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02.11.1984 - 

Nicht nur Fingerfertigkeit bringt's:

Zur Terminalarbeit gehört Systemkenntnis

BAD HOMBURG - "Unser Terminal ist so benutzerfreundlich, daß es keiner Schulung bedarf"- dieses Vertriebsmotto wandelte sich zur Antithese, seit selbst führende Hersteller ihre Terminal-User trainieren. Steigendes Interesse an einer soliden Ausbildung an der Datenendstation konstatiert Walter Föhr, Verkaufsleiter der Keyboard Training GmbH in Bad Homburg. Als Ziel des Verfahrens gelten Systembeherrschung und Handling, Grundlage dafür ist ein flexibel strukturiertes, individuelles Trainingskonzept.

Der Trend zum Training am Terminal hat seine Ursachen darin, daß die rudimentäre Phase der Terminalisierung, in der es vor allem galt, Produktivitätszuwachs technisch zu installieren und die unmittelbar damit verbundenen Probleme zu lösen, beendet ist. Jetzt geht es darum, diesen Zuwachs möglichst vollständig abzurufen.

Weiterhin stellen leidvolle Erfahrungen maßgeblicher Organisations- und Datenverarbeitungsleiter beim Soll/Ist-Vergleich nach Systemeinführung warnende Beispiele dar. Sie veranlassen Einsteiger, vorsichtiger zu planen und flankierende Maßnahmen zu überdenken. Eine wesentliche dieser Maßnahmen heißt Training.

Trainingserfolge drücken sich zudem in einem verbesserten Arbeitsergebnis aus. Diese Erfahrung steht mittlerweile einer erheblichen Anzahl von Entscheidungsträgern zur Verfügung und wird von diesen auch weitergegeben. Bei Systemmodifikationen oder Umstellungen, aber auch bei Mitarbeiterfluktuation neigen zufriedene Trainings-Kunden dann dazu, ihre guten Erfahrungen durch ein erneutes Terminal-Training zu wiederholen.

Die Manpower des hausinternen Trainer-Teams reicht häufig zur Durchführung des Terminal-Trainings nicht aus. Diesen Anlässen für ein Terminal-Training liegt eine gemeinsame Erkenntnis zugrunde: Die Bereitstellung eines Produktivitätsvorteiles in Form von Hard- und Software macht wenig Sinn, wenn der Anwender die gebotenen Chancen nicht nutzt.

Die betriebswirtschaftliche Anforderung an das Training lautet daher: die bereitgestellten technischen Produktivitätsvorteile im vollem Umfang nutzen.

Daß der Anwender persönliche Anforderungen an ein Training knüpft, wie etwa leichter, gesünder oder weniger arbeiten, mehr wissen und können, wird oft übersehen.

Diese Anforderungskriterien zu berücksichtigen, ist von entscheidender Bedeutung. Nur wenn es gelingt, eine Arbeitsmethode zu vermitteln, die Vorteile für den betroffenen Mitarbeiter und das Unternehmen bietet, ist das Trainingsziel erreicht.

Um sicherzustellen, ob der Lernstoff praxisrelevant ist und nach Ende des Trainings nutzbringend in die Praxis umgesetzt werden kann, muß der konkrete Trainingsbedarf vor Beginn ermittelt werden. Die Trainingsinhalte im Überblick helfen bei der Entscheidung für den Trainingsansatz:

- Systemtraining (Anmeldung, Struktur, Beschreibung, fachliche Kompetenz)

- Transaktionstraining (relevante Codes, Befehle, Schlüssel, Markentraining, Abfragen, Match-Codes, Help-Funktionen, Plausibilitätskontrollen)

- Funktionstastentraining (Belegung - Bedienung, Feldsprung, Cursortasten)

- Arbeitsablauftraining (rationelle Einteilung der Arbeitsgänge, Hilfsmittel)

- Ergonomietraining (Nutzung der sinnvollen Verstelleinrichtungen, Arbeitshaltung, Arbeitserleichterung)

- Tastaturtraining (bei Leistungserfassung von mehr als zwei Stunden täglich)

Aus diesem Katalog werden, entsprechend der vorausgegangenen Analyse, die Schwerpunkte gebildet. Danach erfolgt die Realisierung.

Eigenverantwortung und individuelles Training

Beim Terminal-Training sollen Kenntnisse sowie deren praktische Umsetzung für die Systembeherrschung vermittelt werden ebenso wie Fertigkeiten im Handling oder im Arbeitsablauf. Beide Inhalte müssen kombiniert in das Training einbezogen werden. Damit scheidet das klassische Vortragsseminar als geeignete Trainingsmethode, ebenso jedoch Teachware und Video-Systeme, aus.

Eine Methode, die es ermöglicht, Kenntnisse zu vermitteln und danach sofort in die Praxis umzusetzen, trägt als Grundzüge Eigenverantwortung und individuelles Training gleichermaßen, Die Teilnehmer arbeiten am eigenen Arbeitsplatz. Hierdurch werden Reibungsverluste durch ein anderes Umfeld und veränderte technische Voraussetzungen vermieden.

Es wird mit echten Geschäftsfällen gearbeitet.

Die Teilnehmer arbeiten von Anfang an selbst, der Trainingsleiter greift nur bei Verständnislücken, Fehlern oder umständlicher Abwicklung ein, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden. Es findet eine permanente Lernzielkontrolle statt.

Die Schulung wirkt nicht belehrend, sondern unterstützend. Falsche Gewohnheiten werden eliminiert. Die nötige Motivation ergibt sich durch Vermittlung von Sicherheit und Selbstvertrauen.

Es werden ausschließlich in der Erwachsenenbildung erfahrene Trainingsleiter mit fachlicher Kompetenz eingesetzt.

Jeder Teilnehmer genießt Individualtraining.

Das Training gestaltet sich intensiv, so daß die Teilnehmer bereits nach kurzer Zeit erste Erfolge feststellen. Die Vorteile der richtigen Arbeitsweise am Ende des Trainings werden deutlich. Die Teilnehmer behalten aus eigener Überzeugung diese Arbeitsweise bei.

Neue Anforderungen flexibel abfangen

Diese Trainings-Konzeption stellt eine Möglichkeit dar, steigendem Ausbildungsbedarf am Terminal gerecht zu werden. Die Zukunftsaussichten dieser Dienstleistung sind optimistisch zu sehen. Flexibilität bei veränderten Trainingsbedürfnissen ist vorhanden, um rasche Anpassungen vornehmen zu können.

Die Trainingsexperten können einen umfassenden fachlichen und pädagogischen Hintergrund erwerben und im konkreten Fall Erfahrungen aus Einsätzen in unterschiedlichsten Anwendungen einbringen. Dies ist ein entscheidender wie auch spezifischer Vorteil des externen Trainers.

Organisations- und Datenverarbeitungsleiter erkennen zunehmend, daß Funktionsbereinigungen nicht mit der Darstellung des neuen Tätigkeitsfeldes enden. Sie sollen eine Veränderung des Arbeitsverhaltens bewirken. Dies ist ein vorrangiges Trainingsthema; es ergibt sich zudem zwischen Organisationsabteilung und externem Trainingsexperten eine fruchtbare Zusammenarbeit.