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Nokia ... find' ich gut!
![]() Dr. T. blickt nach Osten. Lieber Dr. T., ich habe auf channelpartner.de gelesen, dass der Distributor Partnervertrieb.de wegen der Werkschließung in Bochum Nokia boykottiert. Ich finde das gut und möchte mich anschließen – was meinen Sie? Ach, was, Nokia tut doch nur, was ein börsennotiertes Unternehmen tun muss. Was soll Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo im Angesicht von Rekordgewinnen und 25 Prozent Profitmarge auch anderes machen? Sie als Nokia-Aktionär müssten dafür Verständnis haben. Wie, Sie besitzen gar keine Nokia-Aktien? Sind Sie da sicher? Mal das Portfolio Ihrer Fonds gecheckt, Ihrer Riester-Rente oder Lebensversicherung? Dann ist's ja gut. Was ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann ist die Entscheidung Nokias, nach Rumänien zu gehen. Ich bitte Sie – das liegt ja mitten in der EU! Das bedeutet Papierkram ohne Ende und bürokratische Hürden, wohin man blickt. Meines Wissens darf man dort Mitarbeiter noch nicht einmal mit der Reitgerte züchtigen oder am Fließband anketten. Wenigstens hat Rumänien kulturell einiges zu bieten und schon viele große Männer hervorgebracht. Spontan fallen mir Graf Dracula, Ceausescu und Peter Maffay ein, wobei man das "groß" bei Maffay natürlich nicht allzu wörtlich nehmen darf. Ein weiterer Vorteil der EU-Mitgliedschaft sind die Subventionen, die ja vor allem an Menschen und Unternehmen ausgezahlt werden, die es nötig haben. So erhalten beispielsweise verarmte Landadelige wie Prinz Charles oder Gloria von Thurn und Taxis jährlich mehrere Millionen Euro aus den Agrarfördertöpfen, die Horst Seehofer gerade so vehement verteidigt. Ein echter Beitrag zur Angleichung der Lebensbedingungen in der EU, wie ich finde. Ich habe übrigens vor kurzem meine Praxis im EU-Land Polen aufgeben müssen, nachdem meine Arzthelferin Slibovica unserem gemeinsamen Projekt mit überzogenen Forderungen wie einer 60-Stunden-Woche und bezahltem Urlaub die wirtschaftliche Basis entzogen hatte. Schade eigentlich, denn sie war eine echte Fachkraft. Das glaube ich, zumindest, ihr Diplom konnte ich ja nicht lesen. Nun bin ich in Weißrussland, weil mir mein Berater vorgerechnet hat, dass ich pro 1.000 Kilometer Ostverschiebung 30 Cent weniger Lohn bei 50 Prozent längerer Wochenarbeitszeit zahlen muss. Leider ging die Rechnung nicht ganz auf, denn zunächst wollte ich von München ostwärts über Sibirien direkt nach Bochum ziehen. Dort konnte ich allerdings niemanden finden, der für zwei Cent die Stunde 120 Stunden pro Woche arbeiten wollte. Typisch deutsches Anspruchsdenken eben. Warum ich so etwas Heuschreckenhaftes mache, fragen Sie jetzt. Nun, auch ich muss natürlich eine Profitmarge von 80 Prozent erwirtschaften. Nur so kann ich weiterhin in innovative Produkte investieren – eine Yacht, zum Beispiel, ein Pferd – oder das Nokia N95 8GB! Tun Sie's auch, das rät Ihr Dr. T. Dr. T.'s Investitionsbeihilfe finden Sie alle 14 Tage in ChannelPartner und online im Forum. Sind auch Sie eine Heuschrecke? Dann zirpen Sie ihre Nachricht an thafen@channelpartner.de. |
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Lieber Dr. T.,
das Fazit haben Sie treffend bereits an den Anfang Ihres Kommentars, oder treffender Anamnese, gestellt: "Ach, was, Nokia tut doch nur, was ein börsennotiertes Unternehmen tun muss. " Leider bin ich nicht so gut drauf wie Sie, aber Humor habe ich noch genug, auch wenn es nur noch Galgenhumor ist. Ich bin immer wieder und immer mehr fasziniert, wie das Volk von den Politikern für dumm verkauft wird und ihm immer primitivere Seifenopern präsentiert werden. Was hier mit Nokia abgezogen wird, ist reines Ablenkungsmanöver von den Machenschaften hinter den Kulissen. Man denke z.B. an unseren Cherry Cotton lesenden Ex-Bundeskanzler, der Firmen anprangerte, die ihre Produktion ins Ausland verlagern:"Mit solchen Leuten kann man keinen Staat machen." Und als ersten Schritt nach seiner Wahlniederlage seine Firma nach Zug in der Schweiz verlagert hat, ins Steuerparadies. Sein Amt als "Staatshäuptling" nutzte er ausgiebig, um seine Geschäfte mit den Russen einzufädeln. Ich glaube nicht, daß die Politiker zu blöd sind, einzusehen, daß soziale Marktwirtschaft nicht vereinbar ist mit dem globalen Geld- und Wirtschaftssystem. Sie reden nur ausgiebig darüber, weil sie selber nicht betroffen sind, sondern davon profitieren. Noch während sie die betroffenen Menschen scheinheilig bedauern, planen sie den nächsten Coup. Die Possenstücke der Politik werden immer dreister. Das Volk fordert sie geradezu heraus, weil es alles brav frißt, was man ihm vorsetzt. Beweis: Solange BILD die meistgelesene Zeitung Deutschlands ist, wissen wir, daß das Theater weiter geht. Immer bunter, immer schriller, immer blöder. Denn das Volk kauft ihnen alles ab. Köstlich amüsieren kann ich mich nur noch, wenn so kluge und erfolgreiche Politiker wie Angie, über die Chancen der Globalisierung reden. Man müsse die Chancen nur erkennen und nutzen. Aha, wenn wir sie nutzen ist es gut. Wenn andere sie nutzen ist es schlecht. Ob Nokia oder Heuschrecken. Sie tun nur, was das System von ihnen verlangt. Als Arzt meines Vertrauens hätte ich aber noch eine Frage an Sie, lieber Dr. T.: Ist mit Erhöhung meines Krankenkassenbeitrages zu rechnen, da nun auch Sie 80% Rendite erwirtschaften müssen wie die Allgemeinärzte. Ähm,... Nokia, Heuschrecken, Hausärzte, jetzt habe ich den Faden verloren. Bitte helfen Sie mir, ihn wieder zu finden. Mir wird gerade immer schwindeliger, alles dreht sich um mich herum. Woher kommt das nur? Ihr treuer Patient Richard |
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Lieber Dr. T.,
ich habe Probleme mit dem Magen. Funktioniert das auch mit Zäpfchen? Aber wie ich das Hochprozentige beim Ausgang rein bringen soll, ist mir ein Rätsel. Aber Sie haben mir die Hoffnung wieder gegeben, daß mir geholfen werden kann. Bei dem Gedanken, daß Sie mir helfen können, hat der Schwindel bereits nachgelassen, aber ich merke, wie gleichzeitig meine Übelkeit zunimmt. Bitte, bitte überweisen Sie mich aber nicht ins Krankenhaus. Wer soll denn dann meine Schulden bezahlen, wenn ich außer Gefecht bin. Ich lege immer noch Wert darauf, einer von den Trotteln zu sein, mit denen man einen Staat machen kann. Es heißt doch:"Dr. T. weiß wirklich alles. Und sehen Sie meine Wünsche bitte nicht als unverschämt an, nachdem Sie mich ja gratis behandeln. Und vermeiden Sie tunlichst, den Eindruck zu erwecken, Sie behandeln mich nur gratis, damit ich Pillen in der Apotheke kaufe, an denen Sie dann verdienen bzw. am Gewinn beteiligt sind. Ihr treuer Patient Richard |
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Lieber Richard,
keine Angst, gegen das Magendrücken gibt es auch Pillen. Notfalls werden Sie operiert - ambulant und gratis, verspricht Ihr Dr. T. P.S.: Ich bin übrigens nicht an der Pillen- sondern an der Schnapsfabrik beteiligt. Gesoffen wird schließlich immer. |
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Danke, danke, nun bin ich geholfen, oder anders gesagt, meckern tun nur die, die keine Nokia-Aktien haben.
Ich habe doch gewußt, daß Sie unbestechlich sind und ohne Eigennutz den Menschen helfen. Aus der Alkoholbeteiligung kann Ihnen nur ein Strick gedreht werden, wenn Sie selber saufen. Juchuuu, tschühüüüs Richard |
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