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08.07.1994

Zwangspause fuer Arbeit an Client-Server-Loesung Zahlreiche Entwickler verlassen innovativsten Bereich von MAI

MUENCHEN (ade) - Nach Finanzproblemen und Uebernahmequerelen im Fruehjahr letzten Jahres herrscht bei der MAI GmbH abermals Unruhe. Jetzt hat die Entwicklungs-Crew der wohl zukunftstraechtigsten MAI- Loesung "Kompas" das Unternehmen verlassen, um das Ruder in die eigenen Haende zu nehmen. Auch Geschaeftsfuehrer Gerd Steffen musste die Segel streichen.

Eine Kuendigungswelle ueberflutet die MAI-Niederlassung, Neu- Isenburg: Vertriebsleiter Klaus Treudt ist seit Ende Juni auf eigenen Wunsch nicht mehr im Unternehmen taetig. Zudem haben Insidern zufolge einige sogenannte Softwarehaus-Leiter sowie etwa 15 C- beziehungsweise C++-Entwickler aus dem Entwicklungsbereich "Kompas" ihren Dienst quittiert. Des weiteren kehrten rund acht Berater dem Unternehmen den Ruecken. Unfreiwillig schied hingegen der seit sieben Jahren als Geschaeftsfuehrer taetige Gerd Steffen aus dem Amt.

Branchenkennern zufolge reissen die Kuendigungen tiefe Loecher in die Entwicklungsarbeit bei MAI. So stehen dem Unternehmen "praktisch keine Entwickler" mehr fuer das wohl innovativste Projekt "Kompas" zur Verfuegung. Saemtliche uebriggebliebenen Programmierer arbeiten in dem alten Business-Basic-Segment. Dabei handelt es sich internen Quellen zufolge zumeist um Mitarbeiter fuer Wartung und Installation.

"Die ausgeschiedenen Entwickler und Berater haben sich mit der Unternehmensstrategie nicht zurechtgefunden", berichtet ein Betroffener. Ein klares Ziel habe gefehlt. Geruechten, wonach die Entwickler in der Schleupen Computersysteme GmbH, Ettlingen, einen neuen Arbeitgeber gefunden haben, wollte das kurz vor der Gruendung stehende Unternehmen nicht bestaetigen.

Ungeachtet der Kuendigungen uebt sich Alexander Steuernagel in Optimismus. "Auf die Klientel haben sie keine Auswirkungen", behauptet der Marketing-Direktor von MAI. Die Entwicklung des auf Basic basierenden MAI-Loesungssystems "Kivas" sei von den Vertragsaufloesungen nicht betroffen. Der Grossteil der verbliebenen Mitarbeiter sei in diesem Bereich taetig. Trotzdem komme es sicherlich zu internen Verschiebungen.

Lediglich die Arbeit an dem mit C++-und 4GL-Tools neu entwickelten Client-Server-Produkt "Kompas" leide unter den Kuendigungen. Jedoch seien rund 25 der Kompas-Entwickler nach wie vor im Unternehmen taetig. Steuernagel geht davon aus, dass sich die Entwicklung des neuen Anwendungssystems um zirka sechs Monate verzoegern wird. Ein Defizit an Programmierern herrsche jedoch nicht: "Es ist mittlerweile nicht mehr schwer, gute Entwickler kurzfristig zu erhalten", zeigt sich der Marketing-Chef ueberzeugt.

Mehrere Erklaerungen fuer die Kuendigungen

Waehrend Insider davon ausgehen, dass die Kuendigungen mit dem Ausscheiden von Geschaeftsfuehrer Gerd Steffen zusammenhaengen, hebt Steuernagel Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Geschaeftsfuehrer und den Anteilseignern hervor. Die Beteiligten des Unternehmens, darunter mehrere US-Finanzinstitute, eine belgische sowie eine kanadische Bank, haetten sich mit Steffen "darauf geeinigt, dass man in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten wird". Vor allem habe es Differenzen ueber die Geschaeftspolitik im Segment Gesundheitswesen gegeben. Dieses "ist unser weitaus umsatzstaerkster Bereich", betont Steuernagel.