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07.11.1975

Zwei Drucker!

Speziell bei kleineren Installationen stellt sich sehr oft die Frage, ob man das System mit einem oder mit zwei Druckern betreiben soll. Die Frage erstreckt sich nicht darauf, ob ein schneller oder zwei langsame Drucker installiert werden sollen, sondern ob es sich um zwei gleich schnelle Drucker handelt. Dieses Problem ist besonders akut in einem Grenzbereich von ca. 6-15 Millionen Druckzeilen pro Monat. Es gibt eine Vielzahl von Argumenten, welche für und gegen einen zweiten Drucker sprechen. Der Anwender sollte sich anhand der folgenden Kriterien selbst sein Urteil bilden.

Drucklast in Millionen Zeilen

Der erste Ansatzpunkt muß naturgemäß die Auslastung sein. Man darf nicht den Fehler begehen, die Nennleistung pro Stunden anzusetzen, um eine Auslastung in Stunden pro Monat kommen. Die Nennleistung wird generell nicht erreicht. Dies hat seine Ursache in Problemen des Rüstens hinsichtlich Papier- und Vorschubbandwechsel und hinsichtlich der Kettenauslegung. Je nach Häufigkeit der einzelnen Zeichen auf der Druckkette sinkt die Leistung ganz ab. Dies wird besonders deutlich, wenn man Druckkette mit Groß- und Kleinschreibung benutzt. Hier kann die Nennleistung bis auf die Hälfte absinken.

Spoolingsystem

Es ist von ganz entscheidender Bedeutung, ob ein Spooling-System benutzt wird oder nicht. Durch ein derartiges System wird der gesamte Druck-Output über Platten gepuffert, so daß die Verarbeitung nicht mehr durch den langsamen Drucker gehemmt wird. Selbst wenn der Drucker ausfallen sollte, kann die Verarbeitung noch so lange fortgeführt werden, bis die Druck-Qeue voll ist.

Die Verwendung eines Spooling-Systems ist demnach erstens ein Beitrag zur Hebung des Durchsatzes, aber auch ein Mittel zur Sicherheit. Mit einem Spooling-System kann man die Entscheidung für einen zweiten Drucker eine gewisse Zeit hinausschieben. Allerdings muß man bei einem Spooling-System berücksichtigen, daß man für den Druck-Output entsprechenden Plattenplatz benötigt. Wenn speziell große Druckjobs über Platten gefahren werden, kann es einer Behinderung der Verarbeitung insofern kommen, die Parition den Druck-Output nicht aus dem System entsprechender Geschwindigkeit herausbringt, weil keinen Plattenplatz zum Herausschreiben mehr hat.

Schichtstunden pro Monat

Bei vielen kleinen und mittleren Systemen eine oder zwei Schichten vor. Es ist die Regel, daß Schichtplanung nicht aufgeht, so daß Überstunden anfallen. Bei Verwendung eines Spooling-Systems tritt sehr oft der Effekt auf, daß die Verarbeitung abends bereits seit Stunden beendet ist, der Drucker jedoch noch für Stunden ausgelastet ist. Da die Arbeiten dann meistens am nächsten Morgen fertig sein müssen, ist die Technik des "Warm-Starts" in solchen Fällen von der Sache her nicht möglich. Wäre jetzt ein zweiter Drucker verfügbar, könnten viele Schichtstunden eingespart werden. Man sollte anhand seiner Job-Accounting-Daten und Schicht-Aufschreibungen errechnen, wie oft dies pro Monat der Fall ist. Spätestens dann, wenn die Kosten der Überstunden die eines Druckers erreichen, sollte man einen zweiten Drucker abhängig von der absoluten Auslastung installieren.

Lieferzeitenanforderungen

Es darf nicht vergessen werden, die Anforderungen der Fachbereiche und der Programmierer hinsichtlich Schnelligkeit der Lieferung der Auswertungen zu erwähnen. Man sollte versuchen, herauszufinden, welche Wartezeiten bei Fachbereichen und Programmierern entstehen, wenn nur ein Drucker installiert ist. Jede Stunde Wartezeit bei der Programmierung ist dabei bares Geld für das Unternehmen, welches im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster herausgeschmissen wurde, falls man dies durch einen zweiten Drucker vermeiden kann. Man sollte sich ferner gezielt dahingehend Gedanken machen, was die Wartezeiten und Rückfragen seitens der Fachbereiche kosten. Mitunter führt eine zögernde Belieferung der Fachbereiche seitens des Rechenzentrums zu Personalaufstockungen in den Fachbereichen.

Ausfallzeiten

Spätestens dann, wenn das gesamte Rechenzentrum wegen eines defekten Druckers ausfällt, merkt man, was es das Unternehmen kostet, wenn die gesamte Verarbeitung blockiert wird. Auch bei kleineren und mittleren Systemen entstehen leicht Kosten von 200 DM pro Stunde und mehr. Man sollte natürlich berücksichtigen, wie oft ein derartiger Fall in der Praxis vorkommt.

Fazit

Man sollte nicht auf das Geschwätz vieler EDV-Leiter hören, die meinen, daß nur die Auslastung entscheidend sei, ob ein oder zwei Drucker zu installieren sind. Es gibt auch andere Gründe, die die Installation eines zweiten Druckers rechtfertigen. Man sollte sich die Mühe machen, alle Gründe zusammenzutragen und dann in Ruhe seine eigene Entscheidung treffen. Wer nur nach der Devise vorgeht, "bei uns wird gespart, koste es, was es wolle" kann für sich nicht in Anspruch nehmen, ein kostenbewußter EDV-Leiter zu sein.