15.08.2012 | 16:38 Uhr

Wenn das Netz streikt

So reparieren Sie das LAN Ihres Kunden

Auch optisch unbeschädigt wirkende Kabel sollten überprüft werden.
Auch optisch unbeschädigt wirkende Kabel sollten überprüft werden.
Auch optisch unbeschädigt wirkende Kabel sollten überprüft werden.

Alles ist sorgfältig verlegt und angeschlossen, dennoch streikt das Netz. Wer jetzt bei der Fehlersuche falsch vorgeht, verschlimmert womöglich das Problem.

Egal, ob Heimnetz oder Corporate Network, bei der Fehlersuche sollten Sie auf der untersten Schicht des OSI-Layers, also im Zweifelsfall mit der Netzebene 1 beginnen und sich dann nach oben arbeiten. Auf den höheren und komplexeren Schichten gibt es zwar viel mehr Fehlerquellen. Eine Fehlersuche auf Layer 7 bringt aber nichts, wenn ein Kabel einen Ermüdungsbruch hat. Sie haben die doppelte Arbeit, weil Sie mit der Fehlersuche auf der falschen OSI-Ebene auch noch die Netzeinstellungen zerschossen haben.

Tückische Ethernet-Kabel

Auch optisch unbeschädigt wirkende Kabel sollten überprüft werden.
Auch optisch unbeschädigt wirkende Kabel sollten überprüft werden.
Auch optisch unbeschädigt wirkende Kabel sollten überprüft werden.

Der erste Blick sollte den verwendeten Kabelverbindungen gelten. Der einfache Kabelaustausch ist im Heim- oder Testnetz meist noch problemlos möglich, im Enterprise-LAN aber nicht so einfach. Deshalb ist die Anschaffung eines Kabeltesters dringend zu empfehlen. Das Testgerät sollte alle Übertragungsarten (Vollduplex, Gigabit Ethernet etc.) beherrschen, die später im Alltag eine Rolle spielen.

Veraltete Ethernet-Treiber

Eine weitere Fehlerquelle stellen die Netzwerktreiber für die Interface-Karten dar. Die seltsamsten Netzfehler verschwinden häufig nach einem Upgrade der Ethernet-Treiber. Wer auf den Seiten des Motherboard- oder Netzwerkkarten-Herstellers keine neueren Treiber findet, sollte die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Die Chipsatz-Hersteller der Netz-Interfaces offerieren meist aktuelle generische Treiberversionen. Bei Windows-Systemen finden Sie den Chipsatzhersteller in der Regel im "Gerätemanager" unter "Netzwerkadapter".

Inkompatible Jumbo-Frames

Eine weitere, oft übersehene Performance-Bremse sind die so genannten Jumbo-Frames, also überlange Ethernet-Pakete. In Gigabit-Ethernet-Umgebungen sollen sie - zumindest in der Theorie - die Performance bei der Übertragung großer Dateien oder Multimedia-Files deutlich steigern. In der Praxis findet sich allerdings oft das Gegenteil, nämlich deutliche Leistungseinbußen. Die eigentlich clevere Idee der Jumbo-Frames hat nämlich einen Haken: Alle Devices im Netz müssen diese Transferart unterstützen. Erschwerend kommt hinzu, dass dieses Verfahren nicht standardisiert ist, womit in heterogenen Umgebungen Probleme fast programmiert sind. Unser Ratschlag lautet deshalb: Deaktivieren Sie die Jumbo-Frames bis Sie die reibungslose Netzkommunikation in allen Betriebszuständen garantieren können. Danach können Sie mit diesem Performance-Booster experimentieren.

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