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16.05.1997 - 

Kommentar

Zwischen Hype und Realität

Fast Ethernet, ATM? Alles kalter Kaffee. Diesen Eindruck legte zumindest ein Gang über die Networld+Interop in Las Vegas nahe. Glaubt man den plakativen Schildern auf den Messeständen, so gehören derzeit Gigabit Ethernet, xDSL und 56Kbit/s-Modems zu den heißen Rennern im Networking-Geschäft. Doch bekanntlich wird nichts so heiß gegessen wie serviert - besonders dann, wenn die Fürsprecher der neuen Technologien im schnelllebigen IT-Geschäft Marketing-Mitarbeiter sind, die nichts als den Shareholder Value im Sinn haben.

Daher könnte ein Resümee der diesjährigen Networld+Interop, die die Besucher mit dem Motto "meet the experts" ködert, lauten: Der Slogan ist ein frommer Wunsch aus vergangenen Zeiten, als die Marketiers noch nicht den Ton angaben. Andererseits soll eine Messe natürlich auch über die Zukunftstrends informieren. Zumal Technologien, die bereits beim Anwender zufriedenstellend laufen, wohl kaum dazu taugen, als Publikumsmagnet einer Show zu dienen.

Marketiers gaben den Ton an

Wer sich aber vom von den Herstellern künstlich erzeugten Hype blenden läßt und leichtfertig das Geld seines Unternehmens für unreife Technologien ausgibt, ist selbst schuld. Das langsamste, nicht mehr dem "State of the art" entsprechende Netz ist immer noch besser als ein brandmodernes, aber instabiles Netzwerk. Zudem zahlen die Anwender der ersten Stunde - von den hohen Einstiegskosten für die neuesten Produkte abgesehen - meist teures Lehrgeld, wenn sie später feststellen, daß ihre Produkte doch nicht ganz dem Standard entsprechen, wie vom Hersteller versprochen.

Darum möge sich jeder selbst die Frage stellen, ob es immer die aktuellste Technologie sein muß oder ob nicht, wie beispielsweise beim Remote Access, ein bereits etabliertes Verfahren wie ISDN reicht. Zugegeben, es offeriert nicht das technisch Machbare an Bandbreite, hat dafür aber die Kinderkrankheiten, die xDSL oder Kabelmodems noch bevorstehen, bereits überstanden. Dies sollte im Zweifelsfall wichtiger sein als höhere Übertragungsraten, die aber in der Praxis dann nicht zuverlässig funktionieren.