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18.10.1996 - 

Kritik an Standardisierung ê la Bill Gates

Zwei Objektmodelle werden in Zukunft konkurrieren

18.10.1996

"Unsere Kunden verlangen Internet-Standards", erklärte Gates anläßlich einer Frage-und-Antwort-Session mit Analysten der Gartner Group. "Wir müssen diese Standards in unsere Betriebssysteme integrieren - sonst finden die Kunden andere Betriebssysteme, die das können."

Die Entwicklung der Komponententechnik übertrug Gates nach eigenem Bekunden an die Open Group, weil "jedermann verstehen soll, daß es sich nicht um eine Technik handelt, die allein der Windows-Welt vorbehalten ist". Microsoft habe längst angekündigt, die hauseigene Objekttechnik auch auf den Macintosh von Apple sowie auf das Unix-Betriebssystem zu portieren. Eine MVS-Version sei zwar noch nicht in Sicht, aber Gates wolle die IBM und die Darmstädter Software AG dazu bewegen, in dieser Richtung aktiv zu werden.

Wettbewerber haben Microsoft in Verdacht, COM/DCOM als einzig relevantes Objektmodell für die Industrie durchsetzen zu wollen. An einer Interoperabilität mit den Standards Common Object Request Broker Architecture (Corba) und der dazugehörigen Transporttechnik IIOP (Internet Inter-ORB Protocol) von der Object Management Group (OMG) sei Gates nicht gelegen, so der Vorwurf. Dem entgegnete der Microsoft-Chef, es werde in Zukunft wahrscheinlich mehrere Objektmodelle geben, die zusammenarbeiten müßten.

An eine Interoperabilität beider Welten mag jedoch Netscape-Manager Carl Cagill nicht glauben. "Warum wird hier ein Prozeß in Gang gebracht, den niemand braucht? Die OMG hat ausgewiesene Fähigkeiten, was die Standardisierung von Objekttechniken angeht", moniert der Standardisierungsexperte im Gespräch mit dem britischen Branchendienst "Computergram". Nun seien die Anwender objektorientierter Programme künftig mit zwei inkompatiblen Objektmodellen konfrontiert.

Wie unwahrscheinlich die Interoperabilität zwischen diesen beiden Modellen ist, mag eine Stellungnahme von Microsoft-Vice-President Paul Maritz verdeutlichen. Wenn es ein "genuines Interesse" an einem Zusammenspiel mit dem IIOP-Standard gebe, "werden wir dies prüfen", meinte der Microsoft-Mann. Für Chris Stone, President der OMG, sind diese Perspektiven keineswegs erfreulich: Rund um Microsoft wolle künftig eine geschlossene Gruppe von Herstellern darüber befinden, was wann und zu welchen Kosten gebaut werden soll. "Das hat nichts mehr mit Standardisierung zu tun.