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03.09.1999 - 

ICO flüchtet unter Chapter 11

Zweiter Satellitendienst stürzt in den Konkurs

MÜNCHEN (CW) - Die ICO Global Communications Ltd., in der Ter-minfolge aller geplanten Satellitendienste die Nummer drei, hat schon vor dem Start den Weg in den Bankrott angetreten. Die Betreiber haben Schutz vor den Gläubigern im Rahmen des amerikanischen Konkursparagraphen Chapter 11 beantragt.

Nur zwei Wochen nach Iridium mußte auch ICO sein Scheitern eingestehen. Die Betreiber hatten bereits eine Anschubfinanzierung von 3,1 Milliarden Dollar von Investoren wie der Bank of New York, der NEC Corp., KPN Telekom B.V. aus den Niederlanden, Hughes Electronics und der T-Mobil erhalten. Der Versuch, eine weitere Milliarde Dollar für den Fortgang des Systemaufbaus einzutreiben, scheiterte - die Investoren waren durch die Iridium-Probleme nervös geworden.

ICO, das von der internationalen Inmarsat-Organisation gegründet wurde, positionierte seinen Dienst bislang direkt gegen das Iridium-Angebot. Ab dem dritten Quartal 2000, so der Plan, sollten Anwender mit Dual- Mode-Handies, wo verfügbar, die terrestrischen GSM-gestützten Handy-Netze verwenden, außerhalb deren Versorgungsbereich sollten Satelliten die Kommunikationsverbindung herstellen. Die Betreiber setzten dabei jedoch nicht wie Iridium auf sehr viele Trabanten in niedriger Höhe, sondern auf zehn Satelliten (zwei weitere im Standby-Modus) in mittlerer Umlaufbahn, um Betriebs- und Investitionskosten zu sparen.

Nach dem Gang zum Konkursrichter schlug ICO-CEO Richard Greco betont optimistische Töne an, die man in ähnlicher Form bereits zwei Wochen zuvor von Iridium-Chef John Richardson gehört hatte: Nach einer Reorganisation und mit überarbeiteter Finanzstruktur werde man sich als Satelliten-Player etablieren. Die Flucht unter Chapter 11 sei notwendig geworden, um ICO einen dringend benötigten zeitlichen Spielraum zu verschaffen.