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12.03.1982 - 

HP-Studie sieht amerikanische Aufholjagd gegen Japaner günstig:

Zuverlässigkeit: US-Speicherchips holen auf Robert Batt

PALO ALTO, Calif. (cw) - Wie man einer kürzlich veröffentlichten Studie entnehmen kann, haben die amerikanischen Halbleiterhersteller gegenüber ihren japanischen Gegenspielern rasch aufgeholt und scheinen diesen jetzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Reputation in der Zuverlässigkeit und Produktqualität zu liefern.

Die von der Hewlett-Packard Co. erarbeitete Studie über die amerikanischen Halbleiterhersteller läßt erkennen, daß der Wettbewerb heute - zumindest auf dem Markt der 16-KBit-Schreib-/Lesespeicher (RAM) mehr unter dem Gesichtspunkt Hersteller kontra Hersteller, also unter dem des Lieferlands kontra Lieferland zu sehen ist. Allerdings hat HP auch eingeräumt, daß man keinen amerikanischen Hersteller nachweisen konnte, der den besten japanischen in der Produktqualität übertrifft. Nach Richard Anderson, dem Genaral Manager der Computer Systems Division von HP, liegen die meisten amerikanischen Hersteller noch im Mittelfeld.

Amerikaner im Mittelfeld

Die Ausfallhäufigkeit unter mehr als 140 000, in den ersten neun Monaten vergangenen Jahres bei HP geprüften 16-KBit-RAMs in Keramikgehäusen, betrug sieben bis 30 Ausfälle unter jeweils 10 000 Einheiten. Geliefert wurden die Speicher von sechs Herstellern - drei amerikanischen und drei japanischen. Wie die Prüfergebnisse zeigten, stammten die Produkte mit den niedrigsten und mit den höchsten Ausfallhäufigkeiten von japanischen Lieferanten. Außerdem prüfte HP innerhalb eines vergleichbaren Zeitraums drei Millionen Einheiten dieser Chips in Plastikgehäusen. Hier variierten die Ausfallhäufigkeiten zwischen zwölf und 33 unter jeweils 1000 Einheiten. Die Schaltungen dieser Prüfserie stammten von fünf japanischen und einem amerikanischen Hersteller, wobei der letztere wieder im Mittel- d lag. Auf dem wesentlich komplexeren Gebiet der 64-KBit-RAMs konnte sich nach Anderson noch kein amerikanischer Hersteller qualifizieren, allerdings ist er der Ansicht, dies sei innerhalb kurzer Zeit möglich.

Die jetzige HP-Studie folgt ähnlichen, im Verlauf der letzten beiden Jahre erschienenen Prüfberichten. Die neuesten Ergebnisse zeigen die signifikante Verbesserung von Qualität und Zuverlässigkeit der amerikanischen Halbleiterschaltungen. Die erste Studie vom Januar 1980 hatte noch ergeben, daß die japanischen Halbleiterprodukte sechsmal zuverlässiger waren als die amerikanischen Chips. Bereits im November hatte sich dieser Abstand auf eine dreimal bessere Zuverlässigkeit verringert und jetzt stellte HP nach wiederum einem Jahr fest, daß die Japaner keinen signifikanten Vorsprung in der Qualität ihrer Produkte mehr haben.

Signifikante Verbesserungen

David Earle, bei HP zuständig für Qualität und Zuverlässigkeit, sagte, vor einigen Jahren seien Qualität und Zuverlässigkeit der japanischen Halbleiter wesentlich besser gewesen als die der amerikanischen Produkte, im Laufe von nur zwei Jahren hätte man aber eine bedeutende Verbesserung in der Qualität der Halbleiterprodukte allgemein und der amerikanischen Komponenten im besonderen feststellen können. Wie Earle weiter ausführte, haben die amerikanischen Hersteller ihren Prüfaufwand als Antwort auf die japanische Herausforderung erheblich gesteigert und arbeiten jetzt auch enger mit den Abnehmern in der Identifizierung, Eingrenzung und Lösung von Problemen zusammen. Außerdem steckten sie viel mehr Mittel in die Vorstufen der Produktion, beispielsweise in die Verarbeitung von Siliziumwafern.

Für die Großabnehmer von Speicherchips ist der Kraftakt, mit dem die amerikanischen Halbleiterhersteller ihren Aufstieg in eine den Japanern vergleichbare Position der Zuverlässigkeit und Qualität erzwangen, eine sehr willkommene Entwicklung.

Ein Beweis für die Erhöhung des Qualitätsanspruchs ist die Tatsache, daß 1980 nur 52 Prozent der linearen integrierten Schaltungen die Prüfung bestanden, 1981 waren es aber bereits 75 Prozent. Angesichts eines sich abzeichnenden Markts für Produkte, mit denen die Zuverlässigkeit und Produktivität der Halbleiterfertigung gesteigert werden kann, beginnt das Unternehmen jetzt mit der Produktion von Systemen, die in der Fertigung integrierter Schaltungen eingesetzt werden können. Das kann beispielsweise durch die Lieferung entsprechender Anwendungssoftwarepakete für die Halbleiterindustrie geschehen. So dient das auf der HP 3000 laufende IC 10 zur Planung Terminierung und Steuerung der Waferfertigung .

*Robert Batt gehört zum West Coast Bureau der COMPUTERWORLD.

Aus COMPUTERWORLD vom 11. Januar 1982 übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen