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27.11.1987 - 

Steuerbegünstigte Konkurrenz minder Wettbewerbschancen:

Zuwachsrate für Beratermarkt gesunken

MÜNCHEN (CW) - Die Wachstumskurve ist flacher geworden: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Steigerungsrate beim Marktvolumen für Unternehmensberatung und Software-Entwicklung in 1987 halbiert. Die Konkurrenz durch gemeinnützige Einrichtungen beklagte jetzt der Präsident des in Bonn ansässigen Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater e. V. (BDU), Karl Scholz.

"Die Wettbewerbsbedingungen der Unternehmensberater haben, sich dadurch verschlechtert, daß immer häufiger steuerbegünstigte Einrichtungen als Wettbewerber auftreten", meint der BDU-Präsident. Für eine künftige Reform des Gemeinnützigkeitsrechts fordert er deshalb eine verbesserte Konkurrenzsituation für "Know-how-Vermittler".

Das Image des Unternehmensberaters werde zur Zeit heftig diskutiert. Dazu Scholz: "Der BDU als freiwilliger Zusammenschluß der Berater und Beratungsunternehmen in Deutschland kann nicht für Einzelerscheinungen verantwortlich gemacht werden." BDU-Referent Christoph Weyrather räumt immerhin ein, daß die Qualität der angebotenen Beratungsleistungen ausgesprochen unterschiedlich sei.

Die Zeiten der exorbitanten Wachstumssteigerungen sind offensichtlich auch in der Beratungsbranche vorbei (siehe Grafik Seite 1). Um 7,8 Prozent ist der Markt für Unternehmensberatung und Software-Entwicklung heuer angewachsen. Für das kommende Jahr erwarten die Berater einen ähnlichen Wert beim Marktwachstum; 1986 betrug die Steigerung gegenüber dem Vorjahr noch rund das Doppelte.

Das größte Kundenpotential, nämlich mehr als ein Viertel der Marktes, stellt die Investitionsgüterindustrie, gefolgt von der Konsum- und Gebrauchsgüterindustrie mit 13,4 Prozent. Die öffentliche Verwaltung hat ihren Anteil von 10,6 auf 7 Prozent verringert.

Wie die DV-Branche insgesamt, so leidet auch die Beraterzunft an einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Rund ein Drittel der Neueinstellungen, so BDU-Präsident Scholz, käme frisch von der Hochschule. Die Beratungsunternehmen hätten sich mittlerweile darauf eingestellt, einen wesentlichen Teil ihres Mitarbeiterstabes in eigener Regie auszubilden.