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31.05.1996 - 

Telekommunikation und Datentechnik auch künftig stabile Faktoren

ZVEI warnt bei elektronischen Bauelementen vor einer Flaute

"Selten hatte die deutsche Bauelemente-Industrie ein so gutes Jahr wie 1995", charakterisierte der Vorsitzende des ZVEI-Fachverbandes Bauelemente in der Elektronik, Jürgen Knorr, die Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Mit einer Umsatzsteigerung von 21 Prozent auf 22,2 Milliarden Mark verzeichnete man einen der stärksten Wachstumsschübe der beiden letzten Jahrzehnte. Erstmals überschritt der deutsche Markt dabei die Marke von 20 Milliarden Mark. Angetrieben wurde diese positive Entwicklung vor allem durch das hervorragende Geschäft in den Bereichen Datentechnik (plus 33 Prozent) sowie Telekommunikation (plus 25 Prozent).

Den stärksten Zuwachs verzeichneten die aktiven Bauelemente (Halbleiter, Röhren, Displays) mit einem Anstieg von 30 Prozent auf zusammen 13,8 Milliarden Mark, was einem Anteil am gesamten Bauelementeaufkommen von 60 Prozent entspricht. Die integrierten Schaltungen (Chips) konnten dabei mit rund zwölf Milliarden Mark Umsatz zum ersten Mal die Zehn-Milliarden-Hürde überspringen. Bei Röhren und Displays wurde hingegen ein moderates Wachstum um fünf Prozent auf 1,38 Milliarden Mark verzeichnet. Umsatzmotor war hier, so der Fachverband, der noch kleine Bereich der Flach-Displays, der um 23 Prozent zulegte - getrieben durch die Nachfrage aus der Telekommunikation und der Industrieelektronik.

Die gute Halbleiterkonjunktur bescherte aber auch den passiven Bauelementen (Widerstände, Induktivitäten, Kondensatoren) eine Expansion in Höhe von fast neun Prozent auf über drei Milliarden Mark. Allerdings ging hier der Bedarf in der Datentechnik um rund zehn Prozent zurück. Die Sparten Industrietechnik und vor allem Telekommunika- tion (Mobilfunk, schnurlose Telefone) konnten dieses Minus jedoch mit zweistelligen Zuwachsraten ausgleichen.

Mit Blick auf das Jahr 1996 sieht Knorr jedoch eine deutliche Abkühlung auf die Branche zukommen. Innerhalb weniger Monate habe sich das Bild auf dem weltweiten Markt für elektronische Baulemente stark verändert. Die Preise seien erheblich gefallen die "Verknappung" bei einigen Produktgruppen habe sich normalisiert. "Bei den markttreibenden Halbleitern rechnen wir mit einem weiteren spürbaren Preisverfall, während die Volumina weiter zunehmen werden", führte der Branchensprecher aus.

Alles in allem rechnen die ZVEI-Analysten 1996 nur mit einem Umsatzplus von maximal sieben Prozent, wobei die Halbleiter mit einem prognostizierten Wachstum von zehn Prozent noch am besten abschneiden dürften. Speziell diese Rate liegt aber über den entsprechenden Prognosen für den weltweiten Halbleitermarkt, die von der Industrie bereits von ursprünglich rund 25 auf sieben bis acht Prozent nach unten korrigiert wurden. Bei den passiven Bauelementen geht man indes von einer Umsatzsteigerung in der Größenordnung von zwei Prozent aus.

Trotzdem sei für 1997 wie auch längerfristig wieder mit einem zweistelligen Wachstum zu rechnen. Die Impulse für eine dann insgesamt wieder bessere Geschäftsentwicklung würden mehr denn je von der Halbleitertechnik sowie den Anwendungsbereichen Datentechnik und Telekommunikation ausgehen. Eine Entwicklung übrigens, die, wie am Rande der ZVEI-Veranstaltung beklagt wurde, am Arbeitsmarkt offensichtlich vollkommen vorbeigeht. Selbst im Boomjahr 1995 sei nur eine "Stabilisierung" der Beschäftigtenzahl gelungen. 1996 könnte es sogar zu einem weiteren Stellenabbau bei den seit 1990 um 14000 auf insgesamt 76000 reduzierten Mitarbeitern kommen, hieß es vor der Presse in München.