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01.05.1987 - 

Deutsche Telecom-Branche verweist auf ihre Exporterfolge:

ZVEI tritt McKinsey-Kritik entgegen

FRANKFURT (CW) - In einer "ersten vorläufigen Stellungnahme" hat der ZVEI die McKinsey-Aussage zurückgewiesen, die Produkte der deutschen Fernmeldeindustrie seien wegen deren enger Bindung an die Bundespost international nicht wettbewerbsfähig (siehe CW Nr. 16 vom 17. April, Seite 1).

Als Gegenbeweis führt der ZVEI-Fachverband Informations- und Kommunikationstechnik in Frankfurt das Thema ISDN an, bei dem die deutsche Telecom-Branche "weltweit eine Spitzenstellung" einnehme. Diese Leistungsfähigkeit beruhe nicht zuletzt auf der Tatsache, daß den Herstellern von ISDN-Systemen und -Geräten von der Bundespost Planungssicherheit gegeben worden sei und daß die Post die weltweite Standardisierung vorangetrieben habe.

Für unzureichend halten die Frankfurter auch den am Beispiel der Vermittlungstechnik erhobenen Vorwurf der McKinsey-Consultants, die Bundespost orientiere sich bei ihrer Beschaffungspolitik nicht an den Kundenwünschen und habe dadurch Innovationshemmnisse ausgelöst. Die in den 70er Jahren eingesetzte Analogtechnik habe beispielsweise im Unterschied zu anderen Ländern nicht wegen Störanfälligkeit ausgewechselt werden müssen.

Die heute von deutschen oder in Deutschland produzierenden Unternehmen angebotenen digitalen Vermittlungssysteme sind nach Meinung des ZVEI nicht nur "technisch hervorragend, sondern auch international wettbewerbsfähig": So werde das System EWSD in 28 Länder mit 65 Fernmeldeverwaltungen, das System 12 in 23 Länder exportiert. Dabei handele es sich nicht um eine "nationale" Technik, sondern um Systeme, die den jeweiligen nationalen Besonderheiten angepaßt werden müßten. Derartige Spezifikationen seien üblich und in den USA bei der Vermittlungstechnik weit komplizierter als in Deutschland.

Im übrigen will der ZVEI-Fachverband die McKinsey-Studie "noch sorgfältig" analysieren. Sollten jedoch die bisher bekannten Auszüge inhaltlich zutreffen, dann könne man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Gutachter "lediglich Klischeevorstellungen der 70er Jahre" aufgegriffen hätten.