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09.07.2004 - 

Meta Group befragte europäische IT-Manager

Zusatzkosten beim Outsourcing werden unterschätzt

09.07.2004
MÜNCHEN (CW) - Die Auslagerung von Entwicklertätigkeiten bringt nicht nur Risiken, sondern auch zusätzliche Kosten mit sich. Firmen, die sich nicht entsprechend absichern, laufen Gefahr, dass ihnen die gewünschten Einsparungen entgehen und sie langfristig sogar noch draufzahlen.

Bei der Vergabe von Softwareentwicklungs- und Wartungsaufgaben an externe Anbieter fehlt es häufig an einer klaren Strategie und Kosten-Nutzen-Analyse. Das hat eine von der Meta Group im Auftrag des Softwareherstellers Compuware erarbeitete Studie ergeben, für die 150 IT-Führungskräfte aus Europa befragt wurden. Obwohl die Auslagerung von geschäftskritischen Projekten für mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) das primäre Ziel hat, die Kosten zu senken - etwa durch Lohneinsparungen, Größenvorteile und Automation -, liegen vielen Projekten keine Benchmark-Messungen zugrunde, sondern lediglich grobe Schätzungen.

Hinzu kommt, dass viele Unternehmen die zusätzlichen Kosten, die beim Outsourcing anfallen - etwa für das Vertrags-Management, die Koordination der Aufgaben und die Systemintegration sowie für Rechtsschutz und Training - unterschätzen. In der Umfrage erklärten zu allen genannten Faktoren jeweils mehr als 30 Prozent der IT-Verantwortlichen, die anfallenden Ausgaben nicht in Betracht gezogen zu haben. Ein schwerer Fehler, warnt Meta-Group-Analyst John Leigh: "Jeder dieser Punkte kann zwischen fünf und zehn Prozent der Gesamtkosten eines Outsourcing-Vertrags ausmachen." Damit bestehe die Gefahr, dass die Zusatzkosten auf lange Sicht höher seien als die kurzfristigen Einsparungen.

Zudem sind viele Firmen gegen die typischen Outsourcing-Risiken wie das Überschreiten von Zeitplänen und Budgets sowie gegen die Nichteinhaltung von technischen Anforderungen nicht abgesichert. Laut Studie kontrollieren nur 20 Prozent der Unternehmen, die strategische Entwicklertätigkeiten auslagern, die Einhaltung von Spezifikationen und haben einen Rechtsschutz abgeschlossen. Angesichts der Häufigkeit, mit der in Outsourcing-Projekten der Zeitrahmen oder das Budget aus dem Ruder läuft, ein erschreckendes Ergebnis, meint die Meta Group.

Auch der Verlust geistigen Eigentums wird häufig vernachlässigt. Mehr als 30 Prozent der Befragten verzichten auf einen Rechts- oder Patentschutz, was vor allem im Hinblick auf die Zunahme von Offshore-Outsourcing problematisch ist.

Um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein, sollten Unternehmen, die geschäftskritische Projekte auslagern wollen, alle eventuellen Risiken und Ausgaben vor Vertragsabschluss genau analysieren und sie den möglichen Einsparungen gegenüberstellen, rät die Meta Group. Nur so sei abzusehen, ob Outsourcing für die Entwicklung und Wartung von Software in Sachen Kosten, Qualität und Zeit auch wirklich Verbesserungen bringe oder ob es nicht unterm Strich günstiger sei, das Projekt inhouse zu behalten. (sp)

Abb: Wer spart wie viel?

28 Prozent von 150 befragten europäischen IT-Chefs wissen nicht, wie viel sie durch ihr Outsourcing-Projekt eingespart haben. Quelle: Meta Group