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Kolumne

"Zurück auf die Couch"

11.07.1997

Geben ist seliger denn nehmen. Diese christliche Maxime haben sich offenbar auch die Anbieter von Internet-Technik sowie -Inhalten zu eigen gemacht und bieten seit einiger Zeit neben den bewährten Pull-Mechanismen auch Push-Möglichkeiten an. Muß sich der Anwender beim Pull mühsam die ihn interessierenden Inhalte zusammensuchen, kriegt er per Push fast alles frei Haus geliefert: allerdings nur solche Inhalte, für die er bei einem Push-Anbieter wie Pointcast, Marimba oder Backweb im Vorfeld Interesse angemeldet hat. Das reicht von einzelnen Web-Seiten bis hin zu kompletten Kanälen wie Wetter, Sport, Computer etc., die der Content-Provider im Programm hat.

Mit Hilfe solcher Voreinstellungen läßt sich sicher Zeit sparen, zumal dem Benutzer in regelmäßigen, von ihm definierten Abständen News-Updates geschickt werden. Preiswerter sind die Verfahren nur, wenn sie professionell genutzt werden. Schließlich zahlt der Anwender jede aufgebaute Verbindung. Kontaktiert er den Anbieter mehrmals pro Tag, um die neuesten Nachrichten - inklusive unvermeidbarer Werbeeinblendungen - zu bekommen, kann das zumindest hierzulande (TK-Gebühren) schnell teurer werden als gezielte Internet-Besuche.

Außerdem ist jeder Endanwender in der Lage, beispielsweise einen kostenlosen Pointcast-Client zu installieren und sich jede Stunde über aktuelle Baseballergebnisse, Wetterveränderungen über der Sahara oder seinem letzten Urlaubsdomizil informieren lassen und so die Netzlast in die Höhe sowie den -administrator zur Verzweiflung treiben. Der kann diese Software nur verbieten oder einen teuren Pointcast-Server einrichten, mit dem sich dann kontrollieren läßt, welche Informationen an die Anwender "gepusht" werden. Klingt nach einer wirklich sinnvollen Investition.

Abgesehen von der sich abzeichnenden Chance, mit ihrer Hilfe auch die Softwareverteilung (Seite 23) zu automatisieren, haben Push-Techniken in Firmen nichts verloren. Sie schaden, weil sich die Mitarbeiter eventuell zu sehr mit Dingen beschäftigen, die nichts mit ihrer Arbeit zu tun haben. Außerdem fördern sie einen passiven Umgang mit Information. Sie schicken die Leute wieder auf das Fernsehsofa, von dem sie sich gerade erhoben hatten, um per Internet zumindest virtuell die Welt zu entdecken.