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05.07.1991 - 

Intel-Manager: 586-Prozessor kommt 1992

Zwölf Hersteller kämpfen mit neuer Intel-CPU um PC-Spitze

NEW YORK (jm) - Auf der PC-Expo hat Intel sowohl seine leistungsstärkste 486 DX-CPU mit 50 Megahertz Taktrate als auch ein Cache-Modul auf dieser Prozessorbasis vor. gestellt. Die neue Zentraleinheit steigert nach Unternehmensangaben die Rechenleistung um 50 Prozent gegen. über dem bisherigen 486. Topmodell (33 Megahertz). Zusammen mit Intel stellten ein Dutzend PC-Hersteller wie DEC, Dell, NCR, Unisys und IBM Maschinen auf Basis des neuen Prozessors vor.

Die 486-50-Megahertz-CPU ist erstmals in Submicron (0,8 Micron) und Drei-Lagen-CHMOSV-Technologie gefertigt (die 33-Megahertz-Version etwa produziert Intel in 1-Micron-Zweilagen-Technologie). Damit konnte nach Unternehmensangaben die Größe des Prozessors gegenüber den 25- und 33-Megahertz-Versionen der 486-Bausteine um fast 50 Prozent verringert werden. Die 50-Megahertz-Version ist darüber hinaus der erste Intel-Prozessor, der sich Technologieentwicklungen zueigen macht, die Intel bereits im Februar bei der Demonstration einer 100-Megahertz-CPU zeigte.

Anläßlich der Präsentation stellten ein Dutzend Hersteller entweder serienreife PCs oder technologische Demonstrationen von Rechnern mit Intels Topprozessor vor. Zu ihnen gehörte auch die IBM, die allerdings ebenso wie Acer das Versprechen nicht wahrmachen konnte, als Erster mit dem neuen Prozessor am Markt auftrumpfen zu können.

Zu den Firmen, die ebenfalls Rechner mit dem neuen 486-Baustein vorstellten, gehören DEC mit zwei Modellen und Direktvertreiber Dell. NCR wird den Prozessor nach den Worten von Tom Mace, Vice-President bei NCR, nicht nur in den Modellen 3450 (4 CUPs) und 3550 (8 CUPs), sondern auch in ihrem im Mai 1991 vorgestellten Multiprozessor-Modell 3600 (vergleiche CW Nr. 20, vom 17. Mai 1991 Seite 27128, "Parallelrechner von NCR") einsetzen, in der maximal 288 CPUs arbeiten.

Sequent, auf der Intel-Veranstaltung mit einem Demonstrationsmodell des Systems 200 mit sechs 50-Megahertz-CPUs vertreten, will nach Worten von CEO Casey Powell ab kommendem Jahr das Top-Modell 700 mit 30 der neuen 486-CPUs bestücken. Das System soll dann angeblich in der maximalen Bestückung 129 Tps (Transaktionen pro Sekunde) nach dem TBC-Benchmark leisten.

Compaq rüstet nach den Worten einer Firmensprecherin sein Servermodell Systempro nicht mit Intels neuem Hochleistungsprozessor aus, hielt auf der Präsentation aber mit dem Tischmodell "Deskpro 486150L", mit.

Auch Altos, ALR und Teradata präsentierten 486-50-Megahertz-Systeme. Unisys will sein U6000-65-Modell Ende Juli 1991 gleich mit 50 neuen 486-50-Megahertz-CPUs auslieferungsbereit haben, während der "Acerframe 3000 MP" von Acer mit zwei CPU-Boards und je zwei Prozessoren nach Unternehmensangaben ab dem dritten Quartal ausgeliefert werden kann.

Die Visitenkarte im Kreis der Hochleistungs-PCs gab Parallan mit einer Technologie-Demonstration eines Rechners mit einer CPU (zwei sollen maximal möglich sein) ab. Arthur Chang, Technik-Chef von Parallan, der keinen Auslieferungszeitpunkt für das System nannte, demonstrierte auf dem Rechner Parallans "MASS"-Monitoringsoftware, die unter Windows 3.0 läuft und mit der Anwender die Auslastung des Systems und seiner Peripherie kontrollieren und beeinflussen können.

Der Vorstellung des neuen 486-Prozessors wohnte alles bei, was bei Intel Rang und Namen besitzt: Sowohl Andy Grove, President des Mikroprozessor-Marktführers, als auch David House, Senior Vice-President und General Manager von Intels Architecture und Applications Group, gaben durch ihre Anwesenheit und mehr noch in ihren Ansprachen zu verstehen, wie wichtig ihnen die neue CPU ist.

Vor allem House, der auch über die zukünftigen Pläne von Intel aus dem Nähkästchen plauderte, versuchte, die Zuhörer immer wieder davon zu Überzeugen, daß als Lieferant für Rechnerleistung auch in Zukunft eigentlich nur Intel zählt, das RISC-Lager hingegen über Wert verkauft werde.

Nach den Aussagen von House können Anwender für kommendes Jahr mit Intels nächster CPU-Generation rechnen. Obwohl er sich nicht auf die Bezeichnung "586" festlegen wollte - er bezeichnete die CPU mit dem Codenamen "P5 -, scheint doch klar, daß es sich um diesen Prozessor handelt.

Er wird drei Millionen Transistoren in einem Chip vereinigen und soll eine Rechenleistung bringen, die im 100-MIPS-Bereich liegt. Außerdem wird der P5-Prozessor Elemente der RISC-Technologie beinhalten. House nannte als ein Merkmal des "praktisch fertigen" Bausteins die Superskalarität.

Fachleute hatten schon früher darauf verwiesen, daß in Zukunft die Unterscheidung zwischen RISC und CISC-Bausteinen nicht mehr von Bedeutung sein werde, da sich beide Architekturkonzepte stark annähern beziehungsweise in ihren Eigenschaften überschneiden werden. Bezeichnenderweise weist IBMs proprietärer "Power" Chip, der in den RISC/6000-Maschinen zum Einsatz kommt, etwa 30 Befehle mehr auf als die 386-CISC-CPU von Intel.

Um den Trend zu Multiprozessor-Rechnern zu unterstützen, die mit mehreren CPUs eine besonders hohe Auslastung des Bussystems bewirken, entwickelte Intel ein CPU-Cache-Modul. Auf einer Karte faßten die Entwickler sowohl die eigentliche 486-CPU mit dem obligatorischen internen 8-KB-Cache als auch einen sogenannten Sekundär-Cache mit dem 82495-Cache-Controller sowie neun 82490-SRAM-Bausteine mit je 32 KB Cache-Speicher zusammen. Der Cache-Controller kann gleichzeitig sowohl den CPU- als auch den I/O-Bus sowie interne Cache-Operationen verwalten, was das Modul besonders für Multiprozessor-Umgebungen interessant macht.

House gab an, daß die 486DX. CPU in Mengen ab dem 3. Quartal 1991 verfügbar sei. Er ließ es sich nicht nehmen, bei dieser Gelegenheit - ohne den Namen zu nennen - darauf zu verweisen, daß einen guten Prozessorlieferanten auszeichne, nicht nur hochentwickelte Technologie zu liefern, sondern diese auch in ausreichenden Stückzahlen verfügbar machen zu können.

Der Seitenhieb auf Konkurrent Advanced Micro Devices (AMD), der selbst mit 386-Entwicklungen am Markt vertreten ist und auch 486-CPUs in Vorbereitung haben soll, war deutlich. Der Preis für die 486.50. Megahertz-CPU beträgt in 1000er-Mengen 665 Dollar, das Cache-Modul wird PC-Hersteller 1314 Dollar kosten.