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18.03.1994

Zusammenwachsen von TK- und IT-Technologien bietet Chancen Die europaeische IT-Industrie hat 1993 die Talsohle erreicht

BRUESSEL (ciw) - Markttrends und Unternehmensbilanzen belegen, dass "1993 das schlimmste Jahr in der Geschichte der europaeischen Informationstechnik" war. Allerdings besteht, so Eurobit-President Bruno Lamborghini, fuer 1994 und 1995 Hoffnung auf neuerliches, wenn auch bescheidenes Wachstum.

Nach den zweistelligen Zuwachsraten der 80er Jahre nimmt sich das Plus des europaeischen IT-Marktes 1993 mit zwei Prozent sehr bescheiden aus. Waren 1992 noch Grossbritannien und Deutschland die treibenden Kraefte, kamen im vergangenen Jahr lediglich aus England gute Nachrichten. In Frankreich, Italien und Spanien dauerten die schweren Zeiten an. Deutschlands Wirtschaft hingegen, so der Eurobit-President, erwecke "Anlass zu grosser Sorge".

Lamborghini, der die zweite Ausgabe des "European Information Technology Observatory" (Eito) in Bruessel praesentierte, sieht vor allem Chancen durch das Zusammenwachsen von Informations- und Telekommunikationstechnologie: "Dieser Trend wird neue Maerkte und neue Anwendungen kreieren."

Bis es allerdings soweit ist, muss sich die IT-Industrie mit dem harten Alltag herumschlagen. 1993 wies der europaeische Markt fuer Information and Communication Technology (ICT) ein Volumen von 262 Milliarden Ecu (etwa 510 Milliarden Mark) auf. Davon entfielen 121 Milliarden Ecu auf die einzelnen Sektoren der Informationstechnik, TK-Equipment und -Services brachten es auf einen Anteil von 29 Milliarden beziehungsweise auf 112 Milliarden Ecu.

Der groesste nationale IT-Markt war Deutschland mit 24 Prozent, gefolgt von Frankreich und Grossbritannien mit je 17 Prozent; Italien und Spanien schliessen sich an mit elf beziehungsweise fuenf Prozent.

Obwohl der Wert des europaeischen ICT- Marktes gegenueber 1992 - vor allem dank der Telekommunikation - um 37 Milliarden Ecu zunahm, hat sich der Anteil am Weltmarkt, der 1993 insgesamt ein Volumen von 775 Milliarden Ecu erreichte, von 34,2 auf 33,8 Prozent verringert. Die USA konnten ihr Stueck des Kuchens hingegen auf 37 Prozent beziehungsweise auf 287 Milliarden Ecu vergroessern, waehrend Japan auf 126 Milliarden Ecu (minus 0,8 Prozent) kam. Fuer 1994 wird den Europaeern ein auf 33,3 Prozent geschrumpfter Anteil am Weltmarkt vorausgesagt.

Die Aussichten fuer das laufende Jahr beurteilt der Eurobit- President als nicht allzu rosig, obwohl die Talsohle der Rezession erreicht zu sein scheint. Er sagte fuer 1994 ein Wachstum des IT- Marktes von 3,6 und fuer 1995 ein Plus von 4,2 Prozent voraus.

Die Eito-Analysten sehen in Europa eindeutige Signale fuer die Akzeptanz von Client-Server-Architekturen. Immer mehr solche Loesungen wuerden implementiert. Da hiesige Anwender kleinere Systeme unter Unix bevorzugten, bestehe in der Alten Welt eine sehr positive Einstellung zur dezentralen Datenverarbeitung. Der Trend zu vernetzten, dezentralen Architekturen erfolge entweder ueber den Einsatz von Client-Server-Systemen oder ueber Downsizing von unternehmensweiten Multiuser-Installationen.

Die einzelnen Produktkategorien entwickelten sich unterschiedlich. Die Hardware-Umsaetze sanken 1993 um 2,4 Prozent. Im laufendem Jahr sollen sie dem Eito zufolge jedoch wieder um 1,3 Prozent zulegen. Software stellte auch 1993 mit Zuwaechsen von sieben Prozent den staerksten Wachstumsfaktor dar. Dieses Business duerfte 1994 in aehnlichem Ausmass expandieren.

IT-Services werden von den Auguren ebenfalls als ein grosse Moeglichkeiten bietendes Geschaeftsfeld betrachtet. Sie legten 1993 um 6,2 Prozent zu. Heuer soll dieser Markt wieder um knapp sechs Prozent wachsen.

Im Gegensatz zu der Entwicklung des IT-Marktes wies der Sektor Telekommunikation ein Plus von 6,2 Prozent auf.

Eito ist eine Gemeinschaftsinitiative des europaeischen Dachverbandes der informationstechnischen Industrie Eurobit sowie der grossen europaeischen Branchenmessen CeBIT, Simo und Smau. Sie wird von der Generaldirektion III Industrie der EU-Kommission und der Pariser Sicob sowie der Osloer Kontor og Data unterstuetzt. Das statistische Material lieferten die International Data Corporation und Dataquest.