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15.04.1983 - 

Keine Domäne der großen Hersteller

ZVEI: Mikroelektronik muß aufholen

HANNOVER (pi) - Nach einer Erhebung des Nürnberger Instituts für Berufsforschung sind in der Bundesrepublik Deutschland nur etwa sechs Prozent der Arbeitnehmer mit hochtechnisierten, von der Mikroelektronik bestimmten Tätigkeiten beschäftigt. Mehr als 75 Prozent sind noch mit einfachem Werkzeug tätig. Alle Aktionen, die geeignet sind, der Mikroelektronik zum Durchbruch zu verhelfen, begrüßt der Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie - ZVEI - mit Blick auf die Premiere von MICROTRONIC - Innovationscentrum Mikroelektronik auf der Hannover-Messe '83. ZVEI-Präsident Wolfang Seelig: "Wichtig ist das Zusammentreffen einer innovatorischen Technologie mit einer innovationsbereiten Nachfrage - und hier sind die Amerikaner und Japaner zur Zeit insgesamt besser dran als wir."

Der ZVEI sieht das Manko im Verbrauch der Bauelemente für die Mikroelektronik keineswegs durch geringe Forschungsanstrengungen der Hersteller begründet. Vielmehr werde in den Vereinigten Staaten und in Japan den Unternehmen das Forschungs- und Verwertungsrisiko auf diesem Gebiet teilweise abgenommen: In den USA durch einen großen Binnenmarkt und von einer Regierung, die für fast 30 Milliarden Dollar rund ein Viertel aller produzierenden Bauelemente abnimmt. Demgegenüber ist der japanische Binnenmarkt zwar kleiner, aber weitgehend abgeschirmt. Die Bauelemente-Hersteller in den USA und Japan konnten also von vornherein mit einem wesentlich kleineren Umsatzrisiko rechnen als die Hersteller in der Bundesrepublik.

Auf dem Präsentierteller Hannover-Messe sieht der ZVEI die elektronischen Bauelemente deshalb am richtigen Platz. Deren Produzenten finden sich dort mit dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und der Büro- und Informationstechnik unter einem Messedach. Zu den bevorzugten Anwendern zählt auch die Branche der Meß-, Prüf-, Steuerungs- und Regeltechnik. Die "Messe der Messen" in Hannover könne wie keine andere Veranstaltung dieser Art die Verzahnung der Mikroelektronik mit allen übrigen Wirtschaftszweigen aufzeigen.

Seelig setzt keine Zweifel daran, daß die deutsche Industrie die Metamorphose von der Mechanik zur Elektronik schaffen und weit mehr Arbeitnehmer als bisher an die Mikroelektronik heranführen werde.

Auch in der Energietechnik und im Ausbau der Kommunikationsnetze sieht der ZVEI große Aufgaben für die Mikroelektronik herankommen. Gleichwohl seien die künftigen Märkte keine Domäne der großen Hersteller. Das letzte Förderungsprogramm für die Mikroelektronik mit nahezu einer halben Million DM sei bereits neun Monate nach seinem Start ausgebucht gewesen, und zwar zu zwei Dritteln von antragstellenden Firmen, die weniger als 200 Mitarbeiter beschäftigen.