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12.07.1991 - 

Sequent will weg von OEMs - Low-end-Konkurrenz für Convex

Zunehmender Wettbewerb im Markt für Minisuper-Rechner

MÜNCHEN (CW) - Keine gute Zeit haben gegenwärtig die Superrechner- beziehungsweise Minisuper-Rechnerhersteller Sequent Computer Systems Inc. und Convex Computer Corp. Beide Unternehmen kündigten vorab an, ihre zweiten Geschäftsquartale 1991 würden nicht den Erwartungen entsprechen. Verluste stehen ins Haus.

Sequent befürchtet nach einem Bericht des "Wall Street Journal", die Verluste des ersten Quartals 1991 (sieben Millionen Dollar) würden im zweiten deutlich steigen. Ein einmaliger Auf wand für Restrukturierungen, so Sequent, wird zu einem operativen Verlust von zirka fünf Millionen Dollar hinzuaddiert werden müssen, schätzen Analysten.

Der Umsatz im Berichtszeitraum habe wahrscheinlich mit 49 bis 51 Millionen Dollar knapp höher gelegen als im ersten Quartal, jedoch deutlich unter dem Volumen des Vergleichszeitraumes vom Vorjahr (58 Millionen).

Der Hersteller kündigte an, sich von einer Vertriebsorganisation zu trennen, die einst ein Drittel des Umsatzes generiert hatte. Die OEM-Verkäufe seien um die Hälfte im Quartal gesunken, wofür vor allem die finanziellen Probleme des größten Kunden, der Unisys Corp., ursächlich seien. Sequent hat jetzt kein Interesse mehr an einer Ausweitung des indirekten Vertriebs, kündigte jedoch an, bestehende Verträge, so auch mit der Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI), zu erfüllen. Der OEM-Anteil am Umsatz von Sequent sei zwischen 1989 und 1991 von zirka 50 auf nur noch 13 Prozent -Tendenz weiter fallend - zurückgegangen.

Der Umsatz im Direktgeschäft hat nach Darstellung von Sequent-Präsident Scott Gibson dagegen um 20 Prozent zugenommen. Hier liegt nach eigenem Bekunden die Zukunft des Unternehmens.

Gehälter müssen eingefroren werden

Vom "Wall Street Journal" befragte US-Analysten halten das für eine gute Idee. In einer Ankündigung des Unternehmens heißt es schließlich, sieben bis neun Prozent aller Mitarbeiter weltweit würden gehen müssen, das Niveau der Gehälter müßte eingefroren und der Kapitalerwerb streng begrenzt werden.

Die Convex Computer Corp., Dallas, hatte im ersten Quartal 1991 ihren Nettoprofit noch auf vier Millionen Dollar halten können, wäre jetzt aber mit dem Erreichen des Break-even-point bereits hochzufrieden. Der zweite Quartalsbericht könnte jedoch auch einen leichten Verlust ausweisen, heißt es in einer Mitteilung des Minisuper-Marktführers.

Annähernd waagerecht verlief offenbar auch die Umsatzkurve, jedenfalls erwartet der Hersteller bestenfalls das gleiche Geschäftsvolumen wie im ersten Quartal; ein Sprecher wollte jedoch auch einen Rückgang nicht ausschließen.

Anfang Mai hatte man mit der C3400 ein neues Produkt im mittleren Leistungsbereich vorgestellt, von dem laut "Wall Street Journal" bisher zwei Einheiten ausgeliefert wurden. Im September soll die High-end-Maschine C3800 marktreif sein. Dennoch führt Convex neben allgemeiner Marktschwäche auch die verschärfte Konkurrenz und offenbar zu weit gegangenes Vertrauen in die eigenen Alleinstellungs-Merkmale im unteren Leistungsspektrum als Gründe der enttäuschenden Geschäftsentwicklung an.

Inzwischen muß sich der einstige Minisuper-Monopolist nämlich mit der Konkurrenz von Cray Research Inc., die preisgünstige Superrechner mit vergleichsweise niedriger Leistung anbietet, von Herstellern hochleistungsfähiger Workstations und den Anbietern massivparalleler Systeme auseinandersetzen.