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24.12.1993

Zwangshandlungen der Mainframer Dieter Eckbauer

Eine Megaheadline ueber das Jahr 1993 muesste ausdruecken, dass sich in der Unternehmens-DV nichts bewegt hat, ausser in Richtung Outsourcing. Damit waere der Umstand beschrieben, dass sich die Anwenderfirmen in der Rezession auf das Kerngeschaeft konzentrieren, zu der die DV nach Ansicht vieler eben nicht gehoert. Andernfalls stimmte etwas nicht, wenn DV-technische Entwicklungen ignoriert, mehr noch, wenn Notwendigkeiten, die bereits anerkannt schienen, erneut in Frage gestellt werden, und sich die Penetrationsprogramme einiger Anbieter darin erschoepfen, offene Systeme madig zu machen. Damit korrespondiert eine Propaganda fuer proprietaere Systeme dergestalt, dass traditionelle Hardwarehersteller wie IBM und SNI wieder dem Mainframe das Wort reden.

Argumente, allesamt aus der Mottenkiste: Eine zentralistische, monolithische Architektur sei kontrollierbar, zuverlaessig und wirtschaflich - Client-Server dagegen chaotisch, nicht sicher und ein Fass ohne Boden, was die Kosten betrifft. Nun gehoert schon eine gehoerige Portion Borniertheit dazu, DV-Entscheidern heute noch derartige Vergleiche zuzumuten. Abgesehen davon, dass es verlaessliche Gegenueberstellungen der Kosten von zentraler DV und Client-Server-Systemen bisher nicht gibt, stellt sich das Problem "Mainframe versus Client-Server" gar nicht.

Client-Server-Systeme sind das zwangslaeufige Ergebnis DV- technologischer Evolution, die durch Miniaturisierung gekennzeichnet ist - sichtbar bei den PCs, den Clients -, und die auch die Server-Plattformen fuer die Unternehmens-DV zu handlichen Kraftpaketen schrumpfen laesst. Der Terminus "Mainframe" bezeichnet das Alte. Was also hindert die Anwender daran, nach neuen Transaction-Processing-Loesungen zu suchen? Von Mainframe- Ueberlegenheit keine Spur: Die Abloesung ist das eigentliche Problem, wobei die Sperre auch nichttechnischer Art sein kann.

Offenheit faengt im Kopf an - und mit einer brauchbaren Definition von "Open Systems". Doch da koennen Mainframe-Hardliner ihre Freude haben: Mit Portabilitaet, Interoperabilitaet und Peer-to-peer- Networking wird so lange jongliert, bis auch bei dem aufgeschlossensten Open-Systems-Befuerworter das letzte Fuenkchen Verstaendnis futsch ist - Mainframe-DV, da weiss man wenigstens, was man hat.

Verschwiegen wird, was doch alle wissen: Es liegt im Wesen der monolithischen Mainframe-Architekur, die Kunden abhaengig zu machen von ihrem proprietaeren Lieferanten - bei der Hardware, bei der Systemsoftware, bei den Anwendungen. Hier haben wir eine Beschreibung der IBM-370-Welt. Ein US-Anwender sagt, warum er fuer offene Systeme ist. Die "Computerworld" zitiert Jim Stikeleather, Leiter Systementwicklung bei der Lebensmittelkette Kash n' Karry Food Stores, Inc.: "Wir wollten unser Schicksal selbst bestimmen. Wir haben frueher Witze gemacht ueber den jaehrlichen Besuch des Vertriebsrepraesentanten unseres DV-Hauptlieferanten, der uns erklaerte, wie unser IT-Budget im naechsten Jahr aussehen werde." Dem ist nichts hinzuzufuegen.