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13.05.1994

Zwei neue GmbHs sowie Konzentration der Fertigung sollen Effizienz steigern Alcatel SEL verzeichnet fuer 1993 ein Umsatzminus von elf Prozent

STUTTGART (hi) - Der Stuttgarter Kommunikationshersteller Alcatel SEL, deutsche Tochter von Alcatel, verzeichnete im Geschaeftsjahr 1993 einen Umsatzrueckgang um elf Prozent von 6,3 Milliarden Mark auf 5,6 Milliarden Mark. Neben der allgemeinen konjunkturellen Schwaeche sieht das Unternehmen in dem anhaltenden Preisverfall einen der Gruende fuer die Einbusse. Zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung wollen die Stuttgarter zwei neue GmbHs gruenden sowie einen Produktionsstandort schliessen.

Die gesamtwirtschaftliche Situation spiegelt sich nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Zeidler auch im Auftragseingang der Alcatel SEL AG wider. Im Vergleich zum Vorjahr bekamen die Stuttgarter mit einem Volumen von fuenf Milliarden Mark 20 Prozent weniger Auftraege und hatten am Jahresende 1993 einen Auftragsbestand von 4,8 Milliarden Mark.

Der deutsche Konzernteil erwirtschaftete 1993 einen Ueberschuss in Hoehe von 107,2 Millionen Mark, waehrend im Vorjahr noch ein Gewinn von 160,1 Millionen Mark erzielt worden war. Dieses Minus ist laut Zeidler im wesentlichen auf die negativen Volumen- und Preiseffekte zurueckzufuehren. Trotz des allgemeinen Umsatzrueckgangs von zehn Prozent bei den Anbietern von Kommunikationshardware will man bei Alcatel nicht in den boomenden Betreibermarkt einsteigen, da ein Konfrontationskurs gegen die derzeitigen Kunden vermieden werden soll. Allerdings werde sich Alcatel auch weiterhin wie in Kasachstan am Betrieb der Netze beteiligen, falls dies die Carrier wuenschen.

Zwar rechnet Zeidler nicht damit, dass sein Unternehmen 1994 wieder waechst, hofft jedoch, das 93er Niveau zu halten. Fuer die Zukunft will der Vorstandsvorsitzende neue Geschaeftsfelder wie das interaktive Fernsehen, Corporate Networks sowie Verkehrs- Management erschliessen.

Zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung plant Zeidler die Konzentration der Vermittlungs- und Uebertragungstechnik in den Werken Gunzenhausen, Arnstadt sowie Rochlitz und die Schliessung des Produktionsstandortes Stuttgart. Die Landeshauptstadt, so der Vorstandsvorsitzende, "bleibt nach wie vor der groesste Standort, allerdings mit einem neuen Beschaeftigungschwerpunkt". Nach den Worten von Zeidler sollen in der Schwabenmetropole "Software und Services eine Zukunft haben".

Darueber hinaus plant die Unternehmensleitung die Gruendung zweier GmbHs. Bereits zum 1. Juli 1994 soll der Produktbereich Mobilkommunikation in eine GmbH ueberfuehrt werden. Bis zum 1. Januar 1995 ist dann die Ausgliederung des Unternehmensbereiches Buerokommunikation vorgesehen. Von diesen Massnahmen verspricht sich Zeidler eine Buendelung der Entscheidungsbefugnisse sowie eine bessere Kooperation im internationalen Alcatel-Verbund.

Als Konsequenz der Neuordnung sowie der Fertigungskonzentration will das Unternehmen bis Ende 1995 weitere 1500 Jobs streichen. Im Stuttgarter Werk mit derzeit rund 900 Arbeitsplaetzen sind von den Kuerzungen etwa 600 Stellen betroffen.