|
||||
|
Die Ameise und die Heuschrecke
![]() Dr. T. eilt Actebis zu Hilfe. Foto: Beate Wöhe Ich bin ein treuer Actebis-Kunde und beobachte mit Sorge das Hickhack um den Verkauf und den Börsengang meines Lieblingsdistributors. Kann es sein, Dr. T., dass Actebis den Heuschrecken zum Opfer gefallen ist? Ich kann Sie beruhigen. Heuschrecken sind Vegetarier, stellen also keine Gefahr für Actebis und die Mitarbeiter dar. Zugegeben, manchmal fressen sich die blöden Biester gegenseitig auf, aber das ist bei Distributoren auch nicht anders. Wobei mich so ein Distributor sowieso mehr an eine Ameise als an eine Heuschrecke erinnert. Ständig läuft er hin und her, hortet Zeug, liefert kleine Pakete aus, freut sich über 0,001 Prozent Marge, baut seinen Ameisenhügel hier ab und in Tschechien wieder auf, führt SAP ein und kann dann sechs Wochen lang nicht liefern - was eine Ameise eben so den lieben langen Tag macht, wenn sie nicht gerade aufgeregte Investoren beruhigen oder Gerüchte dementieren muss. Das Leben einer Ameise ist stressig, das wissen wir spätestens seit Äsops Fabel "Die Ameise und die Heuschrecke". Falls Sie sich an die Geschichte nicht mehr erinnern, lesen Sie meine Tipps zum Gedächtnistraining oder folgende – zugegebenermaßen leicht modernisierte - Zusammenfassung: Ameise schuftet den ganzen Sommer, zahlt Sozialabgaben, spart sich Lebensversicherung und Riester-Rente von den Mundwerkzeugen ab. Kaum ist es Herbst, will sie mit gefühlten 67 in den Ruhestand gehen, wird aber versehentlich vom Stiefelabsatz eines BfA-Mitarbeiters zertreten, der vorbeikommt, um offene Rentenbeitragszeiten aus dem Frühling zu klären. Heuschrecke dagegen tut den ganzen Sommer nichts, zirpt ein bisschen bei Deutschland sucht den Superstar, bekommt einen Plattenvertrag, wird schwul, verliebt sich in Dieter Bohlen und stirbt an einer Überdosis von dem hochmargigen Zeug, über das ich in der vergangenen Folge geschrieben habe. Was das mit Ihrer Frage zu tun hat? Nichts natürlich! Aber Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich mich freiwillig in die Nesseln setze, die Sie gesät haben. Ich heiße doch nicht Michael Schumann und bin auch nicht Vorstandsvorsitzender von Arques (Sie glauben gar nicht, wie froh ich über diese Tatsache bin). Ich halte es lieber mit Actebis-Chef Klaus Hellmich: Nett lächeln, nichts sagen und immer schön unverbindlich bleiben, Ihr Dr. T. P.S.: Bei Äsop hat übrigens die Ameise Mitleid mit der Heuschrecke – die spinnen, die Griechen! Dr. T.'s Sprechstunde finden Sie mehr oder weniger regelmäßig in ChannelPartner, aber auf jeden Fall online im CP forum – versprochen! Senden Sie unbeantwortbare Fragen an den lieben Gott, alle anderen an sprechstunde@channelpartner.de! |
![]() |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|














Linear-Darstellung
