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24.04.1998 - 

Zwei Cisco-Switches legen Unternehmen lahm

Zwei Cisco-Switches legen Unternehmen lahm Frame-Relay-Netz von AT&T fiel 27 Stunden aus

Der Alptraum vieler Netz-Manager ereignete sich kürzlich in den USA: Der Totalausfall der WAN-Verbindungen über einen ganzen Tag.Mehrere tausend amerikanische Firmen waren ohne Netzanschluß.

Unternehmen, die das Frame-Relay-Netz von AT&T nutzen, konnten 27 Stunden lang nicht mit ihren Filialen kommunizieren.Bei zahlreichen Retail-Organisationen wie etwa dem Online-Softwareverkäufer Egghead.com oder der Pier 1 Imports Inc. lagen sämtliche Geschäfte auf Eis.Von dem Ausfall betroffen waren auch viele Reisebüros, die an das 7000 Knoten umfassende Worldspan-Netz angebunden sind. Worldspan ist eines der größten AT&T-Frame-Relay-Netze.

ISDN als Notnagel

Während diese Unternehmen mit einem Totalausfall ihrer Datenverbindungen zu kämpfen hatten, kamen andere Companies wie die Wells Fargo Bank mit einem blauen Auge davon.Die Banker hielten zumindest einen Teil ihrer Geldautomaten in Betrieb, da sie rechtzeitig eine Backup-Lösung auf ISDN-Basis installiert hatten.Andere Institutionen wie beispielsweise Mastercard International konnten ihre Geschäfte ebenfalls nur deshalb fortsetzen, weil sie das in den USA als teuer und rückständig verrufene ISDN als Backup-Medium nutzten.Mehr schlecht als recht fuhren manche betroffenen Unternehmen eine Art Notbetrieb über ihre veralteten Modemverbindungen mit Transferraten von 9600 Bit/s.

Brad Williams, Senior Telecommunications Analyst bei Pier 1 Imports, hat aus dem Desaster seine Lehre gezogen: "Wir werden künftig jeden Anbieter auf seine Backup-Strategie hin durchleuchten."Unisono werten Analysten die Krise als Beleg dafür, wie wichtig eine vernünftige Backup-Strategie ist.Selbst wenn die eingesetzten WAN-Verbindungen wie im Falle von AT&T als zuverlässig gelten, so der Rat der Analysten, sei eine Vorsorge unverzichtbar.

Besonders peinlich ist der katastrophale Ausfall für AT&T.Im Januar hatte nämlich Michael Armstrong, President und CEO, noch vollmundig den Frame-Relay-Anwendern Serviceverträge in Aussicht gestellt, die eine 99,9prozentige Verfügbarkeit des Netzes garantieren.Ferner wollte man in diesen Vereinbarungen eine Fehlerbehebungszeit von vier Stunden zusichern.

Beim aktuellen Netzkollaps benötigte AT&T 27 Stunden, um das Netz wieder in Betrieb zu nehmen.Allerdings hatte AT&T bis Redaktionsschluß immer noch nicht die eigentliche Ursache des Zusammenbruches gefunden.Bislang ist lediglich klar, daß zwei der 145 Switches nicht richtig funktionierten.Als die Fehler sich dann fortpflanzten, brach das gesamte Frame-Relay-Netz zusammen.

Der Netzausfall bringt jedoch nicht nur AT&T, das mit dem Dienst eine Milliarde Dollar umsetzt, in Erklärungsnöte.Ebenso betroffen ist auch Netzhersteller Cisco, von dem die beiden die Katastrophe auslösenden Stratacom Frame Relay Switches stammen.Der Hersteller, der die hohen Preise seiner Produkte immer mit deren Ausfallsicherheit verteidigt, ist bislang in Sachen Fehlerursache ratlos.Mutmaßungen bei AT&T deuten darauf hin, daß es sich um einen Softwarefehler in den Switches handeln könnte.