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09.09.1977 - 

Leasing und Mixen bei der MAK, Kiel:

Zwei Computer für den Preis von einem

KIEL (hö)-Er hat vor fünf Jahren damit begonnen und bleibt auch heute seinem Konzept treu: Leasing- und Mixed-Hardware-Fan Ulrich Nelte, EDV-Chef der MAK Maschinenbau in Kiel. Sein neuester Clou: Zwei IBM-Systeme zum Preis von einem. Zu der bis dato installierten 370/145, die bereits von ursprünglich 256 K mit Fremdspeicher auf 1 Megabyte aufgestockt wurde, kommt jetzt als Duplex-System eine 138 mit einer Kapazität von ? Megabyte. Dazu Nelte: "Das war ganz einfach. Zu Anfang hatten wir die 145 von IBM gekauft und mit einem kündbaren langfristigen Vertrag geleast. Jetzt - nach den ersten zwei Jahren Laufzeit - konnten wir das System aus dem Vertrag ,herausnehmen' und zusammen mit der 138 als neues Leasing-Package für eine längere Laufzeit leasen." Der Effekt dieser Maßnahme ist, daß die MAK jetzt zu den gleichen monatlichen Raten, die für das 145-Leasing anfielen, beide Systeme zusammen betreiben kann.

Entsprechend den unterschiedlichen Vertragslaufzeiten für die gemixte und ebenfalls geleaste Peripherie wurde dieser neue Vertrag gestuft: Im ersten Teil bezahlt Nelte für die 138 niedrigere Ratent in der zweiten Hälfte der Laufzeit höhere. Da so auch die Peripherie doppelt vorhanden ist, glaubt der Kieler EDV-Chef, daß in Sachen Hardwareplanung für die nächsten zwei Jahre erst einmal Ruhe eingetreten ist: "...und wir uns den laufenden und geplanten Anwendungen widmen können."

Sollten sich jedoch in dieser Zeit entscheidende Veränderungen auf dem EDV-Markt auftun, will Nelte keineswegs die "Scheuklappen" auflassen: "Natürlich werden wir uns dann anpassen, trotz bestehender Verträge. Denn gerade die Leasing- und Mixed-Hardware-Firmen sind eher bereit, ein Gerät zurückzukaufen oder in neue Verträge einzubauen."

Trotz allem beobachtet Nelte alle IBM-Neuankündigungen, denn "wo IBM gute Alternativen anbietet, werden wir diese selbstverständlich einsetzen". Sehr attraktiv fand er zum Beispiel die neuen Bildschirme: "Wenn die Lieferzeiten kürzer wären, hätten wir schon längst ein paar im Haus."

Selbst unter dem Aspekt des Hardware-Preisverfalls gibt Ulrich Nelte dem Mixed-Hardware-Business auch in Zukunft noch eine gute Chance, die er selbst in vier Punkten erläutert:

"Die gleichen Vorteile, die vor fünf Jahren zum Einsatz von Mixed Hardware geführt haben, gelten für uns noch heute noch, wenn auch mit etwas Verschobener Gewichtung.

1. Mixed-Hardware-Geräte werden nach wie vor 20 bis 30 Prozent preisgünstiger angeboten, wenngleich das Preis-/Leistungsverhältnis für IBM-Geräte erheblich günstiger geworden ist. Selbst bei mittelgroßen Anlagen, wie zum Beispiel 370/138 lassen sich noch Einsparungen von 10 000 Mark monatlich erzielen. Auch auf dem Terminal-Sektor rechnen wir trotz der derzeit herrschenden Unsicherheit mit einer marktgerechten Anpassung der Mixed-Hardware-Hersteller, und das ist uns bereits angekündigt.

2. Nach wie vor gilt, daß Mixed-Hardware-Anbieter nicht nur IBM-Geräte nachbauen, sondern diese oft als verbesserte Version anbieten, so zum Beispiel durch größere oder differenziertere Ausbaumöglichkeiten für Zusatzspeicher, schnellere Lese- und Schreib-Zugriffsgeschwindigkeiten bei peripheren Geräten. Oder bei Terminals, hier gibt es zusätzliche Anschlußmöglichkeiten, die den Einsatz eines solchen Gerätes in den Anwendungsbereichen überhaupt erst möglich machen. Wie etwa eine Disketten-Station an Steuerrechnern, wo vergleichsweise einfache Steuereinheiten, wie die IBM sie anbietet, so etwas nicht können.

3. Nach wie vor gilt, daß die Mixed-Hardware-Hersteller sehr flexibel sind. Das betrifft die Lieferzeit, aber auch den Austausch von gebrauchten oder geleasten Geräten bei Neuankündigungen und vor allem bei der Miet-Kauf-Vertragsgestaltung. Es gibt nirgendwo so starre Verträge wie bei der IBM.

4. Der Service der Mixed-Hardware-Hersteller hat im Laufe der letzten Jahre - nach manchen Anfangsschwierigkeiten - erheblich an Sicherheit und Qualität gewonnen. Das Risiko für den Einsatz von Mixed Hardware ist also gering geworden. Nach unserer Auffassung darf auch nicht unberücksichtigt bleiben, daß der Mixed-Hardware-Markt dazu beigetragen hat, daß die IBM die jetzt durch den Einsatz neuer Techniken gewonnenen Kostenvorteile auch wirklich als Preisvorteile an den Kunden weitergibt."