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21.08.1998 - 

16. Bundeswettbewerb für Informatik kurz vor dem Endspurt

Zuwenig Jugendliche lassen sich für das Fach begeistern

Jedes Jahr im September startet der Bundeswettbewerb für Informatik. Er besteht aus drei verschiedenen Aufgabenrunden, die sich über das ganze Jahr verteilen. Die Gesellschaft für Informatik (GI) und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung, Technologie (BMBF) unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten organisieren den Schülerwettbewerb. Die Aufgaben werden von einem Expertengremium entworfen und zentral an die Schulleiter von allgemeinbildenden Schulen, Berufsschulen und freien Waldorfschulen verschickt.

Teilnahmeberechtigt sind Jugendliche, die ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen oder noch keine Berufstätigkeit aufgenommen haben. Beim 16. Wettbewerb war der jüngste Teilnehmer zwölf Jahre alt, die meisten Teilnehmer sind zwischen 17 und 18 Jahren.

"Julee ist mit dem Stallknecht durchgebrannt" ist eine der diesjährigen Aufgaben, die im Jahr 1314 angesiedelt ist und einem Abenteuerspiel ähnelt. Die Ritter der Königin Elenore auf Farnworth Castle können die Angreifer des Blythlethwick-Clans nicht mehr lange zurückhalten. Die einzige Hoffnung für die Königin besteht darin, ihren Sohn John und dessen Verlobten Julee, eine Prinzessin des Clans, zur Rückkehr zu bewegen. Königin Elenore schickt eine verschlüsselte Nachricht an ihren Sohn.

Aufgabe der Teilnehmer ist es, eine Nachricht nach einem bestimmten System zu verschlüsseln und ein Programm dafür zu entwickeln. Mit weiteren witzigen und interessanten Aufgaben, etwa die Vorbereitungen für eine Party zu organisieren, sollen die Schüler motiviert werden, sich einen idealen Lösungsweg zu überlegen. Die Lösungsidee, Probeläufe und ein Programmablaufprotokoll gehören zu einer vollständigen Lösung.

Von Runde zu Runde wird es schwieriger

In der ersten und zweiten Runde werden fünf Aufgaben gestellt, von denen mindestens drei bearbeitet werden müssen. Die Aufgaben der ersten Runde lassen sich ohne größere Informatikkenntnisse bewältigen, Gruppenarbeit ist hier erlaubt und erwünscht, während die zweite Runde schon deutlich schwieriger ist und die Schüler die Aufgaben in Einzelarbeit lösen müssen. Die Bearbeitungszeit in den einzelnen Runden beträgt zirka zwei Monate. Der steigende Schwierigkeitsgrad macht sich auch an den Teilnehmerzahlen bemerkbar.

Waren es bei diesem 16. Wettbewerb in der ersten Runde noch 1255 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, so erreichten die zweite Runde nur noch 158. Die Besten aus der zweiten Runde werden jeweils im Oktober zu einem Kolloquium eingeladen, das von einem Unternehmen gefördert wird. Neben Sach- und Geldpreisen steht vor allem die Aufnahme in die "Studienstiftung des deutschen Volkes" als attraktiver Preis zur Verfügung. Aus dem Teilnehmerkreis der Endrunde wird das vierköpfige Team ausgewählt, das an der nächsten Internationalen Olympiade für Informatik (IOI) teilnimmt. Die nächste IOI findet 1999 in der Türkei statt.

An vielen Schulen fristet die Informatik ein Schattendasein, und nicht wenige Teilnehmer des Wettbewerbs haben sich ihre Kenntnisse autodidaktisch angeeignet. Terminliche Überschneidungen mit anderen Wettbewerben, etwas dem Bundeswettbewerb für Mathematik oder Physik, könnten ein Grund für den hinter den Erwartungen zurückliegenden Zuspruch sein. Professor Ernst Denert, Gründer und Sprecher der Geschäftsführung von sd&m, liegt es besonders am Herzen, bereits Jugendliche für Informatik zu begeistern. Er sieht den Wettbewerb als eine Möglichkeit, ein Klima zu schaffen, "in dem begabte Menschen schnell und effektiv gefördert werden, um im internationalen Vergleich bestehen zu können".

Die Gesellschaft für Informatik wünscht sich für den 17. Wettbewerb mehr interessierte Jugendliche, vor allem aber mehr junge Frauen. Der nächste Wettbewerb 1998/99 beginnt Anfang September, und die Teilnehmerunterlagen können bestellt werden bei: Bundeswettbewerb Informatik, Ahrstraße 45, 53175 Bonn, Telefon 02 28/302-197.

Ingrid Weidner ist freie Journalistin in München.