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Heißer Sound + heiße Höschen
![]() Dr. T. hört schlecht. Foto: Beate Wöhe Lieber Dr. T., mit großem Interesse habe ich auf ChannelPartner.de den Artikel über die Car + Sound in Sinsheim gelesen. Ich überlege mir nun, in das Geschäft mit Car-Electronic einzusteigen. Was meinen Sie? Warum denke ich bloß immer an geile Weiber, wenn von der Car + Sound die Rede ist? Eine freudsche Fehlleistung, die ich dringend mit meinem Therapeuten thematisieren muss. Abgesehen davon begrüße ich diese "Internationale Leitmesse für mobile Elektronik" außerordentlich. Sie ist ein Beitrag zu Weltfrieden und Klimaschutz, der sich mit dem Kyoto-Protokoll oder den Camp-David-Abkommen messen kann. Wer sein ganzes Vermögen in "mobile Elektronik" investiert, hat schließlich kein Geld mehr für Benzin, schont also Umwelt und Straße. Und wenn der geneigte Car-Pimper dann noch seine theoretisch fahrbare Elektrik voll aufdreht, verhindert er zuverlässig Gespräche, die sowieso nur zu Missverständnissen, Krieg, Tod, Verderben und Talkshows am Mittag führen. So eine gut gepimpte Karre schafft übrigens Lautstärken von bis zu 179,8 dB. Ein startender Düsenjäger kommt dagegen nur auf 140 dB - es sei denn natürlich, er ist ebenfalls gepimpt. Mit einer derartigen Soundanlage im Auto kann man also schon deshalb nicht fahren, weil beim Aufenthalt im Inneren sofort das Gehirn platzt. Nicht, dass Autofahrer dieses häufig benutzen, aber zumindest zum Zündschlüsselumdrehen ist eine gewisse cerebral koordinierte Körpermotorik von Vorteil. Da das ganze Boxen-, Subwoofer-, CD-Wechsler-, Vorstufen-, Endstufen- und Mittelstufen-Geraffel aber sowieso den kompletten Innenbereich des Fahrzeugs zuzüglich Motorraum, Dachgepäckträger und Auspuffanlage einnimmt, ist ein Aufenthalt im Pkw ohnehin nur Liliputanern oder rumänischen Großfamilien möglich. Ein solcher Sound-Bolide nutzt aber nicht nur Greenpeace und UNO, sondern auch den Nachbarn. Die sparen sich neben einer eigenen Hi-Fi-Anlage GEZ-Gebühren, Strom, Gas, Wasser und einen Lebenspartner, mit dem sie sich sowieso nicht verständigen könnten (höchstens nonverbal, aber wer will das schon?). Einen leistungsstarken FM-Transmitter mit etwa 1.000 Watt vorausgesetzt, ließe sich das Beschallungsprogramm sogar aktiv mitgestalten, was seinerseits allerdings wieder die Stromkosten in die Höhe treibt und die Anschaffung eines Lebenspartners erfordert, damit man seine Mucke nicht allein genießen muss. Im Mittelpunkt der diesjährigen Car + Sound stand aber gar nicht die Abtötung lebender Zellen durch Schallwellen, sondern die Vernetzung des kompletten Multimedia-Equipments im Kfz. Viel Spaß, sage ich da nur, wenn am "Patch Tuesday" bei 250 Sachen auf der Autobahn die "Windows Mobile Zündschlüssel-Edition" neu gebootet werden muss. Da sollte man gründlich nachdenken, bevor man auf die Frage "Wollen Sie das Fahrzeug jetzt neu starten?" auf "Ja" klickt (vorausgesetzt, man kann noch nachdenken und hat nicht vorher durch unvorsichtige Schallexperimente mit der auf der Car + Sound erworbenen neuen Car + Sound-Anlage seine Gehirnzellen und so weiter und so weiter). Ein Internetzugang per Glasfaserkabel ist dagegen kein Problem - zumindest nicht auf der Fahrt von München nach Stuttgart. Bei den derzeit auf der A8 erzielbaren Durchschnittsgeschwindigkeiten kann der Sohnemann locker mit der Kabeltrommel neben dem Fahrzeug herlaufen und so für ungestörten Surf-Genuss sorgen. Was mich nun endlich zum Ende dieser Abhandlung und zur Beantwortung Ihrer Frage bringt: Ja, also - hallo, hören Sie mich? Hallo? Hallo! HALLO!!!!!!! Schreit Ihr Dr. T. Dr. T.´s Tuning-Tipps finden Sie alle 14 Tage in ChannelPartner und online im CP forum. Werden auch Sie das Klingeln in den Ohren nicht mehr los? Dann drehen Sie, verdammt noch mal, das Autoradio leiser, und senden Sie eine Nachricht an sprechstunde@channelpartner.de! |
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