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19.10.1990 - 

Branche muß sich stärker am Weltmarkt ausrichten

ZVEI: IuK-Industrie wächst dank Inlandsorders um sechs Prozent

FRANKFURT (CW) - Personal Computer und offene Systeme bescherten der Informatikbranche in der Bundesrepublik zwar noch ein Umsatzplus, doch die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten nimmt zu.

Die Informations- und Kommunikationsindustrie verzeichnete in der Bundesrepublik im ersten Halbjahr 1990 eine Steigerung von 6,3 Prozent, wobei mit informationstechnischen Produkten 8,4 Milliarden Mark und mit kommunikationstechnischem Equipment 9,84 Milliarden Mark umgesetzt werden konnten.

Allerdings bestimmte nach Angaben des Fachverbandes Informations- und Kommunikationstechnik im Zentralverband Elektrotechnik Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) eindeutig die um 7,5 Prozent höhere Inlandsnachfrage die positive Entwicklung in der Informationstechnik. Die Auslandsorders gingen hingegen um 3,7 Prozent zurück. Auch das Umsatzplus von 5,6 Prozent ist im wesentlichen dem Inlandsgeschäft zuzuschreiben: Es expandierte um nahezu zehn Prozente während das Auslandsgeschäft mit plus 0,7 Prozent praktisch stagnierte. Die Produktion lag mit 8,1 Milliarden Mark um 4,4 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau.

Eher besorgniserregend sind die stark gestiegenen Einfuhren von informationstechnischen Produkten: Sie nahmen um 8,3 Prozent zu und beliefen sich auf 10,2 Milliarden Mark. Dem standen nur 8,9 Milliarden Mark an Exporten gegenüber, ein Bereich, der lediglich um 1,8 Prozent wuchs. Nach Angaben von Klaus Krone, Vorsitzender des Fachverbandes, sei die "insgesamt erfreuliche Geschäftsentwicklung" im ersten Halbjahr bei den PCs am stärksten ausgeprägt gewesen. Während hochwertige Geräte gut abgesetzt werden konnten, sei das Wachstum bei den "Small-business"-Systemen leicht unterdurchschnittlich verlaufen. "Generalpurpose"-Rechner hätten am schwächsten abgeschnitten."Die Branchenentwicklung in der Informationstechnik ist wesentlich dadurch gekennzeichnet, daß der Trend zu offenen Systemen anhält. Damit verbunden ist - neben einem enormen Druck auf die Margen - eine Schwerpunktverlagerung in der Geschäftstätigkeit hin zu Vernetzung, Systemintegration und Software", sagte Krone auf der Halbjahres-Pressekonferenz des ZVEI in Frankfurt. Dieser gravierende Wandel werde aber von der amtlichen Statistik nur völlig unzureichend erfaßt. Deshalb, so der Vorsitzende weiter, käme man zu einer realistischeren Einschätzung der Branchenentwicklung, "wenn wir das vom Statistischen Bundesamt ausgewiesene Umsatzwachstum von 5,6 Prozent auf gut neun Prozent nach oben korrigieren".

In der Kommunikationstechnik ist das Verhältnis zwischen inländischer Nachfrage und Aufträgen aus dem Ausland umgekehrt. Die um fast zehn Prozent geringere Nachfrage auf dem Heimmarkt konnte durch einen Anstieg von 40 Prozent bei den Auslandsorders ausgeglichen werden. Der Umsatz wuchs um 6,9 Prozent auf 9,84 Milliarden Mark. Die Produktion verzeichnete mit 7,3 Prozent eine kräftige Steigerung auf 7,85 Milliarden Mark. Als konjunkturelle Zugpferde zeichneten sich die leitergebundene Übertragungstechnik und der Mobilfunk aus. Allerdings, so monierte Krone, gingen bisher weder von der Liberalisierung des Endgerätemarktes noch von der ISDN-Einführung spürbare Effekte aus.

In bezug auf Ostdeutschland bemerkte Krone unter Hinweis auf den dort dringend notwendigen Aufbau einer leistungsfähigen "informations- und kommunikationstechnischen Infrastruktur": "Wir gehen davon aus, daß sich die DDR-Geschäfte ab dem nächsten Jahr spürbar in unseren Büchern niederschlagen werden."

Das im ersten Halbjahr 1990 wiederum schnellere Wachstum der Importe - besonders bei der Informationstechnik - wertete Krone als eine "andauernde Verschiebung in der internationalen Arbeitsteilung". Er rief die IuK-Industrie dazu auf, sich hinsichtlich Bezüge, Produktion und Absatz am Weltmarkt auszurichten. Das sei aber nicht ohne große Anstrengungen in Forschung und Entwicklung möglich, die Abhängigkeit in strategisch wichtigen Feldern - wie zum Beispiel der Mikroelektronik - müßten unbedingt verhindert werden.