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07.01.1977 - 

Kein Anspruch auf Vollintegration

Zum obenstehenden Bericht sprach die CW-Redaktion mit Direktor Wolfgang Werner, EDV/Org.-Leiter der Maizena GmbH,

. . . künftig auch andere Maizena-Unternehmensbereiche mit MDT-Anlagen

CW: Die gegenwärtige Diskussion über "Distributed Processing" enthält neben der reinen Sachargumentation auch viele psychologische, gelegentlich gar ideologische Elemente. Was hat Sie veranlaßt, neben einer 370/155 eine Nixdorf 8870 einzusetzen?

Werner: Wir haben in diese Debatte nie vom Grundsätzlichen her eingegriffen im Sinne von "Was ist besser", sondern immer nur nach angemessenen Lösungen für einen bestimmten Zweck gesucht.

CW: Welche Kriterien waren demnach für Ihre Lösung entscheidend?

Werner: Da unsere Auffassung von funktionsfähigen Systemen niemals dem Anspruch auf Vollintegration aller zusammenwirkenden Unternehmensteile gefolgt ist, waren - neben gewissen konzeptionell ausgelegten langfristigen Gesamtüberlegungen - begrenzte Problemlösungen Gegenstand unserer konkreten Organisationsarbeit. Das heißt - hinsichtlich der Datenstruktur und der Dateien - die Frage stellen, ob eine Realtime Beziehung zur zentralen Datenbank oder zu Dateien anderer Subsysteme erforderlich ist oder nicht.

CW: Können Sie den Begriff Realtime-Beziehung konkretisieren?

Werner: Wir brauchen beim heutigen Stand der Kommunikationstechnik nicht mehr fragen, ob ein Rechner-Rechner-Verkehr - zwischen möglicherweise sogar unterschiedlichen Hardware-Herstellern - möglich ist. Ich meine aber, daß man es sich bei einem Realtime-Online-Dialog zwischen dezentralen Dateien und einer zentralen Datenbank oder zwischen dezentralen Dateien verschiedener Subsysterne genau überlegen muß, ob man das nicht besser innerhalb einer Hardware-Systemfamilie abdecken kann - unter Umständen sogar muß. In unserem Fall war eine solche Realtime-Beziehung nicht gegeben. Deshalb konnten wir uns auch autonome Rechnersysteme anderer Hersteller ansehen.

CW: Sie hätten doch aber auch eine Hardware-Erweiterung beim Großrechner vornehmen können?

Werner: Das haben wir genau durchgerechnet: Das Ergebnis war bei der gegebenen Konstellation eindeutig gegen die Großrechnerlösung. Außerdem reagierte der betroffene Fachbereich "Produktion" empfindlich auf mögliche Ausfälle und Abhängigkeiten vom Großrechner. Wir haben uns diesem Risiko-Aspekt nicht verschließen können und auch aus diesem Grund für Dezentralisation im Sinne eines autonomen Rechner-Systems plädiert.