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15.02.2002 - 

Kolumne

"Zurück ins Glied"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Was hat die Konjunktur oder besser was haben wirtschaftlicher Auf- und Abschwung mit IT zu tun? Natürlich ist in Wachstumsperioden die Bereitschaft höher, in Computertechnologie zu investieren. Ebenso scheint der Stellenwert von IT und den dafür Verantwortlichen in Unternehmen auch stark davon abzuhängen, ob sich die Wirtschaft gerade ausdehnt oder ob sie schrumpft.

Dabei müssen sich das Ansehen von IT und ihren Managern keineswegs parallel entwickeln. So wurde während des Internet- und E-Commerce-Booms zwar die IT als strategischer Differenzierungsfaktor vergöttert, aber gleichzeitig der IT-Manager als "Techniker" herabgestuft. Ihm blieben die höheren E-Business-Weihen verwehrt, weil er angeblich zu wenig Verständnis fürs große Ganze aufbrachte und stur darauf beharrte, dass auch E-Commerce, Procurement-Systeme und Marktplätze funktionierende IT-Systeme voraussetzen, um die sich schließlich jemand kümmern muss.

Jetzt im Abschwung nähern sich Ross und Reiter wieder an. Aus Business-Sicht verschwinden IT und IT-Personal im Hintergrund, gleichberechtigt mit der Verwaltung, dem Fuhrpark-Management und anderen extrem strategischen Abteilungen. Damit wird die IT paradoxerweise für den Bruch von Versprechen bestraft, die sie nie gegeben hat: Unterschwellig wird ihr das Platzen der Internet-Seifenblase angelastet, so als wenn das IT-Management daran schuld wäre, dass die hohen Investitionen in Software und Equipment sich nicht ausgezahlt haben. Jetzt regiert der RoI. Alles in der IT steht auf dem Prüfstand. Budgetkürzungen von mehr als 20 Prozent sind keine Seltenheit. Manchmal entsteht der Eindruck, dass jedes Projekt so lange betrachtet und auf seine Sinnhaftigkeit abgeklopft wird, bis die nachfragende Fachabteilung einen anderen Weg zur Lösung des Problems gefunden hat.

Nicht falsch verstehen: Hier soll nicht bestritten werden, dass ein Kassensturz in der IT notwendig ist, dass viele Anwenderunternehmen sich angesichts einer Überversorgung mit Equipment mit Investitionen zurückhalten können. Es geht darum, das Pendel jetzt nicht zu weit in die andere Richtung ausschlagen zu lassen. IT und IT-Management müssen auch in der Krise Teil der Unternehmensstrategie bleiben. Nur mit ihr können produktivitätssteigernde Initiativen wie Customer-Relationship-Management, Supply-Chain-Management oder Business Intelligence realisiert werden. Für Geschäftsleute ist das einfach zu kompliziert.