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15.03.1985 - 

Datentechnik und Bauelemente mit besonders hohen Zuwachsraten

ZVEI: Nachfrageboom bei DV- und Telecombranche

FRANKFURT (cmd) - Als Jahr des "sehr bemerkenswerten Aufschwungs" für die Elektroindustrie bewertete ZVEI-Präsident Helmut Lohr 1984: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent auf 133,1 Milliarden Mark, die Produktion nahm um 8,7 Prozent zu und der Auftragseingang lag um 13,2 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Wachstumsträger - so betonte Lohr auf der Jahrespressekonferenz des Zentralverbandes der Elektrotechnischen Industrie e. V. in Frankfurt - waren im abgelaufenen Jahr vor allem Innovationsprodukte auf der Basis der Mikroelektronik und hier wiederum die Informations- und Kommunikationstechnik. Den bei weitem höchsten Produktionszuwachs erreichte die Datentechnik mit 33 Prozent, gefolgt vom Bauelementebereich mit 22 Prozent, der Meß- und Regeltechnik mit 15 Prozent und der Nachrichtentechnik mit rund 11 Prozent. Die Herstellung von elektrotechnischen Investitionsgütern insgesamt (ohne Bauelemente) nahm um gut 10 Prozent zu, während die Gebrauchsgüterproduktion mit 1,3 Prozent Zuwachs nur knapp die Vorjahresergebnisse übertraf.

Die unterschiedliche Entwicklung zwischen Investitionsgütern einerseits und Gebrauchsgütern andererseits belegen auch die Umsatzzahlen. Einer Expansion bei den Investitionsgütern um 10,7 Prozent steht eine Abnahme des Gebrauchsgütergeschäfts um 0,3 Prozent gegenüber.

Die Geschäftsergebnisse des Jahres 1984 belegen nach Meinung des ZVEI auch deutlich die starke Exportstellung der deutschen Industrie. So lag die Zahl der Auslandsorders mit 18,5 Prozent deutlich über den Inlandsaufträgen ( + 10,4 Prozent). Die Exporte der Branche nahmen um 16,5 Prozent auf jetzt 59,1 Milliarden zu. Auch hier lagen der Bauelementebereich und die Datentechnik mit dem Zuwachs von 37,1 Prozent beziehungsweise 21,6 Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt. Hauptabnehmerländer deutscher Produkte sind nach wir vor Frankreich, Großbritannien und Italien sowie die USA, die einzige Überseenation in der Exportrangliste.

Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Importe um insgesamt 22 Prozent auf 43,5 Milliarden Mark, wobei ebenfalls der Bauelementesektor und die Datentechnik mit 45,2 beziehungsweise 30,4 Prozent ein überdurchschnittliches Plus zu verzeichnen hatten. Hauptlieferanten sind die USA und Japan mit Erzeugnissen im Wert von 8,8 beziehungsweise 7,3 Milliarden Mark. Damit machten die Einfuhren aus diesen beiden Ländern nahezu 37 Prozent der gesamten Elektro-Importe aus. Alles in allem erzielte die Branche jedoch einen Exportüberschuß von 15,6 Milliarden Mark und übertraf damit das Vorjahresniveau nochmals leicht.

Die positiven Ergebnisse des Jahres 1984 schlugen sich nicht zuletzt auch in der Beschäftigtenzahl nieder: Waren Ende 1983 906 000 Arbeiter und Angestellte registriert, so lag die Zahl der Beschäftigten Ende des letzten Jahres bei 936 000; das sind 32 000 oder 3,5 Prozent mehr. Mit rund 25 000 mehr Mitarbeitern war die Aufstockung in der Informations- und Kommunikationstechnik besonders hoch. Nicht eingerechnet sei mangels statistischer Erfassung dabei, so Lohr, daß vor allem die Erstellung von erforderlicher Anwender-Software beim Einsatz dieser Geräte sehr beschäftigungsintensiv sei und zusätzliche Arbeitsplätze schaffe.

Für 1985 rechnet der ZVEI mit einem realen Produktionswachstum von fünf bis sechs Prozent und damit wiederum mit einem guten Jahr für die Elektroindustrie, wenn sich auch die Inlandsnachfrage seit November vorigen Jahres abgeschwächt habe und die Auslandsnachfrage flacher, aber immer noch mit kräftigen Zuwachsraten verlaufe.

Optimistisch zeigte sich Lohr auch im Hinblick auf die Aussichten der deutschen Elektroindustrie, im internationalen Technologiewettbewerb vorne zu bleiben. In keinem Land hielten Unternehmen in so vielen Bereichen des weltweiten Wettbewerbs so viele Spitzenpositionen wie die deutschen. Man könne auf allen Gebieten technologisch mithalten, auch dort, wo die Bedingungen dafür ökonomisch weit schlechter seien als anderswo. Viele internationale Vergleiche seien daher auch kaum aussagefähig, wie Lohr anhand einiger Beispiele zu belegen suchte:

þBeim Weltexport an "High-Tech"-Erzeugnissen habe die Bundesrepublik 1982 nach der Abgrenzung des Münchner Ifo-Instituts mit einem Anteil von gut 20 Prozent knapp vor Japan und deutlich vor den USA (13 Prozent) gelegen. Seither habe die deutsche Industrie ihre Position noch weiter stärken können.

þBei den Patentanmeldungen habe die Bundesrepublik 1983 weltweit fast 80 000 Anmeldungen erreicht, die Japaner rund 50 000.

þBei Schlüsselpatenten (Anmeldungen in mindestens 15 Ländern) habe die deutsche Industrie 1983 rund 5400 Anmeldungen verzeichnet, Japan nur etwa 1000.

þGegenüber Japan habe die Bundesrepublik einen positiven Patent- und Lizenzsaldo. Zwei Drittel des deutschen Überschusses werde mit Patenten aus der Elektrotechnik erzielt.

þDer Exportanteil der Elektroindustrie an der vergleichbaren Produktion liege in der Bundesrepublik mit 58 Prozent fast doppelt so hoch wie in Japan (30 Prozent). Ähnliches gelte auch für den Pro-Kopf-Export beider Länder.

þAuch ein volkswirtschaftlicher Gesamtvergleich zeigt nach Meinung des ZVEI-Präsidenten, daß "die Realität bescheidener aussieht, als die Dramaturgen spektakulärer Vergleiche dies glauben machen wollen".