Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.01.1982

Zweite Generation von Personal Computern steht ins Haus:Tandys 16-Bit-Mikro mit Motorola-Prozessor

NEW YORK (VWD) - Die Tandy Corp. gibt sich geheimnisvoll: Für den 19. Januar hat man eine Produktvorstellung angekündigt und es wohlweislich unterlassen zu sagen, um was es geht. Benjamin Rosen, Branchenkenner und Herausgeber eines Fachinformationsdienstes, glaubt zu wissen, daß Tandy als erster der großen Hersteller von Personal Computern eine Maschine der zweiten, der 16-Bit-Generation vorstellen wird.

Als Herz soll dem neuen Tandy-Rechner ein Motorola-Prozessor, der 68000, eingepflanzt worden sein. Für ihre TRS-80-Rechner setzte Tandy bislang Mikroprozessoren der Exxon-Tochter Zilog ein, war gleichzeitig aber auch Motorola-Kunde. Die Lieferung des 68000 an Tandy wäre für Motorola an sich kein überwältigendes Geschäft. Bei Abnahme entsprechender Stückzahlen sind die CPUs für 50 Dollar und weniger zu haben, und auch sie dürften vom branchenüblichen Preisverfall kaum verschont bleiben. Gleichwohl sieht man bei Motorola im Tandy-Abschluß einen entscheidenden Durchbruch. Das CPU-Geschäft nämlich ist nur die Spitze des Umsatz-Eisbergs.

Chuck Thomson, bei Motorola zuständig für internationales Marketing, meint, sein Unternehmen könne unter Einbeziehung der Bauelemente, mit denen die CPU den Kontakt zur Außenwelt herstellt, mit jedem Prozessor-Verkauf ein Vielfaches des Prozessor-Preises umsetzen. Derzeit steuert der 68000 zum Vier-Milliarden-Dollar-Umsatz des Halbleiter-Herstellers zwar nur 30 Millionen bis 40 Millionen Dollar bei - in der Branche aber ist es keine Frage, daß sich dieser Markt erst ganz am Anfang befindet. Führend in diesem Segment - in dem es wie bei den 64 K-RAMs zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen amerikanischen und japanischen Herstellern kommen dürfte - ist bislang die Intel Corp., die derzeit dreimal so viele CPUs verkauft wie Motorola.

Der Vertrag mit einem Hersteller von "Endverbrauchergeräten", der für große Stückzahlen und Einzelhandels-Erfahrung bekannt ist, könnte in der Tat einen Schritt nach vorne bedeuten. Für den Motorola-Mitbewerber Intel hat sich, wenn auch halbherzig, die International Business Machines Corp. entschieden. In ihrem Personal Computer wird der Intel 8088 eingesetzt, ein Chip, der sich nach außen wie ein 8-Bit-Prozessor gibt, intern aber über eine 16-Bit-Struktur verfügt.

Der Vorteil dieser Lösung: Programme, die für den 8088 geschrieben sind, sind ohne oder mit nur geringfügigen Modifikationen auch auf dem Intel 8086, einem "echten" 16-Bit-Prozessor lauffähig. Das Umsteigen auf eine leistungsfähigere Maschine wird dem IBM-Kunden damit leichtgemacht - vorhandene Software- und Datenbestände können übernommen werden. Allerdings: Ein echter IBM-16-Bit-Mikro gehört gegenwärtig noch in den Bereich der Spekulation, einen klar gezeichneten "Growth Path" bietet der Computer-Riese seinen kleinsten Kunden bisher nicht.

Eine 16-Bit-Ankündigung erwartet man 1982 auch von Apple Computer, die bisher den Mostek-Prozessor 6502 eingesetzt und eine schnelle 6502-Variante entwickelt hat. Auch Apple tendiert, was die 16-Bit-CPU anbelangt, zu Motorolas 68000.