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07.03.2005

Zukunftssichere Netze planen

MPLS verspricht flexiblere und günstigere Corporate Networks.

Echtzeitverfolgung von Warenflüssen bei Kühne & Nagel, terminalbasierende Anwendungen in den lokalen Megastores von Virgin, Zentralisierung der IT, geplante VoIP-Migrationen - die Anforderungen an unternehmensweite Weitverkehrsnetze (WANs), mit denen CIOs konfrontiert werden, wachsen ständig. Ferner erfordert die zunehmende Globalisierung eine flexiblere Netzstruktur, wenn etwa wie bei Siemens von 400 000 Mitarbeitern statt ursprünglich 70 Prozent nur noch 30 Prozent in Deutschland arbeiten und sich damit das Verkehrsaufkommen zwischen den Standorten verschiebt.

Alles Herausforderungen, die sich sowohl technisch als auch organisatorisch mit den heute noch häufig eingesetzten Weitverkehrsnetzen kaum in den Griff bekommen lassen. Die häufig in globalen Netzen noch anzutreffenden Techniken wie X.25, X.28, Modem- und ISDN-Dialup-Verbindungen entsprechen nämlich nicht den Anforderungen einer Welt der All-IP-Netze. Selbst ATM, vor einigen Jahren noch als Zukunftstechnologie gefeiert, sehen Analysten nicht mehr als State of the Art.

Aufgrund seiner sehr kleinen Zellengrößen wird ATM nicht der Charakteristik heutiger IP-Netze mit größeren Datenpaketen gerecht. Zudem sind diese kleinen ATM-Zellen (48 Bytes) - ursprünglich entwickelt, um in Weitverkehrsnetzen die Verzögerungen bei der Sprachübertragung zu reduzieren - heute in den seit 2001 reichlich vorhandenen Glasfaser-Backbones mit Bandbreiten im Gigabit-Bereich nicht mehr erforderlich. Selbst lange Ethernet-Frames mit 1500 Bytes lassen sich als ein Paket transportieren und müssen nicht mehr in 48 Byte große Teile aufgesplittet werden. Dies verringert den Verarbeitungs-Overhead beim Transport der Daten deutlich. Technisch ermöglicht dies das Multiprotocol Label Switching (MPLS).

Durchgängige Serviceklassen

Sieht man von diesen technischen Feinheiten einmal ab, spricht für MPLS die Option, Serviceklassen für die jeweiligen Anwendungen definieren zu können: Auf ein- und derselben Infrastruktur können so etwa echtzeitorientierte SAP-Daten oder VoIP transportiert werden. In der Theorie klingt das gut, doch in der Praxis scheitert es in globalen Corporate Networks häufig daran, dass die klassischen Carrier ihre Serviceklassen unterschiedlich definieren. Damit kann in einem globalen Netzverbund keine durchgängige Quality of Service garantiert werden. Eine Schwachstelle, die das britische Unternehmen Vanco erkannt hat. Als Virtual Network Operator (VNO) schaltet es die Netze unterschiedlicher Carrier zu einem virtuellen Netz zusammen und offeriert so durchgängige Serviceklassen. Willkommener Nebeneffekt dabei: Der Anwender hat nur noch einen Provider als Ansprechpartner in Sachen Netz-Management.

Das Vanco-Konzept überzeugte beispielsweise Thomas Engel, CIO beim weltweit tätigen Logistikunternehmen Kühne & Nagel International AG. Ursprünglich musste der CIO, dessen Unternehmen mehr als 600 Standorte in 96 Ländern hat, ein Corporate Network managen, das aus Teilnetzen von mehr als 80 Providern bestand. Eine Infrastruktur, die nicht nur unter Management-Aspekten nicht mehr zeitgemäß erschien, sondern auch unter Sicherheitsaspekten. "Wie sollte die Zentrale sicherstellen, dass in allen remoten Standorten etwa die Firewalls aktiv sind?", gibt Engel zu bedenken.

Flexibler bei gleichen Kosten

Erschwerend kam hinzu, dass immer mehr Kunden von Kühne & Nagel ein Tracing und Tracking ihrer Warenflüsse in Echtzeit erwarteten. "Mit dem Managed IP-Netz, also MPLS, sind wir nun in der Lage, flexibel auf diese Kundenbedürfnisse zu reagieren", erklärt CIO Engel. Das war für den IT-Manager Hauptgrund zu wechseln - nicht die Kosten, da er sein Netz bereits vorher sehr preisgünstig betrieb und mit dem Wechsel zu Vanco lediglich fünf Prozent der Kommunikationskosten spart. "Letztlich erhalten wir mehr Bandbreite und Service für das gleiche Geld und sind dabei flexibler", so der CIO. Andere Erfahrungen machte dagegen Tony Johnson, CIO bei der Kette Virgin Megastores in Großbritannien, die 170 Zweigstellen unterhält. Mit einer historisch anders gewachsenen Infrastruktur konnte er durch den Wechsel seine Kosten um 30 Prozent pro Jahr reduzieren. (hi)