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Wenn die Kundin zweimal klingelt
![]() Dr. T. versteht die Frau nicht mehr. Lieber Dr. T., mein Unternehmensberater hat mir geraten, mein Portfolio weg vom Bauchladen hin zu einer spitzen Zielgruppe zu entwickeln. Nun weiß ich nicht, ob ich mich lieber auf Best Ager oder Young Urban Hipster konzentrieren soll. Was meinen Sie? Eigentlich könnte man erwarten, dass Ihnen der Unternehmensberater für die 500 Euro, die er pro Minute kassiert, eine Zielgruppe liefert. Aber nein - alles bleibt mal wieder an mir hängen! Womit wir bereits beim Thema sind: Nehmen Sie Frauen, das ist eine im IT-Fachhandel völlig vernachlässigte Klientel! Den meisten Fachhändlern und Herstellern geht es allerdings wie Sean Connery: Sie mögen Frauen, verstehen sie aber nicht. So kommt es, dass wir rosa Notebooks ertragen müssen und Handys, die per polyphonem Klingelton an die Pilleneinnahme erinnern oder den Zyklus für 20 Jahre im Voraus berechnen können. Den Vogel abgeschossen hatte seinerzeit Siemens mit der Frauenhandy-Serie "Xelibri". Das Zeug war dermaßen schwachsinnig designt, dass es niemand kaufen wollte, nicht mal Männer. Mit Xelibri begann übrigens der Niedergang der deutschen Mobilfunkindustrie. So gesehen ist die Schließung des Nokia-Werks in Bochum eine direkte Folge falsch verstandener Frauenprodukte. Leider ist die Ansicht, dass ein auf Kundinnen als Zielgruppe zugeschnittenes Produkt etwas mit Mode, Schminke oder Menstruation zu tun haben müsse, nicht auszurotten. Neuestes Beispiel ist die "Valentinstag-Edition" vom Palm Treo 500v. Gebündelt mit Kinogutscheinen für "27 Dresses" (ein Film, in dem es um Klamotten geht, muss ein Frauenfilm sein), einer DVD "Der Teufel trägt Prada" (schon wieder Klamotten) und einem Mascara-Stift von Rimmel London wird aus einem stinknormalen Treo ein Frauenhandy - mehr fällt den Produktmanagern nicht ein. Zugegeben: Was Frauen wirklich wollen, weiß keiner, am wenigsten sie selber. Zum Glück gibt es Studien, die uns der weiblichen Zielgruppe näherbringen. So würden 35 Prozent der Damen laut einer Umfrage der Werbeagentur Saatchi & Saatchi bei besserer Beratung mehr CE-Produkte kaufen. Na, wenn das keine Steilvorlage für den Fachhandel ist! Allerdings will dieselbe Befragung auch herausgefunden haben, dass 50 Prozent der befragten Kundinnen nichts kaufen, wenn sie nicht das finden, was sie suchen. Jeder Mann, der schon einmal mit einer Begleiterin bei Ikea war, weiß, dass Frauen immer etwas finden, besonders wenn sie nicht danach gesucht haben. Diese Umfrage trägt also mehr zur Verwirrung als zur Klärung bei. Aber ich wäre nicht Dr. T., wenn ich nicht auch in der Kundinnenfrage die ultimative Antwort hätte: Frauen wollen Produkte, die funktionieren, ohne dass ein mehrjähriges Informatik-, Ingenieurs- oder Bedienungsanleitungsstudium für die Inbetriebnahme vonnöten ist. Damit scheiden Microsoft-Produkte für eine weibliche Zielgruppe ebenso aus wie DVD-Rekorder oder HD-Fernseher. Bis vor Kurzem dachte ich, dass Apples iPhone dem Zielgruppen-Ideal sehr nahe käme - bis ich den Bericht einer frustrierten Nutzerin in meiner Lieblings-Fachzeitschrift "Brigitte" sah. Ein Dokument tragischer Mensch-Maschine-Kommunikation, das zur Abschreckung jedem potenziellen iPhone-Käufer empfohlen sei - auch Männern! Andererseits sollte man nicht zu streng mit Apple sein. Steve Jobs ist schließlich auch nur ein Mann. Selbst bei Frauenzeitschriften funktioniert nicht alles nach Wunsch. Oder warum wird die Brigitte-Diät jedes Frühjahr wiederholt? Das fragt Ihr Dr. T. Dr. T.`s Frauenversteher-Seminar finden LeserInnen alle 14 Tage in ChannelPartnerIn und online im CP forum. Wollen auch Sie Kontakt mit Ihrer weiblichen Seite aufnehmen? Dann senden Sie einen LeserInnenbrief an sprechstunde@channelpartner.de! Geändert von Dr. T. (13.02.2008 um 10:05 Uhr). |
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Lieber Dr. T.,
ich habe lange über Ihre aktuelle Sprechstunde nachgedacht, bin in mich gegangen, habe mein "weibliches Ich" befragt und letztendlich meiner Angetrauten zugestimmt: Es gibt nur zwei Gründe für pinkfarbenen Notebooks und Handys. Zum einen beweist der schenkende Mann (eine Frau würde sich wohl kaum so etwas antun), dass diese tolle Hightech-Gerät tatsächlich für die beschenkte Frau gekauft wurde und der Mann eben nicht aus seinem persönlichen IT-Reste-Arsenal irgendwas Altes an seine Frau weiterverschenkt. Und zum Zweiten gibt der Mann der Frau das Gefühl, dass sie trotz Ihrer - sagen wir einmal Reife - für ihn immer noch das süsse junge Mädchen ist, das er vor Jahren oder gar Jahrzehnten kennen- und liebengelernt hat. So, meine Frau schaut mir nicht mehr über die Schulter, nun kann ich auch den dritten, vielleicht einzig wahren Grund nennen: Es gibt nun einmal ein paar tolle Frauen, die selbst ein pinkfarbenes, glitzerndes Notebook nicht verschandelt. ![]() Dieses Foto vom Notebook-Hersteller Ego beweist: Ein Notebook in Pink und mit hunderten Svarowski-Steinen in Herzform: 8.950 Euro Einmal mit so einer tollen Frau in der Öffentlichkeit gesehen werden: unbezahlbar Geändert von Merlot (14.02.2008 um 16:55 Uhr). |
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Miss Bimbo und die Brust-OP
Herr Nawrocki von Fujitsu Siemens war so freundlich, mir den Link zu einem überaus aufschlussreichen Artikel zuzusenden.
Ich kann die Lektüre nur jedem Marketing Manager und Frauenversteher empfehlen. Auch Fachhändler, die schon einmal eine Frau bedienen mussten, können vom Studium des Beitrags profitieren. Hier der Link: http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/893/165422/ |
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