28.02.2012 | 10:57 Uhr

CEO von Nokia Siemens Networks

"Zwei Anbieter werden wegfallen"

Rajeev Suri, CEO bei Nokia Siemens Networks (NSN), sieht eine gewaltige Konsolidierung der Telekommunikationsbranche aufkommen. "Langfristig werden weltweit nur drei Netzausrüster überleben", sagte der Manager auf dem Mobile World Congress in Barcelona. "Zwei Anbieter werden wegfallen. Wir werden überleben." Heute gibt es fünf große Anbieter, zu denen Frankreichs Alcatel Lucent und Ericsson aus Schweden zählen, wie auch die chinesischen Konkurrenten Huawei und ZTE.

NSN-Chef Rajeev Suri:
NSN-Chef Rajeev Suri:
NSN-Chef Rajeev Suri: "Zwei Anbieter werden wegfallen"
Foto: NSN

Wie Alcatel-Lucent wird NSN zwischen Marktführer Ericsson und der Günstigkonkurrenz aus China zerrieben. Schulterschlüsse, wie die Zusammenlegung der Netzsparten von Nokia und Siemens, aus der NSN entstand, werde es nicht mehr geben. "Die Verlierer werden sich auf Nischen konzentrieren und sich aus dem breiten Mobilfunkmarkt verabschieden", sagte Suri.

Suri will den defizitären Konzern profitabel machen und sich im harten Wettbewerb behaupten. Seinen Trumpf sieht er darin, dass NSN bereits drastische Maßnahmen ergriffen hat. NSN zieht sich aus dem Festnetz zurück und konzentriert sich auf lukrative mobile Breitbandnetze. "Wir setzen auf Innovation und den Kostenabbau. Andere werden folgen und ihre Strategie ebenfalls verengen. Wir waren nur schneller."

Den drastischen Schnitt machte das Unternehmen im Herbst2011 aus der Not heraus. Seit der Fusion der Netzsparten von Nokia und Siemens im Jahr 2007 hatte NSN milliardenschwere Verluste erlitten. Bis Ende nächsten Jahres fallen 17.000 der 74.000 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer - davon 2.900 in Deutschland. Mit diesem Schritt will Suri die Kostenbasis um eine Milliarde Euro drücken.

Damit dürften die Einsparungen allerdings noch nicht ihr Ende finden. "In diesem Augenblick arbeiten wir an unserem Umbau, aber wir können noch mehr Einsparungen ausmachen", sagte Suri. Kostensenkungen sind für NSN eine Frage des Überlebens. Im Herbst hatten die Muttergesellschaften noch einmal eine Milliarde Euro nachgeschossen. "Weitere Hilfen brauchen wir nicht. Ab hier schaffen wir es alleine." Dem Vernehmen nach hatten die Eigner NSN klargemacht, dass diese Geldspritze die letzte sei.

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