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27.09.1985

Zwiespalt

Man liebt ihn - oder haßt ihn: Ambivalenz prägt die Einstellung der Bundesbürger zum Mikrocomputer. Zwischen den Zeilen der internationalen Umfrage über den wohl meistbeachteten Artikel im Sortiment der neuen Technik ist herauszulesen. Dem Mikrocomputer zollt man hierzulande, so lassen die Ergebnisse des Emnid-Instituts schließen, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, etwa in seiner Bedeutung für die Wirtschaft.

Die Herausforderung zur Effizienzsteigerung nehmen die Deutschen also bereitwillig an. Gleichzeitig befürchten sie jedoch Arbeitsplatzvernichtung. Erfahrung mit dem Kleinstrechner am eigenen Arbeitsplatz besitzen jedoch nur sechs von hundert Deutschen. Der Mikrocomputer gehört zur Schulausbildung, sagen mehr als die Hälfte der Bundesbürger. Denn: Der Rechnereinsatz fördere logisches Denken weit mehr als Kreativität. Darin sind sich immerhin 40 von hundert Befragten in Deutschland einig.

In unseren Breiten assoziiert man - noch voller Emotionen - mit Mikrocomputer technischen Fortschritt, in Japan - dort ist man bereits wieder zur Tagesordnung übergegangen - schlicht Arbeitserleichterung.

Mehr Distanz zur Mikroelektronik ist in Nippon auch zu beobachten bei der Beurteilung des Mikros als Faktor im internationalen Wettbewerb. Zurückhaltung zeigt sich bei seinem Einsatz im Unterricht zur Förderung von bestimmten Qualitäten. Japaner setzen nämlich in bezug auf die Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung durch Mikronutzung der Akzent weit mehr auf Kreativität als auf logisches Denken.

Man bejaht und verlangt hierzulande in einer Art Aufbruchstimmung die technische Trickkiste, obwohl alle Welt sich - siehe Emnid - über Mikros schlecht informiert fühlt. Um so abenteuerlicher sind häufig die Wunschvorstellungen, die sich mit dem Kraftzwerg verbinden. Ein weiteres Ergebnis der Emnid-Studie lautet indes: Die stärksten Vorbehalte in der Realität haben die Japaner.