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24.04.1981

Zum CW-Bericht "Gefüllte Datenpakete für dramatische RZ-Wirklichkeit": Bifoa-Seminar war kein Datex-P-Festival

Das Bifoa führte mit erheblichem Aufwand in den Jahren 1979 und 1980 drei aufeinander abgestimmte empirische Erhebungen über die Situation der Service-Rechenzentren (SRZ) durch. Die Ergebnisse dieser Erhebungen sind als Bifoa-

Arbeitspapiere beziehungsweise als Bifoa-Forschungsberichte, Wison-Verlag Köln, veröffentlicht worden. Dies ist mit Abstand das aktuellste und detaillierteste Material, das zur Zeit in Deutschland über die SRZ-Branche zu erhalten ist. Die Ergebnisse dieser Erhebungen spiegeln zweifelsohne sehr genau die schwierige Situation der SRZ wieder. Aussagen über die schwierige Situation der SRZ wurden laut Bericht der CW vermißt. Sie waren im Gegenteil bereits dem größten Teil der Zuhörer bekannt.

Ein zweiter Schwerpunkt des Sedis-Projektes war die Durchführung von insgesamt sechs branchenbezogenen Fallstudien zur Wirtschaftlichkeit der Datenverarbeitung außer Haus, über die eine Buchveröffentlichung in Vorbereitung ist. Auch anhand dieser Fallstudien wurde die schwierige Konkurrenzsituation der SRZ verdeutlicht. Der Berichterstatter der CW war zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr anwesend.

Datex-P kein Allheilmittel

Es wurden nicht nur Ergebnisse des Projektes Sedis präsentiert, sondern auch von namhaften Insidern der SRZ-Branche eine Vielzahl von detaillierten Empfehlungen gegeben, sowie in der Praxis bereits eingeführte Konzepte vorgestellt und diskutiert. Unrichtig ist, daß das Seminar "nämlich auch so etwas werden sollte wie ein Datex-P-Festival". Sowohl die Durchführung des Projektes Sedis als auch die Durchführung des Fachseminars erfolgte in engster Abstimmung und guter Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Rechenzentren (VDRZ) und arrivierten Experten aus der SRZ-Branche, die stets mithalfen eine Ausgewogenheit und den Praxisbezug der im Projekt Sedis betrachteten Schwerpunkte zu garantieren. So waren Datex-P nur zwei von insgesamt 13 Vorträgen gewidmet.

Darüber hinaus ist das in dem CW-Bericht propagierte bewundernswerte Maß an Professionalität in der SRZ-Branche nach Aussagen und Erfahrungen von Kennern der Branche gerade bei kleinen und mittleren SRZ nicht beziehungsweise nur ansatzweise vorhanden. Dies war ja auch das zentrale Motiv für die Durchführung des Bifoa-Fachseminars, auf dem engagierte Vorreiter in der SRZ-Branche das Spektrum neuer Möglichkeiten zur Überwindung dieser Probleme aufzeigen wollten. Sehr deutlich kam in diesem Zusammenhang zum Ausdruck, daß Datex-P nicht als Allheilmittel zur Überwindung dieser Probleme angesehen werden kann.

Nach unseren Rücksprachen mit Referenten und Seminarteilnehmern ergab sich eine äußerst positive Beurteilung des Seminars. Die bei uns eintreffenden Anfragen bezüglich bereits veröffentlichter und angekündigter Sedis-Projektberichte bestätigen diesen Eindruck.

In der Vergangenheit sind zahlreiche widersprüchliche und oft auch unverständliche Ausführungen zu der Wirtschaftlichkeit von Datex-P-Anwendungen gemacht worden. Auch die Ausführungen in dem CW-Bericht tragen in keiner Weise dazu bei, die Transparenz für Anwender auf dem Gebiet der Datenübertragungsgebühren zu erhöhen.

Die zusammenfassenden Ausführungen zu den Kosten von Datex-P-Anwendungen sind nämlich schlichtweg unrichtig:

þDie dargestellten Anwendungsbeispiele zu den Gebühren von Datex-P wurden keineswegs zielgerichtet ausgesucht, sondern sind im Gegenteil Anwendungen, wie sie tagtäglich von einer Vielzahl von SRZ praktiziert werden.

þErkenntnisse über die Kosten von Datex-P-Anwendungen lassen sich auch heute schon nicht nur "unter Vorbehalt" zusammenfassen, sondern sind, wenn man sich die Mühe macht, nicht nur die Gebührenmodelle der Post, sondern auch klar abgegrenzte Anwendungsprofile genau zu betrachten, durchaus konkret. Zu pauschal und undifferenziert ist die Aussage in dem CW-Bericht, daß bei großen Entfernungen Datex-P um so wirtschaftlicher wird, je geringer daß Datenübertragungsvolumen wird.

Kostenbeispiele

So läßt sich zum Beispiel anhand eines einfachen Rechenbeispiels nachweisen, daß

- bei Stapelübertragung

- mit einer Leitungsgeschwindigkeit von 9600 bps mit zunehmendem Datenvolumen und zunehmender Entfernung Datex-P jeweils das kostengünstigste Datenübertragungsverfahren ist.

Bei einem hohen monatlich zu übertragenden Datenvolumen von 200 Millionen Zeichen bei einer Leitungsgeschwindigkeit von 9600 bps (= zirka 70 Stunden Übertragungszeit/Monat) ist Datex-P zum Tagtarif ab etwa 180 Kilometer Entfernung das billigste Transportverfahren, zum Nachttarif II bereits ab 27 Kilometer.

Bei einem monatlich zu übertragenden Datenvolumen von nur 10 Millionen Zeichen und einer Leitungsgeschwindigkeit von 9600 bps bleibt Datex-L etwa ab 3 Kilometer zum Tagtarif das billigste Transportmedium, bei Nachttarif II etwa schon ab 2 Kilometer.

Daher ist auch das Resümee zu unspezifisch, Datex-P sei auf lange Entfernungen für Dialogverkehr mit sporadischem Aufkommen wirtschaftlich. Auch dieser Problembereich ist viel zu komplex, als daß er sich in zwei Zeilen zusammenfassen ließe.

*Dipl.-Kfm. Joachim Kanngiesser und Dipl.-Kfm. Bernhard Langen sind wissentschaftliche Mitarbeiter des Projekts Sedis.

Nebendarstellung

"An manchen Stellen ergänzungsbedürftig" sei der Bericht des CW-Korrespondenten Professor Thomas H. Adenauer über das kürzlich vom Stapel gelaufene Bifoa-Fachseminar mit dem Titel "Empfehlungen über die Unternehmensplanung in Service-Rechenzentren." Das meinen die Verfasser der nebenstehenden "Nebendarstellung" zu dem Betrag aus der Nummer 12, Seite 18, mit dem Titel "Gefüllte Datenpakete für dramatische RZ-Wirklichkeit". Wer in die Kontroverse, die sich seit einiger Zeit in der CW zum Dauerbrenner-Thema "Papa" (Paketvermittlungs-Pilotprojekt) entwickelt hat, noch einsteigen will, sollte - um nur die CW-Artikel aus letzter Zeit zu nennen - auch lesen: "Papa-Pilot ernüchtert: Flop ja - Geld nein" (CW 11, Seite 27) und den Gastkommentar in CW 15, Seite 6: "Sedis-Studie - Pro und Kontra DV außer Haus", ebenfalls von den Autoren Joachim Kanngießer und Bernhard

Langen (beide beim Bifoa).