Prozess- und Strukturdenken ist ein Fehler

Die Studie zeigt laut Meyer, dass einer der größten Denkfehler des klassischen Managements das Prozess- und Strukturdenken der meisten Manager ist. "Prozesse sind gut und wichtig, wenn es darum geht, das operative Geschäft voran zu treiben. Mit den gleichen Methoden lassen sich aber keine neuen Ideen entwickeln." Ein Problem, das in der wissenschaftlichen Forschung schon länger diskutiert wird.

So schreibt US-Professorin Teresa Amabile von der Harvard Universität: "Kreativität wird viel häufiger getötet als gefördert. Um ihre geschäftlichen Ziele zu erreichen, entwickeln sie Organisationen, die systematisch Kreativität zerstören." Diese Aussage wird durch zahlreiche Studien aus den USA gestützt: Seit Mitte der neunziger Jahren zeigen sie, dass sich Unternehmen drastisch wandeln müssen, wenn sie kreativer werden wollen.

"Das war auch der Grund, warum wir 2007 das noch junge Lehrgebiet Corporate Creativity in unser MBA-Curriculum aufgenommen haben", betont Prof. Dr. Torsten Wulf vom Lehrstuhl für strategisches Management der HHL. "Wir sehen enorme Herausforderungen auf Unternehmen zukommen. Künftige MBA-Absolventen werden viel unternehmerischer denken müssen als die Managergenerationen vor ihnen."

Der größte Vorteil einer lebendigen Innovationskultur besteht in ihrer Einzigartigkeit. "Innovationsprozesse lassen sich von heute auf morgen kopieren, die dahinterstehende Innovationskultur nicht", erläutert Jens-Uwe Meyer. "Zudem sind kreative Unternehmen flexibler. Wenn neue Herausforderungen kommen, sind klassisch strukturierte und geführte Unternehmen wie Dinosaurier. Sie haben die neue Situation noch nicht einmal richtig registriert, da sind kreative Unternehmen bereits vollkommen neu ausgerichtet."

Interessierte können die Studie von der Webseite www.corporate-creativity.de herunterladen. (oe)

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