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24.02.1995

Zurueckhaltung bei Kunden und Analysten Oracle kuendigt objektorientierte Linie von Entwicklungs-Tools an

MUENCHEN (CW) - Seit Jahren schon redet die Oracle Corp. von der Objekttechnologie. Nun veroeffentlichte der Datenbankanbieter zumindest praezisere Vorstellungen fuer seinen Auftritt auf der OO- Buehne. Unter dem Codenamen "Sedona" ist inklusive Repository ein Framework geplant, mit dem Anwender objektorientierte Applikationen modellieren koennen sollen. Analysten wie Kunden reagieren jedoch verhalten.

Angekuendigt ist das Sedona-Framework fruehestens fuer das zweite Halbjahr 1996. "Zwar habe ich von der neuen Produktlinie gehoert, doch ist das Thema noch ganz weit weg", sinniert Michael Schneller aus dem Technischen Marketing der Oracle Deutschland GmbH, Muenchen. "Wir sind eben erst dabei, die Version 2.0 der Entwicklungs-Tools "CDE" (Common Development Environment) auszuliefern.

Analysten und Kunden reagieren auf die Sedona-Ankuendigung mit entsprechender Skepsis. Wie die CW-Schwesterpublikation "Computerworld" berichtet, weisen sie unisono darauf hin, dass die Objektorientierung, die mit der Datenbank "Oracle 8.0" verwirklicht werden soll, seit mindestens drei Jahren das Lieblingsthema des Konzern-CEO Larry Ellison ist."Ellison verkauft Oracle 8.0 doch schon, seit Oracle 6.0 auf dem Markt ist, und deckt seitdem seine Schecks damit", entruestet sich Herb Edelstein, Analyst bei der Euclid Associates in Potomac, Maryland.

Durchaus Bedarf an einfachen Oracle-Tools

Obwohl Oracle das Datenbank-Release 8.0 nun offiziell angekuendigt hat, erwarten die Analysten die Auslieferung erst in zwoelf bis 15 Monaten. Trotz allem hoffen einige Kunden anscheinend immer noch, dass die neue Tool-Linie Sedona tatsaechlich zum geplanten Zeitpunkt auf den Markt gebracht wird, so die "Computerworld".

Tatsaechlich duerften sich einige der Oracle-Anwender ueber die Ankuendigung objektorientierter Tools freuen, so Rainer Hunkler, Pressereferent der Deutschen Oracle Anwender Gruppe (Doag); denn "nicht alle sind mit dem CDE-Set gluecklich. Es ist zwar sehr leistungsfaehig aber auch derart komplex, dass man fuer die Programmierung gezwungenermassen nur Spezialisten einsetzen kann." Oracle habe auf diese Weise mit Sicherheit Kunden verloren.

Eine einfache und verstaendliche Programmierumgebung, wie sie mit der Objektorientierung erreicht werden koenne, tue not, so Hunkler. Kunden, die eine Vertraeglichkeit von Tools und Datenbank gewaehrleistet sehen, wenn sie beides aus einer Hand beziehen, wuerden Sedona deshalb "in jedem Fall begruessen".

Die Entwicklungswerkzeuge sollen ein Repository einschliessen, Mapping zwischen der objektorientierten und der relationalen Welt ermoeglichen und Projekt-Management-Funktionen bereitstellen. Ausserdem werden die Komponenten offene Schnittstellen erhalten, so dass unter anderem die Objekttechnologie von Sun Microsystems eingebunden werden koenne, erlaeuterte der Senior Vice-President der Oracle Tool-Abteilung Sohaib Abbasi.

Sun ist im uebrigen an der Fertigstellung des "Object Mediator" beteiligt, eines Message-basierten Uebersetzungsmoduls. Diese Komponente wird etwa eine Verstaendigung zwischen den in Sedona erzeugten Objekten und der verteilten Entwicklungsumgebung "Distributed Objects Everywhere" (DOE) von Sun ermoeglichen.