Weniger ist mehr
Die CeBIT schrumpft sich gesund
Besucher- und Aussteller-Rückgang
Nein, es war nicht der große Flop, den viele erwartet und befürchtet hatten. Mit 4.300 Ausstellern waren gut ein Fünftel weniger Unternehmen als im Vorjahr mit ihren Ständen auf der CeBIT präsent. In diesem Rahmen hielt sich auch der Besucherrückgang. Immerhin interessierten sich aber noch 400.000 Gäste für die IT-Schau. Reflexartig betonte Ernst Raue, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG, denn auch die "hohe Qualität" der Besucher. "Viele Aussteller und Besucher verlassen Hannover mit neuer Hoffnung, vollen Auftragsbüchern und einer soliden Basis für neues Geschäft", meint Raue.
Diese Zufriedenheit spiegelt sich tatsächlich nicht nur in den Statements des von Berufs wegen zum Optimismus verpflichteten CeBIT-Chefs wider: "Die Gespräche waren sogar noch besser als im vergangenen Jahr, auch wenn wir etwas weniger neue Kontakte hatten", erklärt Christoph Rösseler, Director Marketing & Public Relations bei Devolo halbwegs zufrieden.
Der von der CeBIT verkündete "kraftvolle Start" bezog sich allerdings dann nur auf den Ehrengast des "Partnerlands" Kalifornien, Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Der in manchen Hallen äußerst müde Auftakt am Messe-Dienstag wurde zum Glück durch reges Besucherinteresse an den Folgetagen kompensiert. Schwarzenegger, mit Kanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Fahrwasser, strotzte vor Tatendrang und Optimismus. Der "Gouvernator" zeigte sich beeindruckt von Kanzlerin Merkel und "ihrer Begeisterung für IT". Gerade die Themen Green IT und umweltfreundliche Technologien seien immer wichtiger. "Herr zu Guttenberg, es gibt exzellente Kooperationsmöglichkeiten, dabei können wir nur gewinnen", meinte Schwarzenegger, an den Wirtschaftsminister gewandt, der neben dem Ex-Terminator wie ein Schuljunge wirkte.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten spricht sich Schwarzenegger allerdings gegen Bestrebungen aus, die inländischen Märkte nach außen abzuschotten. "Protektionismus bestraft alle, die auswärtige Geschäfte machen", erklärte der Gouverneur. Zudem leide der Konsument, der dadurch nicht den optimalen Zugang zu Produkten und Waren habe.
















