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25.06.1995

Zuversicht in Anwenderkreisen

Die meisten Lotus-Kunden sind von den Vorteilen des Zusammenschlusses mit IBM ueberzeugt. Sie hatten in der Vergangenheit immer wieder ueber Supportschwaechen ihres Software- Anbieters geklagt. Von der Uebernahme erwarten sie eine bessere Kundenbetreuung und die langfristige Sicherheit, dass die Produkte von Lotus dem Markt nicht nur erhalten bleiben, sondern mit Engagement weiterentwickelt werden.

"Ich bin vorsichtig optimistisch", aeussert sich etwa Ronan McGrath, Vice-President des Notes-Anwenders Canadian National Railway in Montreal. "In dieser Verbindung liegt Synergie, schon allein deshalb, weil IBM mit Erfolg versucht, den eigenen Kundenservice zu verbessern. Die Schluesselfrage lautet: Laesst IBM Lotus genug Luft zum Atmen?"

Auch wenn Big Blue bei Akquisitionen bisher ueber keine glueckliche Hand verfuegte und fraglich ist, ob die Lotus-Suite unter OS/2 echte Marktchancen hat, erwarten Geschaeftspartner und Anwender positive Impulse. Hans-Peter Sprenger, Notes-Spezialist und Senior Manager der KPMG-Unternehmensberatung, Muenchen, bescheinigt Lotus Schwierigkeiten: "Dem tollen Produkt Notes fehlte bisher die tolle Firma." Die mangelhafte Organisation sei einer weiteren Verbreitung von Notes abtraeglich. "Wir haben mitbekommen, dass selbst die Mitarbeiter von Lotus Deutschland unter der schlechten Organisation gelitten haben. Lotus war in den letzten anderthalb Jahren zu sehr mit sich selbst beschaeftigt."

Linda Mainord, Chefin des IBM-Anwendervereins Guide International, hofft auf Synergien, die sich ihrer Ansicht nach aus dem Know-how der IBM bei der Verwaltung unternehmensweiter Netze und dem Desktop-Wissen von Lotus ergeben koennten. Die Akquisition werde Mainframe-Anwendern, die es gewohnt seien, mit CICS-Anwendungen zu hantieren, moeglicherweise den Weg in die PC-Welt erleichtern.

"IBM versteht es, Systeme mit 20 000 Anwendern und mehr zu betreuen; Lotus wird es jetzt lernen", freut sich Gregg Lauderbaugh von der Baxter Healthcare Corp. in Chikago im Gespraech mit der CW-Schwesterpublikation "Network World". IBM werde den Enterprise-Systems-Support und die Netz-Management-Unterstuetzung zu den Notes-Anwendern bringen - dort werde dringend Know-how fuer die Betreuung grosser Installationen benoetigt.

Andere Anwender spekulieren darauf, dass IBM Notes innerhalb der blauen Welt nicht nur auf OS/2-PCs und -Servern, sondern auch native auf anderen Plattformen wie der AS/400 oder den RS/6000- Systemen zur Verfuegung stellen wird. Sie erwarten ausserdem eine staerkere Integration von Notes und dem Betriebssystem OS/2 - eine Option, die IBM zunaechst abgelehnt hat.

Auch die Geschaeftspartner von Lotus hoffen auf bessere Unterstuetzung. Das Softwarehaus sei in Deutschland immer weniger in der Lage seinen umfangreichen Supportverpflichtungen nachzukommen. "Wenn Sie bei Lotus anfragen, ob sie einem Grosskunden die Betaversion von Notes 4.0 praesentieren koennen, bekommen Sie mit etwas Glueck einen Termin in Muenchen, wo sich der Anwender die Beta anschauen kann."

Der Geschaeftspartner, der seinen Namen fuer sich behalten moechte, beschreibt den Unterschied zu Microsoft: "Wenn dort ein Grosskunde anfragt, ob er eine Beta von Exchange sehen kann, rueckt zwei Tage spaeter ein Systems-Engineer an, der eine Probeinstallation im RZ des Kunden macht." Lotus verfuege dagegen in Deutschland nicht ueber genuegend qualifizierte Mitarbeiter, die die Notes-Beta auch in sehr heterogenen Umgebungen ablauffaehig machen koennten. In der jetzigen Situation sei Lotus einfach nicht in der Lage, den Support zu finanzieren, der dem "Produkt noch den letzten Kick" geben koenne.