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30.10.1992 - 

DV-Personal-Management-Studie der COMPUTERWOCHE

Zwischen DV-Chef und Personaler mangelt es sehr häufig am Konsens

MÜNCHEN (CW) - Die Beschaffung von DV-Personal ist eine typische Gemeinschaftsaufgabe von DV-Management und Personalabteilung. Nur wenige Teilnehmer COMPUTERWOCHE-Personal-studie geben an , daß der DV- Leiter allein für den Vorgang zuständig sei.. Vor allem Befragte, die selbst als DV-Verantwortliche tätig sind, reklamieren die Auswahl von Bewerbern für sich.

Normalerweise wird das Anforderungsprofil für die zu besetzende Position vom DV-Leister erstellt (95 Prozent). Meist (59 Prozent) überläßt er es der Personalabteilung zur Weiterbearbeitung. Das ist bei großen Unternehmen ab 500 Millionen Mark Umsatz sogar bei 75 Prozent der Teilnehmer der Fall und hängt sehr stark von der Zahl der DV-Beschäftigten im Unternehmen ab. Wer mehr als 50 DV-Mitarbeiter führen muß ist auf diese Arbeitsteilung angewiesen.

Den Beschaffungsweg, so sagen 58 Prozent der DV-Chefs, legen sie selbst fest, während 78 Prozent der Befragungs-Teilnehmer aus dem Personalbereich diese Aufgabe als die ihre ansehen. Einig sind sich 15 Prozent der DV- und Personalchefs darüber, daß keine festgelegte Arbeitsteilung existiert. Dies ist weder eine Frage der Unternehmensgröße noch der DV-Mannschaftsstärke. Eher schon hängt es von der Branchenzugehörigkeit ab: Beim Baugewerbe (50 Prozent) und beim Handel (23 Prozent) gibt es häufig keine einschlägige Absprache.

Erstaunlicherweise geben dies auch 23 Prozent der Teilnehmer aus Banken an, während zum Beispiel bei Versicherungen (sechs Prozent) die Entscheidung ad hoc eine große Ausnahme darstellt. Die Vermutung, daß der DV-Manager für die Personalbeschaffung im eigenen Bereich und die Personalabteilung

für die Suche und Einstellung von DV-Fachkräften in anderen Teilen des Unternehmens zuständig sei , wird nur selten bestätigt und gilt zum Beispiel auch nicht in sehr großen Unternehmen.

Wen es um die Formulierung einer Stellenanzeige geht , sind wieder beide Bereiche beteiligt, obwohl sich die Teilnehmer an der COMPUTERWOCHE-Befragung nicht gerade einig waren, wer wirklich das Sagen hat: 81 Prozent der DV-Chefs und 87 Prozent der Personalchefs rechnen sich jeweils diese Aufgabe zu.

Unsere Studie zeigt ,wie die Arbeitsteilung im einzelnen vor sich geht. Der Inhalt der Anzeige , das heißt Anforderungen, Funktion, Kompetenzen und Aussichten der zu besetzenden Stelle, wird in 90 Prozent vom DV-Leiter vorgegeben. Die Personalabteilung bringt bei 67 Prozent der Unternehmen den Inhalt in eine anzeigengerechte Form.

Diese Aufgabenteilung ist um so ausgeprägter, je größer das Unternehmen ist. Bei Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Mark Umsatz kommt der Inhalt bei 96 Prozent vom DV-Chef, und bei 80 Prozent übernimmt die Personalabteilung die formgerechte Gestaltung.

Die Arbeit erleichtert sich fast ein Viertel der Unternehmen, indem sie ein fertiges Stellenanzeigen-Layout mit Standardformulierungen benutzen.

Welche Rolle spielen nun die Personalberater bei der Personalbeschaffung und -auswahl im DV-Bereich? Etwa 36 Prozent der Firmen beauftragen Personalberater als Headhunter für die Direktsuche von geeigneten Kandidaten .

Am häufigsten bedienen sich Unternehmen der Chemie (52 Prozent), des Maschinenbaus (50 Prozent) und der Elektrotechnik und Elektronik-Industrie (44 Prozent) dieses Beschaffungsweges.

Wesentlich seltener kommt es vor, daß ein Personalberater die Anzeige auf Basis der Anforderungen der DV-Leitung formuliert und gestaltet (acht Prozent). In ebenso vielen Fällen (acht Prozent) schaltet der Personalberater die Stellenanzeige. Personalberater beteiligen sich auch in zwölf Prozent der befragten Unternehmen an der Auswahl und Beurteilung der Bewerber für eine DV-Position.

Obwohl es oft eher nur der Form Genüge leistet, schreiben 80 Prozent der Unternehmen ihre DV-Positionen grundsätzlich auch intern aus. Dies geht um so regelmäßiger, je größer ein Unternehmen ist, vermutlich auch, weil in Großbetrieben entsprechende Betriebsvereinbarungen vorliegen.

DV-Chefs reden ein gewichtiges Wort mit

Sind die Bewerbungen einmal im Haus, so beginnt die Aufgabe der Sichtung und Beurteilung der Bewerber. Die COMPUTERWOCHE-Studie gibt auch Auskunft über diesen Teil des Prozesses.

Ein Drittel der DV-Chefs hält I sich hier für allein ausschlaggebend. Der Regelfall dürfte jedoch sein, daß DV-Chefs zwar ein gewichtiges Wort mitreden (67 Prozent), aber neben dem künftigen Fachvorgesetzten im DV-Bereich (52 Prozent) und der Personalabteilung (49 Prozent) auch noch die Geschäftsleitung (27 Prozent) mitentscheidet.

Es ist interessant, daß die Personal-Manager, die an der CW-Befragung teilgenommen haben, den Mitentscheidungsanteil des künftigen Fachvorgesetzten (61 Prozent) und natürlich den der Personalabteilung (72 Prozent) wesentlich höher einschätzen als die DV-Manager.

Diese unterschiedliche Auffassung ändert nichts an dem Ergebnis, daß die Beschaffung und Auswahl von DV-Fachpersonal sich nicht grundsätzlich von der anderer hochqualifizierter Fachkräfte unterscheidet.

In der nächsten COMPUTERWOCHE folgt eine Analyse der Befragungsergebnisse zu den Themen Gehaltsfindung und Personalentwicklung.