03.12.2012 | 14:00 Uhr

Wiedergeburt des Thin Client

Fünf Argumente für virtuelle Desktops

Auch Android-Tablets von Samsung können in VDI-Umgebungen eingebunden werden.
Auch Android-Tablets von Samsung können in VDI-Umgebungen eingebunden werden.
Auch Android-Tablets von Samsung können in VDI-Umgebungen eingebunden werden.
Foto: Samsung

Virtuelle Desktop-Infrastrukturen setzen sich nur langsam durch. Doch die Alternative zum klassischen PC bietet viele Vorteile, wie ein kleiner Überblick zeigt.
von Hartmut Wiehr
Analysten lieben große Worte, wenn sie neue Trends ankündigen oder alte beerdigen. So bezeichnete der CEO von Forrester, George Colony, den PC schon mehrfach als tot, abgelöst von Tablet-Computern und anderen mobilen Geräten, die permanent an das Internet angebunden sind, angetrieben von Apps.

Brian Madden, Spezialist für Virtual Desktop Infrastructures (VD), konstatierte 2010, dass die meisten Anwender nur ein wenig mit virtuellen Desktops herumexperimentieren würden. Die Geräte wären nicht performant genug und verfügten auch nicht über genügend Funktionen, um einen Umstieg auf breiter Front in den Unternehmen zu legitimieren.

Dabei ist es gerade erst 20 Jahre her, dass Desktop-PCs Eingang in die Büros und Werkstätten fanden. Sie lösten die zentralisierten Host-Rechner ab, indem sie über genügend CPU-Power verfügten, um Applikationen vor Ort auszuführen. Dieses Client/Server-Modell könnte nun durch Virtualisierung auf den früheren Stand zurück gesetzt werden.

1. Ausgereifte Angebote für VDI

Citrix XenDesktop 5.5 und VMware View 5 haben sich inzwischen als professionelle Angebote für größere Unternehmen etabliert. Auf der Einsteigerseite finden sich Lösungen wie Kaviza VDI-in-a-box (Anfang 2011 von Citrix übernommen), NComputing vSpace und Pano Express von Pano Logic. XenDesktop und View bieten beide sehr skalierbare Plattformen mit vielen Konfigurationsmöglichkeiten. Das Scale-out kann bis zu mehreren Dutzend Hosts und Tausenden von Usern hochgeschraubt werden.

VDI (Virtual Desktop Infrastructure) kann prinzipiell als Wiedergeburt oder Fortsetzung des Thin-Client-Computing gesehen werden: Der Rechner vor Ort wird zu einem "dummen" Terminal, alle Applikationen werden ausschließlich auf zentralen Rechnern ausgeführt, am Arbeitsgerät braucht es keine leistungsfähige CPU, keine Anwendungen, nur wenig oder gar keinen Speicher. Thin-Client-Computing konnte sich vor allem wegen der mangelnden Übertragungskapazitäten im Netz nie so richtig durchsetzen. Gerade hier hat sich viel geändert.

2. Verbessertes Management und höherer Sicherheitsstandard

Weitere Vorteile bestehen in der größeren Kontrolle und der vermehrten Sicherheit der Applikationen. Wenn alle Anwendungen zentral installiert sind und vor Ort keine Sticks oder CDs mit Software genutzt werden können, herrscht auf Seite der IT-Administration ein großes Aufatmen: Es können keine Daten an der IT-Abteilung vorbei eingespielt oder gestohlen werden. Der ganze Prozess der Datenverarbeitung läuft in einer zentralisierten und redundanten Umgebung ab, und keine Daten verlassen unbeabsichtigt das Rechenzentrum.

Citrix XenDesktop 5.5 und VMware View 5 im Vergleich.
Citrix XenDesktop 5.5 und VMware View 5 im Vergleich.
Citrix XenDesktop 5.5 und VMware View 5 im Vergleich.
Foto: Infoworld

Mit dem zentralen Management lassen sich zudem Patches beim Betriebssystem oder neue Versionen von Applikationen direkt bei den Master-Installationen im Rechenzentrum aufspielen. Alle Anwender erhalten dann gleichzeitig die neuen Images und Anpassungen auf ihren "dünnen“ virtuellen Maschinen. Turnschuh-Administratoren, die von PC zu PC hasten, haben in diesem Modell ausgedient.

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