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29.06.1990 - 

Die ersten Monate des Jahres verliefen besser als erwartet

ZVEI: Deutsche Elektroindustrie befindet sich weiter im Aufwind

FRANKFURT (CW) - Das laufende Kalenderjahr hat für die deutsche Elektroindustrie gut begonnen: Sowohl bei der realen Produktion als auch beim Umsatz wurden nach Auskunft des Zentralverbandes Elektrotechnik. und Elektronikindustrie (ZVEI) Frankfurt, im ersten Quartal 1990 stärkere Wachstumsraten erzielt als erwartet.

Das Produktionswachstum liegt mit einem realen Plus von 8,6 Prozent deutlich über der vom ZVEI für 1990 vorhergesagten Steigerungsrate von fünf Prozent. Allerdings, so schränkte ZVEI-Hauptgeschäftsführer Professor Rudolf Scheid vor der Presse in Frankfurt ein, seien die Zuwächse seit April wieder rückläufig, so daß die deutsche Elektroindustrie für das Gesamjahr tatsächlich ein Wachstum von fünf bis sechs Prozent verzeichnen werde.

Noch höher fiel das Umsatzwachstum aus. Bei nahezu stabilen Erzeugerpreisen wurde hier laut Scheid ein Plus von 12,1 Prozent erzielt, wobei Inlands- und Auslandsgeschäft mit Steigerungsraten von 13,2 beziehungsweise zehn Prozent nahe zu gleich stark waren. Der Inlandsumsatz habe dabei vor allem vom Investitionsgüterbereich (plus 14,5 Prozent) profitiert, während das Auslandsgeschäft von den Gebrauchsgütern (plus 10,8 Prozent) und den Bauelementen (plus 17,1 Prozent) geprägt worden sei.

Erfreuliches wußte der ZVEI-Chef auch von den Auftragseingängen zu berichten. Hatte sich die deutsche Elektroindustrie bereits im vergangenen Jahr nicht über mangelnde Ordertätigkeit beklagen können, so wurde in diesem Bereich im Berichtsquartal noch einmal eine Steigerung von 7,7 Prozent erreicht. Dies, so Scheid, sei vor allem auf die rege Bestelltätigkeit aus dem Ausland (plus 13,6 Prozent) zurückzuführen. Einzige Ausnahme: die Datentechnik.

Hier mußte die Branche ein Minus von 6,3 Prozent hinnehmen. Im Inland hatte die Datentechnik bessere Karten. Mit einem Auftragsplus von 8,5 Prozent war dieser Bereich der stärkste nach der Energietechnik mit 13,9 Prozent. Dafür aber blieben die Inlandsbestellungen insgesamt mit einem Zuwachs von nur 4,6 Prozent deutlich hinter denen des Auslands zurück.

Für die kommenden Jahre erwartet Scheid weiterhin ein gutes Klima für die hiesige Elektrobranche. Zwar müsse man mit einem schwächeren Auslandsgeschäft rechnen, da der Konjunkturhöhepunkt in den wichtigen Exportländern überschritten sei.

Doch durch die Öffnung der osteuropäischen Märkte, vor allem aber durch den hohen Nachholbedarf der DDR, würden sich für die Elektroindustrie neue positive Impulse ergeben.

Auch der ZVEI will jetzt in der DDR aktiv werden und hat laut Scheid den rund 300 Elektrobetrieben mit gut 440 000 Mitarbeitern bereits die Gastmitgliedschaft zu Vorzugskonditionen angeboten. Dies sei auf lebhaftes Interesse gestoßen. Darüber hinaus wird derzeit in Dresden ein ZVEI-Außenbüro eingerichtet. Es soll bis Ende des Jahres mit fünf Mitarbeitern seine Arbeit aufnehmen.