieses Wermutstropfens ist die Lage in der Beratungsbranche entspannt. Im Detail ergab die Untersuchung, daß mehr als zwei Fünftel der Unternehmen ihre Geschäftsumstände als "sehr gut" beurteilen. Immerhin die Hälfte sprach von einer "befriedigenden" Situation, und nur sechs Prozent empfanden ihre Lage grundsätzlich als "schlecht". Die Umsätze des Vorjahres sind von nahezu 50 Prozent der befragten Firmen übertroffen worden, und die Auftragslage wird in den meisten Fällen als positiv beurteilt.

Dennoch blicken die Service-Companies skeptischer auf die kommenden sechs Monate als ein Jahr zuvor. Damals war noch jedes zweite Unternehmen von einer günstigeren Geschäftsentwicklung ausgegangen zu Beginn dieses Jahres mochte nicht einmal mehr jeder dritte Serviceanbieter an einen Aufschwung in den kommenden Monaten glauben.

Besser beurteilen die Dienstleister dagegen ihre längerfristigen Perspektiven: Fast 90 Prozent planen eine Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeiten in den nächsten drei bis fünf Jahren. Die meisten wollen deshalb hierzulande expandieren. Nahezu jedes dritte Unternehmen strebt jedoch auch auf anderen Märkten der Europäischen Union Wachstum an, und nicht ganz ein Fünftel erwägt sogar, die Geschäftsaktivitäten über die EU-Grenzen hinaus auszudehen.

DV-Services in Deutschland beziehen sich laut Ifo zu 60 Prozent auf die Entwicklung von Standard-, Anwendungs- und Systemsoftware sowie auf Beratung unterschiedlicher Art. Jeweils zehn Prozent ihres Umsatzes machten die Firmen mit Wartung und Ausbildung. Ausgesprochen gering waren die Einnahmen, die mit sogenannten Environmental Services erzielt wurden. Darun-ter verstehen die Ifo-Analysten Dienstleistungen, die Kunden zur Unterstützung ihres DV-Bereichs einkaufen - zum Beispiel Kundensupport bei Betrieb und Produktion, Software-Installation, Umzug und Installation von DV- Equipment etc.

Die Marktforscher haben auch ermittelt, welche Dienstleister auf welchen Fachgebieten am meisten Investitionsbereitschaft zeigen. Danach wollen Firmen mit einer Umsatzgrößenordnung von 20 bis 50 Millionen Mark am meisten investieren. Vor allem in System- und Netzwerk-Operations (einschließlich Facilities-Management und Outsourcing) fließt Kapital - hier will ein Viertel der Befragten das Engagement erhöhen. Leicht über dem Durchschnitt dürften auch die Ausgaben für Consulting und Projektservices liegen.

Sowohl der Consulting- und Projektbereich als auch das Outsourcing-Geschäft werden weiterhin als günstig beurteilt. Die Nachfrage zog gegenüber dem Vorjahr an - wenn auch in abgeschwächtem Ausmaß. Optimistischer als die Consultants und Projektspezialisten sind die Outsourcer, die das erste Quartal 1996 positiver beurteilen als den vergleichbaren Vorjahreszeitraum und einen leichten Auftragszuwachs registrierten.