Lieber Dr. T., ich muss zur CeBIT und mache mir Sorgen, dass ich mich dort mit der Vogelgrippe anstecken könnte. Wie gefährlich ist denn der Messebesuch, und wie kann ich harmlose von ernsten Symptomen unterscheiden?
Die Gefahr, sich auf der CeBIT mit Vogelgrippe anzustecken, ist ungefähr so groß, wie sich in Hannover einen Sonnenbrand zu holen. Wenn Sie allerdings auf der Messe das Bedürfnis verspüren, ständig mehrere Kilo rohes Hühnerfleisch mit sich herumzutragen, Eier zu legen oder die Nacht auf einer Stange sitzend zu verbringen, dann sollten Sie schleunigst das im Internet gekaufte Tamiflu wegwerfen und zum Arzt gehen (aber gehen Sie bitte nicht an unserem Stand vorbei).
Folgende Symptome sind dagegen völlig harmlos. Sie gehören zum normalen Messealltag und lassen sich mit etwas (mehr) Alkohol leicht bekämpfen:
Sie wachen morgens mit rasenden Kopfschmerzen in einem viel zu kurzen Bett unter Hannover-96-Fanbettwäsche auf. Vom Schrank grinst Sie eine Plüschtier-Armada böse an.
Auf dem Weg zum Bad haben Sie die Schreckensvision eines zahnlosen Geists im geblümten Morgenmantel. Erst als Sie mit Ihm zusammenstoßen, erkennen Sie, dass es Ihr Chef ist.
Am zweiten Tag Ihres Standdienstes können Sie nichts mehr hören, am dritten nicht mehr sprechen und am vierten auch nur noch sehr schlecht sehen.
Deshalb erkennen Sie erst am nächsten Morgen, dass die scharfe Blondine, die Sie gestern abgeschleppt haben, Horst heißt und Produktmanager bei einem Router-Hersteller ist.
In diesem Sinne: Passen Sie auf sich auf, werden Sie Privatpatient oder bleiben Sie gesund.
Ihr Dr. T.
(Dr. T.`s Sprechstunde aus ComputerPartner-Ausgabe 08/06)