Lieber Dr. T., die nächste Windows-Version “Vista” soll ja mindestens eine CPU mit 3 GHz Taktrate und 1 GB RAM benötigen. Welche Anforderungen haben wir denn für die übernächste Version “Vienna” zu erwarten?
Das fragen Sie ausgerechnet mich, einen bekennenden Macianer, der nur deshalb mit Windows arbeitet, weil ihn sein Arbeitgeber dazu zwingt?! Doch ich wäre nicht Doktor, wenn ich nicht auf alles eine Antwort hätte. Und was man nicht selber weiß, kann man immer noch extrapolieren:
Also: Für Windows XP benötigt man mindestens einen 233-MHz-Prozessor und 64 MB Arbeitsspeicher, für Vista eine 3-GHz-CPU und 1 GB RAM. Dann braucht Vienna – simsalabim, extrapoli, extrapola – mindestens einen Prozessor mit 40 GHz Taktrate und 15 GB RAM. Das sollte reichen, um den Begrüßungsbildschirm darzustellen.
Richtig Spaß wird das Arbeiten erst mit einer Quadrupel-Core-128-Bit-CPU und einem Terabyte RAM machen. Damit die CPU nicht schon beim Booten schmilzt, empfehle ich 125 Ultra - Low - Noise - Vibration - Free - Silicone - Covered - Ventilatoren. Das Betriebsgeräusch wird dank der Speziallüfter nur bei zirka 100 dB liegen, sodass man sich in benachbarten Gebäuden durchaus ohne Schreien verständigen kann. Wer es noch leiser mag, kann den PC über den Kühlkreislauf eines Kernkraftwerks betreiben. Bleibt nur zu hoffen, dass die Bundesregierung den Ausstieg aus dem Atomausstieg verkündet, sodass auch langfristig genügend AKWs zur Verfügung stehen.
Einen Haken hat die Sache noch: Für die Maschine wird wahrscheinlich trotz der neuesten 15 nm - Ultra - Low - Voltage - High-Efficiency-Stereo-Wafer-Supercut-Technologie ein mindestens 480 Kilowatt starkes Netzteil benötigt. Bei den ständig steigenden Energiekosten kommt man da locker auf 200 Euro pro Betriebsstunde. Am Frühstückstisch werden wir also immer häufiger Sätze wie diesen hören: “Du Schatz, sollen wir uns ein neues Auto kaufen oder heut Abend mal den Rechner einschalten?”
Ihr Dr. T.
(Dr. T.`s Sprechstunde aus ComputerPartner-Ausgabe 06/06)